Horst D. Deckert

Meine Kunden kommen fast alle aus Deutschland, obwohl ich mich schon vor 48 Jahren auf eine lange Abenteuerreise begeben habe.

So hat alles angefangen:

Am 1.8.1966 begann ich meine Ausbildung, 1969 mein berufsbegleitendes Studium im Öffentlichen Recht und Steuerrecht.

Seit dem 1.8.1971 bin ich selbständig und als Spezialist für vermeintlich unlösbare Probleme von Unternehmern tätig.

Im Oktober 1977 bin ich nach Griechenland umgezogen und habe von dort aus mit einer Reiseschreibmaschine und einem Bakelit-Telefon gearbeitet. Alle paar Monate fuhr oder flog ich zu meinen Mandanten nach Deutschland. Griechenland interessierte sich damals nicht für Steuern.

Bis 2008 habe ich mit Unterbrechungen die meiste Zeit in Griechenland verbracht. Von 1995 bis 2000 hatte ich meinen steuerlichen Wohnsitz in Belgien und seit 2001 in Paraguay.

Von 2000 bis 2011 hatte ich einen weiteren steuerfreien Wohnsitz auf Mallorca. Seit 2011 lebe ich das ganze Jahr über nur noch in Paraguay.

Mein eigenes Haus habe ich erst mit 62 Jahren gebaut, als ich es bar bezahlen konnte. Hätte ich es früher gebaut, wäre das nur mit einer Bankfinanzierung möglich gewesen. Dann wäre ich an einen Ort gebunden gewesen und hätte mich einschränken müssen. Das wollte ich nicht.

Mein Leben lang habe ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. Seit 2014 war ich nicht mehr in Europa. Viele meiner Kunden kommen nach Paraguay, um sich von mir unter vier Augen beraten zu lassen, etwa 200 Investoren und Unternehmer pro Jahr.

Mit den meisten Kunden funktioniert das aber auch wunderbar online oder per Telefon.

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Kategorie: Nachrichten

Kategorie: Nachrichten

Wer ist jetzt hirntot, Macron?

Finian Cunningham

Der französische Präsident Emmanuel Macron will NATO-Bodentruppen in die Ukraine schicken, um Russland zu besiegen.

Nur ein wahnhafter Narr könnte einen solch krassen Vorschlag machen, der zeigt, dass Macron hirntot ist. Der Einsatz von NATO-Truppen zur Bekämpfung der russischen Streitkräfte würde einen totalen Krieg bedeuten, der höchstwahrscheinlich in einen nuklearen Flächenbrand münden würde.

Ironischerweise machte der französische Staatschef vor einiger Zeit Schlagzeilen, als er das von den USA geführte NATO-Bündnis als „hirntot“ bezeichnete. Jetzt konkurriert er um dasselbe Epitheton.

Als Macron diese harschen Bemerkungen über die NATO in einem Interview mit dem Economist im November 2019 machte, dachten einige Beobachter, dass er eine intelligente Kritik an der transatlantischen Militärorganisation üben würde und dass sie in der heutigen Zeit nicht mehr zweckmäßig sei.

Aber nein, Macron hat keine konstruktive Kritik an der NATO oder der amerikanischen Führung geübt. Er war einfach nur ein eingebildeter Scharlatan, der versuchte, sich selbst als „starker Führer“ Europas darzustellen und mit seinem Steckenpferd, dem Aufbau einer europäischen Armee, hausieren zu gehen, indem er die NATO schlecht zu reden schien.

Diese Woche war der ehemalige Rothschild-Banker wieder dabei, seine grandiosen Fantasien von der Führung des restlichen Europas auszuleben.

Macron war Gastgeber für 25 europäische Staats- und Regierungschefs auf der Konferenz zur Unterstützung der Ukraine. In der Pracht des Elysee-Palastes warnte er, dass Russland „den Krieg in der Ukraine nicht gewinnen“ dürfe, da sonst ganz Europa der russischen Aggression erliegen würde.

Dies ist eine leichtsinnige und gefährliche Fantasie des französischen Präsidenten, der sich in einer ausgeprägten Russophobie ergeht. Moskau hat kategorisch erklärt, dass es an nichts anderem interessiert ist als an der Entnazifizierung des von der NATO unterstützten Regimes in Kiew und am Schutz seiner nationalen Sicherheit.

Um einem solchen vermeintlichen Alptraum entgegenzuwirken, dass russische Panzer über Europa rollen, sagte Macron den europäischen Staats- und Regierungschefs, sie sollten die Entsendung von NATO-Bodentruppen zur Unterstützung des Kiewer Regimes nicht ausschließen.

„Nichts sollte ausgeschlossen werden. Wir werden alles tun, was nötig ist, um sicherzustellen, dass Russland diesen Krieg nicht gewinnen kann“, sagte der französische Präsident vor den zustimmenden europäischen Staats- und Regierungschefs.

Zu den Konferenzteilnehmern gehörten auch Bundeskanzler Olaf Scholz und der britische Außenminister David Cameron. Deutschland und Frankreich hatten Anfang des Monats bilaterale Sicherheitspakte mit der Ukraine unterzeichnet, die für die offizielle Entsendung von Streitkräften zur Verfolgung des von den USA geführten Stellvertreterkriegs gegen Russland herangezogen werden könnten.

NATO-Offiziere, die sich als private Söldner tarnen, sind bereits in großem Umfang am Ukraine-Konflikt gegen Russland beteiligt. Im vergangenen Monat wurden mehr als 60 französische Soldaten bei einem russischen Raketenangriff in der Nähe der ukrainischen Stadt Charkow getötet.

Französische Medien berichteten diese Woche über die Veranstaltung in Paris: „Die Konferenz [in Paris] signalisierte Macrons Bestreben, sich als europäischer Verfechter der ukrainischen Sache zu präsentieren, während die Befürchtung wächst, dass die amerikanische Unterstützung in den kommenden Monaten schwinden könnte.“

Macron forderte nicht nur die Entsendung von NATO-Truppen, sondern versprach auch, dem Kiewer Regime mehr Langstreckenraketen für „tiefe Schläge“ in Russland zu schicken.

Französische Marschflugkörper wurden bereits für Angriffe auf das russische Gebiet der Krim eingesetzt. Jetzt will der französische Staatschef, dass ein Neonazi-Regime die Fähigkeit hat, tief in Russland einzuschlagen. Wie lange kann Moskau diese unverschämte Provokation noch hinnehmen, ohne dass es zu Gegenschlägen kommt?

Zweifellos sieht der französische Präsident hier eine Gelegenheit zur Selbstverherrlichung. Macron ist besessen von der Vorstellung seiner eigenen Wichtigkeit und der Wiederherstellung des internationalen Images Frankreichs in einer imaginären glorreichen Vergangenheit.

Während die Amerikaner im Kongress darüber streiten, ob sie der Ukraine weitere 60 Milliarden Dollar an Militärhilfe zukommen lassen sollen, und angesichts der möglichen Wahl des NATO-skeptischen Donald Trump ins Weiße Haus noch in diesem Jahr, sieht Macron eine Chance, westliche Führungsstärke zu zeigen, indem er die europäische Unterstützung für die Ukraine verstärkt.

Macrons Egoismus und Größenwahn sind geeignet, den Dritten Weltkrieg auszulösen.

Er tut all dies, indem er eklatante Lügen über den Konflikt in der Ukraine verbreitet.

Macron gibt dem Kiewer Marionettenpräsidenten Wladimir Zelenski nach, indem er vorgibt, die Ukraine habe eine Chance, Russland zu besiegen. Auch Zelensky sprach auf der Konferenz in Paris per Videolink und forderte in seiner ermüdenden Art mehr Waffen. Er behauptete mit unverschämten Lügen, dass das ukrainische Militär seit Ausbruch des Konflikts vor zwei Jahren 31.000 gefallene Soldaten habe. Die realistischste Zahl ist, dass über 400.000, vielleicht sogar 500.000 ukrainische Soldaten von den weit überlegenen russischen Streitkräften getötet wurden.

Das ist das implizite Eingeständnis von Macron. Warum sollten NATO-Truppen in der Ukraine benötigt werden, wenn es nicht darum ginge, die zerstörten ukrainischen Reihen zu ersetzen?

Macron rechtfertigt seine Lügen, indem er die noch ungeheuerlichere Lüge verbreitet, Russland habe die Absicht, in andere europäische Länder einzumarschieren, sobald es die ukrainische Armee besiegt habe.

Dieses Schreckgespenst der Geopolitik ignoriert die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten und die NATO mit Hilfe eines Neonazi-Regimes einen Stellvertreterkrieg gegen Russland angezettelt haben.

Macron will aus purer Lüge und Eitelkeit den Dritten Weltkrieg anzetteln. Er ist nicht nur hirntot. Er ist auch seelisch tot.

Heute um 20.00 Uhr startet ein neues Projekt von Anti-Spiegel

Ich habe am Freitag schon angekündigt, dass beim Anti-Spiegel ein neues Projekt startet. Das Projekt ist so neu und spontan entstanden, dass wir dafür noch nicht einmal einen endgültigen Namen haben. Dominik Reichert, mein Ko-Moderator bei Anti-Spiegel-TV, ist bisher Nachrichtensprecher bei RT-DE. Da wir beide uns jedoch privat und beruflich so gut verstehen, hat er […]
Linksradikaler Terror mitten in Deutschland: Brandanschlag legt Tesla-Werk lahm

Linksradikaler Terror mitten in Deutschland: Brandanschlag legt Tesla-Werk lahm

Linksradikaler Terror mitten in Deutschland: Brandanschlag legt Tesla-Werk lahm

Eigentlich zählen Elektroautos zu den Götzen der Linken. Diese energie-ineffiziente Art und Weise individueller Mobilität ist auch das Liebkind der deutschen Ampel-Regierung – wahrscheinlich auch, weil man E-Autos aus der Entfernung problemlos stilllegen kann. Ausgerechnet eine linksextreme Terrorgruppe sieht das anders – sie fackelten kurzerhand einen Hochspannungsmasten ab, die Stromversorgung für das Tesla-Werk brach zusammen. Dass derlei organisierte Kriminalität möglich ist, ermöglicht das blinde linke Auge von Polizei und Justiz. Die verantwortliche „Vulkangruppe“ wütet schon länger.

Es ist wirklich nur noch eine Frage der Zeit, bis die von der Ampel-Regierung verhätschelten Linksextremisten Menschen töten. Sie fühlen sich in einem politisch und medialen Klima wohl, das linken Terror verharmlost oder negiert, während man kritische Menschen aus der Mitte als „rechtsextrem“ brandmarkt, unterdrückt und verfolgt.

26 Jahre nach der Auflösung der letzten Generation der RAF gibt es in Deutschland wieder linksextremen Terror. Die Demokratiefeinde der „Vulkangruppe“ fackelten im Osten Brandenburgs in den frühen Morgenstunden einen Hochspannungsmasten ab, der ohne Umzäunung frei auf einem Feld zugänglich war. Die Produktion in der Tesla-Autofabrik steht seither still.

Das Bekennerschreiben der Vulkangruppe erschien wieder einmal auf der linksextremen Internetseite Indymedia – auch bei dieser Plattform ist der deutsche Staat nicht in der Lage oder nicht gewillt, endlich Einhalt zu gebieten. Ebendort wurden schon öfter Feindeslisten veröffentlicht, Gewalt verherrlicht und Mordaufrufe getätigt. Linkes Gedankengut hat damals wie heute nichts zu bieten, das einer Überprüfung in der Realität standhalten würde – deshalb greifen politische Eiferer dieser Richtung stets zu Gewalt.

Aktuell gebärden sich Politiker verschiedener Parteien, beispielsweise CDU und SPD, als Hardliner, verurteilen den Anschlag und versprechen rechtsstaatliche Aufklärung. Ob dies auch wirklich geschehen wird, dürfte die Zukunft zeigen.

Die Vulkangruppe, die auf Indymedia die komplette Zerstörung der Tesla-Gigafactory forderte, wütet schon seit mehreren Jahren. Die gemeingefährlichen Extremisten werden für verschiedene Brandanschläge in Berlin sowie einen Anschlag auf die Tesla-Baustelle im Jahr 2021 verantwortlich gemacht. Als Motivation nennt die Gruppe „extreme Ausbeutungsbedingungen“ bei Tesla sowie eine angebliche Verseuchung des Grundwassers.

Zeitgleich mit dem Anschlag haben so genannte „Aktivisten“ einen Wald in der Nähe des Teslawerks besetzt, welchen das Unternehmen möglicherweise roden möchte, um die Fabrik zu erweitern. Auch hier muss die Frage gestellt werden, wem die Taten am meisten nutzen. Denn in Deutschland gäbe es viele Wälder zu schützen – tausende Hektar werden für sinnlose Windräder und Photovoltaik-Anlagen abgeholzt, ohne dass es „linke“ Aktivisten berühren würde. Da liegt der Gedanke nahe, dass es sich nicht einfach um bezahlten Wirtschaftsterrorismus handelt, den man als Ökoterror tarnt.

Die Waldbesetzer sollen hauptsächlich von den Vereinigungen „Robinwood“ und „Tesla stoppen“ stammen – sie leugnen jede Verbindung zu den Attentätern der Vulkangruppe.

Dass das Teslawerk im wirtschaftlich stark gebeutelten Deutschland 12.500 Menschen und ihre Familien ernährt, interessiert weder diese dubiosen NGOs, noch die Terroristen. Wie in der linken Ideologie üblich, stellt man eigene Utopien über die Interessen der Allgemeinheit.

Stoppschild für „kriegsgeile“ Brüsseler Eurokraten: FPÖ-Petition gegen Entsendung von EU-Soldaten

Stoppschild für „kriegsgeile“ Brüsseler Eurokraten: FPÖ-Petition gegen Entsendung von EU-Soldaten

Stoppschild für „kriegsgeile“ Brüsseler Eurokraten: FPÖ-Petition gegen Entsendung von EU-Soldaten

„Im Windschatten einer vermeintlichen Solidarität für die Ukraine wuchert polypenartig ein friedenszersetzender Zeitgeist in Europa, der unverantwortlich ist. Damit muss sofort Schluss sein!“ So begründet FPÖ-Europasprecherin Petra Steger das Einbringen der neuen parlamentarischen Petition, die eine Entsendung von Soldaten aus Österreich und anderen EU-Staaten in den Ukraine-Krieg verhindern soll. Anstoß gaben die Äußerungen von Präsident Macron, der eine Beteiligung von EU-Soldaten am Krieg nicht mehr ausschließt.

Der französische Präsident Emmanuel Macron schließt nicht mehr aus, westliche Truppen in die Ukraine zu entsenden – und der deutsche Kanzler Scholz gibt zu, dass britische und französische Truppen bereits vor Ort sind. Die Eskalationsspirale dreht sich immer weiter. Die FPÖ sieht hier ein massives Sicherheitsrisiko für Österreich und seine Bevölkerung und fordert ein Ende der Kriegsinitiativen.

Die FPÖ-Europasprecherin und Listenzweite bei der EU-Wahl Petra Steger brachte daher nun eine parlamentarische Petition ein, mit der die Bundesregierung aufgefordert wird, ein Entsenden von Truppen von EU-Mitgliedsstaaten in die Ukraine zu verhindern. Im Text der Petition heißt es:

Die Entsendung von Soldaten europäischer Länder in die Ukraine, neben der bereits stattfindenden Lieferung von Waffen und Munition, ist sowohl moralisch verwerflich als auch strategisch fehlgeleitet. Es ist wichtig zu betonen, dass jede Eskalation des militärischen Engagements, insbesondere durch den direkten Einsatz von Truppen, das Risiko eines weitreichenderen Konflikts erhöht und damit die Sicherheit Europas, Österreichs und deren Bürger direkt bedroht.

Das aktive Eingreifen in einen bewaffneten Konflikt durch das Senden von Soldaten steht im direkten Widerspruch zu den ursprünglichen Grundsätzen der EU. Es würde nicht nur das Leben der entsandten Soldaten gefährden, sondern auch jenes der Zivilbevölkerung, die in einem bereits von Leid gezeichneten Gebiet lebt. Der Schutz von Menschenleben sollte immer im Vordergrund stehen, und es gibt andere Wege, Konflikte zu lösen, die nicht das Risiko einer weiteren Eskalation bergen.

Österreich habe allein bis Mitte Jänner 2024 3,51 Milliarden Euro für die Ukraine aufgebracht: 2,71 Milliarden Euro über EU-Finanzierungsmechanismen, 800 Millionen Euro im Rahmen bilateraler Zahlungen. 85 Milliarden Euro seien von der EU an die Kriegspartei Ukraine überwiesen worden, hinzu kämen weitere zig Milliarden Euro etwa durch die im Februar 2024 eingesetzte sogenannte EU-Friedensfazilität. Zudem wird auf die prognostizierten Wiederaufbaukosten hingewiesen.

Das effektivste Mittel, um dauerhafte Lösungen für Konflikte zu finden, seien jedoch Diplomatie und Verhandlungen. Deswegen werden folgende Forderungen formuliert:

Konkret fordern wir daher die Bundesregierung auf, sich im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik dafür einzusetzen, dass keine Truppen von EU-Mitgliedsstaaten in die Ukraine entsandt werden.
In diesem Sinne ist auch davon abzusehen, österreichisches Militär – und sei es auch nur im Sanitäts- oder Entminungsdienst – während des kriegerischen Konflikts in die Ukraine zu entsenden.

Seit 1. März wurde die Petition bereits von mehr als 11.000 Österreichern unterzeichnet. Unterstützt werden kann sie hier: „Keine Entsendung von Soldaten aus Österreich und anderen EU-Staaten in den Ukraine-Krieg!“ (140/PET)

Alles zur Petition erfahren Sie auch in diesem Video:

„entschwört.“ – die staatlich geförderte Denunziationsseite

„entschwört.“ – die staatlich geförderte Denunziationsseite

„entschwört.“ – die staatlich geförderte Denunziationsseite

Von MEINRAD MÜLLER | Im Dritten Reich konnten Lehrer die Kinder fragen: „Wie piepst denn Euer Radio so?“. Radiosender begannen zur vollen Stunde mit einer eindeutigen zweisekündigen Erkennungsmelodie, so auch das deutschsprachige Programm der BBC aus England. Kinder verrieten unbewusst auf diese Weise ihre Eltern, die heimlich einen „Feindsender“ hörten. Darauf stand die Todesstrafe. Am […]

Der steinige Weg zur Entdollarisierung: Sergei Glazyev Interview

Der steinige Weg zur Entdollarisierung: Sergei Glazyev Interview

Von Pepe Escobar

Nur sehr wenige Menschen in Russland und im gesamten Globalen Süden sind so qualifiziert wie Sergei Glazyev, der Minister für Integration und Makroökonomie der Eurasischen Wirtschaftskommission (EEC), dem politischen Arm der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU), um über den Antrieb, die Herausforderungen und die Fallstricke auf dem Weg zur Entdollarisierung zu sprechen.

Während der globale Süden weitverbreitete Forderungen nach echter Finanzstabilität erhebt, Indien innerhalb der BRICS 10 deutlich macht, dass jeder ernsthaft über die schädlichen Auswirkungen einseitiger Sanktionen nachdenken muss, und Professor Michael Hudson immer wieder betont, dass die derzeitige Politik nicht mehr tragfähig ist, empfing mich Glazyev freundlicherweise in seinem Büro bei der EEC zu einem exklusiven, ausführlichen Gespräch, das auch faszinierende inoffizielle Informationen enthielt.

Dies sind die Höhepunkte – denn Glazyevs Ideen werden derzeit erneut geprüft, und die russische Regierung erwartet mit großer Spannung grünes Licht für ein neues Modell der Handelsabwicklung, das sich derzeit in der Endphase der Feinabstimmung befindet.

Glazyev erklärte, dass seine Hauptidee „schon vor langer Zeit ausgearbeitet wurde. Der Grundgedanke ist, dass eine neue Währung zunächst auf der Grundlage eines internationalen Gesetzes eingeführt werden sollte, das von den Ländern unterzeichnet wird, die an der Produktion dieser neuen Währung interessiert sind. Nicht durch eine Art Konferenz wie Bretton Woods, die keine Legitimität hat. In der ersten Phase würden nicht alle Länder einbezogen werden. Die BRICS-Staaten werden ausreichen – plus die SCO. In Russland haben wir bereits unser eigenes SWIFT – die SPFS. Wir haben unseren Währungsumtausch, wir haben Korrespondenzbeziehungen zwischen Banken, Konsultationen zwischen Zentralbanken, hier sind wir absolut autark.“

All das führt dazu, eine neue internationale Währung einzuführen: „Wir müssen nicht wirklich im großen Stil vorgehen. BRICS ist genug. Die Idee der Währung ist, dass es zwei Körbe gibt: Ein Korb besteht aus den nationalen Währungen aller am Prozess beteiligten Länder, wie das SZR, aber mit klareren, verständlicheren Kriterien. Der zweite Korb besteht aus Rohstoffen. Wenn wir zwei Körbe haben und die neue Währung als Index von Rohstoffen und nationalen Währungen schaffen, und wir haben einen Mechanismus für Reserven, dann wird das mathematische Modell sehr stabil sein. Stabil und praktisch.“

Dann geht es um die Durchführbarkeit: „Die Einführung dieser Währung als Instrument für Transaktionen wäre nicht allzu schwierig. Mit einer guten Infrastruktur und der Zustimmung aller Zentralbanken liegt es dann an den Unternehmen, diese Währung zu verwenden. Sie sollte in digitaler Form vorliegen – was bedeutet, dass sie ohne das Bankensystem verwendet werden kann, so dass sie mindestens zehnmal billiger sein wird als die derzeitigen Transaktionen über Banken und Devisenbörsen.“

Die heikle Frage der Zentralbank

„Haben Sie diese Idee den Chinesen vorgestellt?“

„Wir haben sie chinesischen Experten, unseren Partnern an der Renmin-Universität, vorgestellt. Wir bekamen gute Rückmeldungen – aber ich hatte keine Gelegenheit, sie auf politischer Ebene vorzustellen. Hier in Russland fördern wir die Diskussion mit Papieren, Konferenzen und Seminaren, aber es gibt immer noch keine politische Entscheidung über die Einführung dieses Mechanismus, nicht einmal auf der Agenda der BRICS. Unser Expertenteam hat vorgeschlagen, diesen Mechanismus auf die Tagesordnung des BRICS-Gipfels im Oktober in Kasan zu setzen. Das Problem ist, dass die russische Zentralbank nicht begeistert ist. Die BRICS haben lediglich einen Plan für die Verwendung nationaler Währungen beschlossen – was auch eine ziemlich klare Idee ist, da nationale Währungen bereits in unserem Handel verwendet werden. Der russische Rubel ist die Hauptwährung in der EAEU, der Handel mit China wird in Rubel und Renminbi abgewickelt, der Handel mit Indien, Iran und der Türkei wurde ebenfalls auf nationale Währungen umgestellt. Jedes Land verfügt über die nötige Infrastruktur. Wenn die Zentralbanken digitale Landeswährungen einführen und deren Verwendung im internationalen Handel erlauben, ist das ebenfalls ein gutes Modell. In diesem Fall können Kryptobörsen die Zahlungen leicht ausgleichen – und es ist ein günstiger Mechanismus. Was wir benötigen, ist die Zustimmung der Zentralbanken, dass eine bestimmte Menge an nationalen Währungen in digitaler Form an internationalen Transaktionen teilnehmen kann.“

„Wäre das schon 2024 machbar, wenn der politische Wille vorhanden ist?“

„Es gibt bereits einige Start-ups. Sie befinden sich übrigens im Westen, und die Digitalisierung wird von privaten Unternehmen durchgeführt, nicht von Zentralbanken. Die Nachfrage ist also da. Unsere Zentralbank muss einen Vorschlag für den Gipfel in Kasan ausarbeiten. Aber das ist nur ein Teil der Geschichte. Der zweite Teil ist der Preis. Gegenwärtig wird der Preis durch westliche Spekulationen bestimmt. Wir produzieren diese Rohstoffe, wir verbrauchen sie, aber wir haben keinen eigenen Preismechanismus, der Angebot und Nachfrage ausgleicht. Während der Covid-Panik fiel der Ölpreis fast auf Null. Es ist unmöglich, eine strategische Planung für die wirtschaftliche Entwicklung vorzunehmen, wenn man die Preise der Grundstoffe nicht unter Kontrolle hat. Die Preisbildung mit dieser neuen Währung soll den westlichen Warenaustausch überflüssig machen. Meine Idee basiert auf einem Mechanismus, den es in der Sowjetunion, im RGW, gab. Damals hatten wir langfristige Verträge nicht nur mit sozialistischen Ländern, sondern auch mit Österreich und anderen westlichen Ländern über die Lieferung von Gas für 10 oder 20 Jahre, und die Grundlage dieser Preisformel war der Preis für Öl und der Preis für Gas.

Der steinige Weg zur Entdollarisierung: Sergei Glazyev Interview

Was also auffällt, ist die Wirksamkeit einer langfristigen, weitsichtigen Politik: „Wir haben ein langfristiges Muster geschaffen. Hier in der EWG befassen wir uns mit der Idee eines gemeinsamen Devisenmarktes. Wir haben bereits einen Entwurf ausgearbeitet, mit einigen Experimenten. Der erste Schritt ist die Schaffung eines Informationsnetzes, Börsen in verschiedenen Ländern. Das war ziemlich erfolgreich. Der zweite Schritt wird die Einrichtung einer Online-Kommunikation zwischen den Börsen sein, und schließlich gehen wir zu einem gemeinsamen Mechanismus der Preisbildung über und öffnen diesen Mechanismus für alle anderen Länder. Das Hauptproblem ist, dass die großen Rohstoffproduzenten, allen voran die Ölgesellschaften, nicht gerne über Börsen handeln. Daher ist eine politische Entscheidung erforderlich, die sicherstellt, dass mindestens die Hälfte der Rohstoffproduktion über die Börsen abgewickelt wird. Ein Mechanismus, bei dem sich Angebot und Nachfrage gegenseitig ausgleichen. Gegenwärtig ist der Ölpreis auf den ausländischen Märkten „geheim“. Das ist eine Art von kolonialem Denken. Wie man betrügt“. Wir müssen Gesetze schaffen, um all diese Informationen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die NDB benötigt eine Auffrischung

Glazyev bot eine ausführliche Analyse des BRICS-Universums, basierend auf dem ersten Treffen des BRICS Business Council zum Thema Finanzdienstleistungen Anfang Februar. Sie einigten sich auf einen Arbeitsplan; es gab eine erste Sitzung von Fintech-Experten; und in dieser Woche könnte ein bahnbrechendes Treffen zu einer neuen Formulierung führen – die im Moment noch nicht veröffentlicht wird -, die in die BRICS-Agenda für den Oktober-Gipfel aufgenommen werden soll.

„Welches sind die größten Herausforderungen innerhalb der BRICS-Struktur in dieser nächsten Phase des Versuchs, den US-Dollar zu umgehen?“

„BRICS ist eigentlich ein Club, der kein Sekretariat hat. Ich kann das aus der Sicht einer Person sagen, die eine gewisse Erfahrung mit der Integration hat. Unmittelbar nach dem Zusammenbruch haben wir hier im postsowjetischen Raum die Idee einer Zollunion diskutiert. Es gab viele Erklärungen, sogar einige von den Staatsoberhäuptern unterzeichnete Abkommen über einen gemeinsamen Wirtschaftsraum. Aber erst nach der Einsetzung einer Kommission begann die eigentliche Arbeit, im Jahr 2008. Nach 20 Jahren mit Papieren, Konferenzen, wurde nichts getan. Man benötigt jemanden, der verantwortlich ist. In BRICS gibt es eine solche Organisation – die NDB [Neue Entwicklungsbank]. Wenn die Staatsoberhäupter beschließen, die NDB als Institution zu ernennen, die das neue Modell, die neue Währung ausarbeitet, eine internationale Konferenz mit dem Entwurf eines internationalen Vertrages organisiert, kann das funktionieren. Das Problem ist, dass die NDB nach der Dollar-Charta arbeitet. Sie müssen diese Institution umgestalten, um sie funktionsfähig zu machen. Jetzt funktioniert sie wie eine gewöhnliche internationale Entwicklungsbank unter dem amerikanischen Rahmen. Die zweite Möglichkeit wäre, es ohne diese Bank zu machen, aber das wäre viel schwieriger. Diese Bank verfügt über genügend Fachwissen.“

„Könnte die russische Präsidentschaft der BRICS in diesem Jahr eine interne Umstrukturierung der NDB vorschlagen?“

„Wir tun unser Bestes. Ich bin mir nicht sicher, ob das Finanzministerium versteht, wie ernst die Lage ist. Der Präsident versteht es. Ich habe ihm gegenüber persönlich für diese Idee geworben. Aber der Vorsitzende der Zentralbank und die Minister denken immer noch im alten IWF-Paradigma.“

‚Religiöse Sekten schaffen keine Innovation‘

Glazyev hatte eine ernsthafte Diskussion über Sanktionen mit dem NDB:

„Ich habe dieses Thema mit Frau Rousseff [der ehemaligen brasilianischen Präsidentin, die derzeit dem NDB vorsteht] auf dem St. Petersburger Forum diskutiert. Ich habe ihr ein Papier dazu gegeben. Sie war ziemlich begeistert und lud uns ein, zum NDB zu kommen. Aber danach gab es keine Folgemaßnahmen. Vergangenes Jahr war alles sehr schwierig.

Zu BRICS: „Die Arbeitsgruppe für Finanzdienstleistungen diskutiert über Rückversicherungen, Kreditwürdigkeit, neue Währungen im Bereich Fintech. Das sollte auf der Tagesordnung der NDB stehen. Die beste Möglichkeit wäre ein Treffen in Moskau im März oder April, um das gesamte Spektrum der BRICS-Abwicklungsmechanismen eingehend zu erörtern, von den am weitesten entwickelten bis zu den am wenigsten entwickelten. Es wäre großartig, wenn die NDB sich dem anschließen würde, aber im Moment besteht de facto eine Kluft zwischen den BRICS und der NDB“.

Der springende Punkt, so Glazyev, ist, dass „Dilma Zeit finden sollte, diese Diskussionen auf hoher Ebene zu organisieren. Wir benötigen eine politische Entscheidung.“

„Aber müsste diese Entscheidung nicht von Putin selbst getroffen werden?“

„Das ist nicht so einfach. Wir haben Erklärungen von mindestens drei Staatschefs gehört: Russland, Südafrika und Brasilien. Sie sagten öffentlich: ‚Das ist eine gute Idee‘. Das Problem ist wiederum, dass es noch keine Task Force gibt. Meine Idee, die wir vor dem BRICS-Gipfel in Johannesburg vorgeschlagen haben, ist die Einrichtung einer internationalen Arbeitsgruppe, die in den nächsten Sitzungen das Modell oder den Entwurf des Vertrags ausarbeiten soll. Wie man zu nationalen Währungen übergeht. Das ist jetzt die offizielle Tagesordnung. Und darüber müssen sie in Kasan [zum jährlichen BRICS-Gipfel] berichten. Es gibt einige Konsultationen zwischen den Zentralbanken und den Finanzministern“.

Glazyev brachte es auf den Punkt, wenn es um die Trägheit des Systems geht: „Das Hauptproblem für Bürokraten und Experten ist: ‚Warum haben sie keine Ideen?‘ Weil sie davon ausgehen, dass der Status quo der beste ist. Wenn es keine Sanktionen gibt, wird alles gut sein. Die internationale Finanzarchitektur, die von den Vereinigten Staaten und Europa geschaffen wurde, ist bequem. Jeder weiß, wie man in diesem System arbeitet. Es ist also unmöglich, von diesem System zu einem anderen zu wechseln. Für Unternehmen wird es sehr schwierig sein. Für Banken wird es schwierig sein. Die Menschen sind im Paradigma des finanziellen Gleichgewichts erzogen worden, völlig libertär. Es ist ihnen egal, dass die Preise von Spekulanten manipuliert werden, sie kümmern sich nicht um die Volatilität der nationalen Währungen, sie halten das für natürlich (…) Es ist eine Art religiöse Sekte. Religiöse Sekten schaffen keine Innovationen.“

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Damit sind wir wieder bei der entscheidenden Frage der nationalen Währungen: „Noch vor fünf Jahren, als ich über nationale Währungen im Handel sprach, sagten alle, das sei vollkommen unmöglich. Wir haben langfristige Verträge in Dollar und Euro. Wir haben eine etablierte Kultur der Transaktionen. Als ich vor 30 Jahren Außenhandelsminister war, habe ich versucht, unseren gesamten Rohstoffhandel auf Rubel umzustellen. Ich argumentierte mit Jelzin und anderen, ‚wir müssen in Rubel handeln, nicht in Dollar‘. Das würde den Rubel automatisch zu einer Reservewährung machen. Als Europa zum Euro überging, traf ich mich mit Herrn Prodi, und wir kamen überein, dass wir den Euro als Währung verwenden werden und Sie den Rubel. Dann kam Prodi nach Konsultationen zu mir und sagte: ‚Ich habe mit Herrn Kudrin [ehemaliger russischer Finanzminister, 2000-2011] gesprochen, er hat mich nicht gebeten, den Rubel zur Reservewährung zu machen‘. Das war Sabotage. Es war Dummheit.“

Die Probleme sind tatsächlich tiefgreifend – und bleiben bestehen: „Das Problem waren unsere Regulierungsbehörden, die vom IWF ausgebildet wurden, und das zweite Problem war die Korruption. Wenn man Öl und Gas in Dollar handelt, wird ein großer Teil der Gewinne gestohlen, es gibt eine Menge Zwischenhändler, die die Preise manipulieren. Die Preise sind nur der erste Schritt. Der Preis für Erdgas liegt beim ersten Geschäft etwa zehnmal niedriger als die Endnachfrage. Es gibt institutionelle Hindernisse. In den meisten Ländern ist es unseren Unternehmen nicht gestattet, Öl und Gas an den Endverbraucher zu verkaufen. Sie können beispielsweise kein Gas an Haushalte verkaufen. Doch selbst auf dem offenen Markt, der wettbewerbsfähig ist, gibt es Zwischenhändler zwischen Erzeuger und Verbraucher – mindestens die Hälfte der Einnahmen entzieht sich der staatlichen Kontrolle. Sie zahlen keine Steuern.“

Doch es gibt schnelle Lösungen: „Als wir vor zwei Jahren sanktioniert wurden, dauerte der Umtausch von US-Dollar und Euro in nationale Währungen nur wenige Monate. Das ging rasant.“

In Bezug auf Investitionen betonte Glazyev den Erfolg des lokalisierten Handels, aber die Kapitalströme sind bisher nicht angekommen: „Die Zentralbanken machen ihre Arbeit nicht. Der Rubel-Renminbi-Austausch funktioniert gut. Aber der Rubel-Rupien-Umtausch funktioniert nicht. Die Banken, die diese Rupien aufbewahren, haben eine Menge Geld, erhalten Zinsen auf diese Rupien und können damit spielen. Ich weiß nicht, wer dafür verantwortlich ist, unsere Zentralbank oder die indische Zentralbank.“

Glazyevs ernste Warnungen lassen sich kurz und bündig so zusammenfassen, dass es Aufgabe der NDB wäre – auf Drängen der BRICS-Führung – eine Konferenz globaler Experten zu veranstalten und diese für eine öffentliche Diskussion zu öffnen. Glazyev beschwor die Metapher eines Fahrrads, das immer weiter rollt – warum also ein neues Fahrrad erfinden? Nun, die – multipolare – Zeit ist reif für ein neues Hyperschallfahrrad.

Studie: Gefährliche Spätfolgen – Gürtelrose-Impfung erhöht Risiko für Gürtelrose am Auge

Studie: Gefährliche Spätfolgen – Gürtelrose-Impfung erhöht Risiko für Gürtelrose am Auge

Studie: Gefährliche Spätfolgen – Gürtelrose-Impfung erhöht Risiko für Gürtelrose am Auge

Mit Gürtelrose ist nicht zu spaßen: Zoster-Infektionen bedeuten für Betroffene nicht nur starke Schmerzen, es drohen auch Spätfolgen. Insbesondere der Zoster ophthalmicus, die Gürtelrose am bzw. im Auge, kann zu dauerhaften Einschränkungen wie der Erblindung des betroffenen Auges führen. Dass man Gürtelrose mit Impfungen entgegenwirken will, ist daher durchaus verständlich. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass der Schuss nach hinten losgehen kann.

Varicella-Zoster-Viren führen bei der Erstinfektion zu Windpocken. Unser Körper reagiert darauf mit der Bildung entsprechender Antikörper: Die Viren ziehen sich daraufhin in die Ganglien (Nervenknoten) zurück und verharren dort inaktiv. Problematisch wird es, wenn sie reaktiviert werden – etwa durch eine Schwächung des Immunsystems. Dann entwickelt sich eine Gürtelrose.

Ist der Nervus ophthalmicus, der für die sensible Versorgung unserer Augenregion zuständig ist, betroffen, handelt es sich um eine Gürtelrose am Auge (Zoster ophthalmicus). Diese muss in jedem Falle frühzeitig behandelt werden, weil Komplikationen zu empfindlichen Spätfolgen führen können: Möglich ist nicht nur ein teilweiser Sehkraftverlust auf dem betroffenen Auge, sondern auch eine Erblindung.

Impfung erhöht Risiko, statt es zu senken

Eine Studie zeigte nun, dass Menschen, die mit einem rekombinanten Zoster-Impfstoff geimpft wurden, nicht etwa ein niedrigeres Risiko für einen Zoster ophthalmicus haben, sondern ein höheres. Verglichen wurden in der Arbeit die Daten von 12.762 ungeimpften Personen mit denen von 3.646 geimpften. Alle hatten eine Vorgeschichte von Zoster ophthalmicus. Unter den Impflingen war das Risiko für ein Rezidiv, also ein Wiederauftreten der Infektion, in den ersten 8 Wochen nach der Impfung um das 1,6-Fache erhöht.

Leider ist nichts über Schweregrad und Folgen der Erkrankungen bekannt, da diese Informationen den Daten, die zur Analyse verwendet wurden, nicht zu entnehmen waren.

Bekannte Beschwichtigungen

Die Hauptautorin der Studie, Dr. Nisha Acharya, bemühte sich zwar, der Epoch Times gegenüber hervorzuheben, dass dieses Risiko nicht stark erhöht sei. Für eine Änderung von Impfempfehlungen sei es zu früh, die Daten bedeuteten auch nicht, dass Menschen, die sich schon infiziert haben, nicht geimpft werden sollen. Sie zeigt sich zuversichtlich, dass der Nutzen der Impfung das Risiko überwiegt.

Zur Einordnung sei an dieser Stelle allerdings darauf hingewiesen, dass Dr. Nisha Acharya auch an einer von den National Institutes of Health finanzierten Studie aus dem Jahr 2021 mitwirkte, die eine hohe Wirksamkeit der rekombinanten Zoster-Impfung gegen Gürtelrose im Auge nachgewiesen haben will. Problematisch: Man arbeitete mit Daten von knapp 4.850.000 Menschen, von denen aber nur sage und schreibe 3,7 Prozent nach Impfschema vakziniert waren – die naturgemäß geringe Zahl an Erkrankungen in der kleinen Gruppe der Impflinge (es gab nur 30 Fälle) macht aussagekräftige statistische Auswertungen unmöglich. So lag die Inzidenz bei Impflingen in der Altersgruppe von 50 bis 59 Jahren bei 0, weil hier keine Fälle auftraten. Bei anderen Altersgruppen wurden gar keine genauen Fallzahlen mehr angegeben, weil das den Datenschutz der Patienten beeinträchtigt hätte. Solche Angaben sind wertlos.

Obendrein gibt man in der Diskussion an, dass geimpfte Individuen angeblich kränker seien als ungeimpfte und dass dies bei der Einschätzung der Impfwirksamkeit berücksichtigt werden müsste. Vom Healthy Vaccinee Effect (demzufolge man bei kranken Menschen naturgemäß auf eine zusätzliche Belastung durch die Impfung lieber verzichtet, sodass die Gruppe der Impflinge tendenziell gesünder ist, nicht kränker) hat man dort offenkundig noch nie etwas gehört. Dieser oft vernachlässigte Effekt sorgt dafür, dass die Impfwirksamkeit gern überschätzt wird – die Autoren behaupteten derweil das exakte Gegenteil. Es kann leider nicht davon ausgegangen werden, dass eine mangelhafte Wirksamkeit der Impfung von diesen Wissenschaftlern überhaupt als denkmöglich erachtet wurde.

Impfung löst Immunreaktion und somit Gürtelrose aus

Das laut der neuen Studie erhöhte Risiko für ein Gürtelrosen-Rezidiv am Auge erklärt Dr. Acharya mit einer durch die Impfung ausgelösten Reaktion des Immunsystems auf die Virusreste im Auge. Die Bekämpfung der Viren führe zu einer Entzündung und so zum erneuten Auftreten der Gürtelrose. Sie und die übrigen Studienautoren empfehlen daher, dass Menschen mit einer Vorgeschichte von Zoster ophthalmicus nach der Impfung speziell überwacht werden.

Ob der von der Pharmaindustrie und pharmafreundlichen Behörden wie den NIH kolportierte Nutzen wirklich die Risiken übersteigt, sollte jeder Mensch am Ende selbst für sich beurteilen. Studienergebnisse wie jene zur Reaktivierung von Zoster-Infektionen im Auge zeigen jedenfalls, dass mit Arzneimitteln und Impfstoffen in biologische Prozesse eingegriffen wird, die der Mensch in Wahrheit noch nicht ausreichend versteht. Nicht alle Konsequenzen solcher Interventionen zeigen sich zeitnah.

EON Chef – Birnbaum spricht Klartext – ein bisschen

EON Chef – Birnbaum spricht Klartext – ein bisschen

EON Chef – Birnbaum spricht Klartext – ein bisschen

Windparks an der falschen Stelle und warum der Strom günstiger werden könnte

Oft wundert die Unfähigkeit zum Klartext bei Spitzenmanagern. Sie sind nur befristet Angestellte, abhängig von Aufsichtsräten, und sie wollen gutes Geld verdienen. Bedenkt man diese Umstände, hat sich der Eon-Vorstandsvorsitzende Leonhard Birnbaum schon sehr deutlich geäußert. 

Von Frank Hennig

Eon-Chef Leonhard Birnbaum gab ein sehr aufhellendes Interview bei n-tv. Vorrangig ging es um die Netzentgelte, insgesamt aber werden die Fehlsteuerung im System und das absehbare Desaster deutlich. Wir sehen den Chef eines Großkonzerns, der unbequeme Fakten benennt und trotzdem den großen Kurs akzeptiert.

Die Fachjournalisten eröffnen mit der Frage, wann denn der Tag käme, an dem die günstigen Stromerzeugungspreise der „Erneuerbaren“ an die Kunden weitergegeben würden. Kaum vorstellbar, dass sie tatsächlich nicht die Zusammensetzung des Strompreises kennen, aber für den Beginn eines Interviews sind einfache Fragen üblich, um die Möglichkeit einer grundsätzlichen Antwort zu geben. Herr Birnbaum verweist auf die Belastungen auf den Strompreis und erwähnt sogar, dass die Integration des Naturstroms ins Netz Geld kostet, weil Reserven, wie Batterien, bezahlt werden müssten.

„Solar produziert den billigsten Strom, aber nicht in der Nacht.“

Loriot hätte an dieser Stelle „ach, was?“ gesagt. Dann steigern die Fragesteller die Spannung durch eine provokante Frage:

– „Dann wird der Strom durch die Energiewende teurer?“

– „Nein. Es gibt einfach neue Komponenten, die zusätzlich bezahlt werden müssen.“

Also: ja statt nein. Früher sei es kein Problem gewesen, weil die konventionelle Reserve das System stabilisiert habe.

„Aber die Kernkraftwerke wurden abgeschaltet, demnächst folgt die Kohle. Stattdessen wird eine Gasreserve geplant, die bezahlt werden muss.“

Erst, wenn alle Projekte gebaut und abgeschrieben sein würden, käme eine tolle Zeit. Unklar ist, ob er den Zeitraum 2060 oder 2070 meint. Das erinnert an die Prophezeiungen realsozialistischer Zukunftsvorschau: So, wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben. Das Paradies kommt später.

Zur aktuellen Lage nennt er das Kraftwerk Isar 2, 1.500 Megawatt Leistung, 8.000 Betriebsstunden im Jahr, 12 Milliarden Kilowattstunden Stromproduktion pro Jahr. Für die gleiche Menge müsste man nun 12.000 Megawatt Solarleistung installieren. Die produzieren aber, siehe oben, nicht in der Nacht.

Es scheint eine stille Übereinkunft zu geben zwischen den Fragestellern und dem Befragten, nicht zu thematisieren, dass Isar 2 ja schon abgeschaltet ist, aber weder 12.000 Megawatt Photovoltaik mitsamt Flächen, Leitungen, Anschlüssen, Transformatoren, Speichern, zusätzlich verfügbar sind. Diese Frage unterbleibt, stattdessen die vernebelnde Aussage:

„Die günstige Solarenergie hat Nebenkosten.“

Kosten sind das eine, Versorgungssicherheit das andere. Kein Thema in diesem Interview. Die Ziele (2030 80 Prozent „erneuerbar“, 2040 100 Prozent) werden als gegeben hingenommen, ohne jede Erörterung der Plausibilität der zur Verfügung stehenden Kräfte, Mittel und Finanzen.

„Das klingt nach steigenden Strompreisen“,

ist dann eher eine Feststellung als eine Frage. Dies zu bejahen, so viel Energiewende-Defätismus kann sich ein hochrangiger Manager in Deutschland schon aus Gründen der politischen Korrektheit nicht leisten. Der Aufsichtsrat soll seinen Vertrag verlängern und dieser verfolgt auch politische Ziele. Also weicht er der Frage aus und kündigt an, dass es trotzdem für die Haushaltskunden günstiger werden könne, wenn auch bei Wärme und Mobilität der Umstieg gelänge.

Kurz zusammengefasst: Wir haben weniger und teureren Strom, aber wenn der auch für Wärme und Mobilität eingesetzt wird, kann es günstiger werden. Um bei Loriot zu bleiben: Früher war nicht so viel Lametta.

Weil der Energiewendekurs nicht kritisiert werden soll, schimpft Herr Birnbaum noch ein wenig auf die Windkraft-Investoren, die an den falschen Stellen bauen würden und so die Netz- und Systemkosten treiben. Sie würden die Anlagen dort bauen, wo viel Wind weht, aber eben weitab der Verbrauchszentren. Das tun die, um möglichst viel Geld zu verdienen. Ach, was?

Besser für die Netzbetreiber wie Eon wären Windkraftanlagen am Berliner Stadtrand, weil die kaum abgeregelt werden müssten. Im Berliner Raum beträgt die kumulierte Windenergieleistung nach Angaben des Handelsblatts 19 Kilowatt pro Quadratkilometer. In Schleswig-Holstein sind es 541. An dieser Stelle hätte ich dann keine Fragen mehr an Herrn Birnbaum gehabt.

Als Beispiel für eine bessere Lösung führt er Texas an, wo die Windkraftinvestoren selbst das Risiko tragen, wenn sie an falscher Stelle im Netz investiert haben und dann wegen Überlastung abgeschaltet werden müssen. An dieser Stelle auf das anarchische und nicht mehr zeitgemäße EEG hinzuweisen, das dringend reformiert werden müsste, so verwegen ist der Manager dann doch nicht. Die Ansage an die „Erneuerbaren“ könnte nur sein: raus aus dem Streichelzoo.

Herr Birnbaum findet es toll, dass die Netzbetreiber immer mehr gebraucht würden, 3.500 Leute seien eingestellt worden. Die Kosten gehen an die Kunden. Noch eine Position, die seiner vorherigen Aussage widerspricht, es könne für die Kunden günstiger werden.

Nur verhalten kommt der Hinweis auf das schlechte Energiewendemanagement.

„Es ist fast egal, ob wir unsere Ausbauziele (gemeint sind die Windparks) für 2030 erreichen. Entscheidend ist das Netz. Das Gigawatt Wind oder Solar kann zwei oder drei Jahre später fertig sein, wenn bis dahin das Netz ausgebaut ist. Umgekehrt wird’s teuer.“

Das ist der springende Punkt, der eigentlich zu einem Ausbaumoratorium der „Erneuerbaren“ führen müsste, bis der Netzausbau nachfolgt. Diese Forderung erhebt er nicht, denn gegen die politische Macht dieser Branche kommt er ohnehin nicht an.

Die Investitionsplanung wurde von 20 auf 33 Milliarden Euro angehoben. Rechnungsadresse? Die Kunden, deren Strompreise günstiger werden könnten, siehe oben.

Die bange Frage der Interviewer am Schluss, ob denn über die Entwicklung ausreichend und ehrlich gesprochen wird, führt zur Aussage, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung eine negative Entwicklung wahrnehmen.

„Eine große gesellschaftliche Transformation über einen längeren Zeitraum gegen die Mehrheit der Gesellschaft voranzutreiben, wird schwierig.“

Deswegen müsse mehr das Gespräch gesucht werden. Kann man machen, aber das Lametta ist so gut wie weg.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

Nicht bei diesem Interview aber bei FOCUS sagte  der Vorsitzende von EON Birnbaum

„Das Stromnetz ist klar am Limit“[1]

d.h. das Stromnetz ist bereit am Kollabieren, weil das n – 1 Kriterium schon seit Ende 2022 nicht mehr eingehalten wird.

Mirjam König, Teamleiterin Systemverhalten im Bereich strategische Netzplanung, und leitete 2022 die Winteranalysen der vier großen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) – besser bekannt als „Stresstest“, folgendes: „Es wurden Zustände gefunden, in denen bereits ein n-1-Fehler für eine Systemunterbrechung ausreichen würde. Das heißt, wenn zum Beispiel ein Blitz einschlagen würde, dass so eine Leitung ausfällt, dann könnte das Stromnetz außer Gleichgewicht geraten. Das ist schon beachtlich! Das Netz wäre somit nicht mehr n-1-sicher, dabei ist die n-1-Sicherheit ein Grundprinzip der deutschen Netzplanung.

[1] https://www.focus.de/finanzen/news/zu-wenig-zu-spaet-e-on-chef-schlaegt-alarm-das-netz-ist-ganz-klar-am-limit_id_259697059.html

 

Von Memen zu Doxxing: Demaskierung der NATO-Strategie zur Informationskriegsführung

Von Memen zu Doxxing: Demaskierung der NATO-Strategie zur Informationskriegsführung

Von Kit Klarenberg

Im November 2023 veröffentlichte das NATO-Kompetenzzentrum für die Bekämpfung hybrider Bedrohungen ein beunruhigendes „Arbeitspapier“ mit dem Titel „Humor in der Online-Informationskriegsführung: Fallstudie zu Russlands Krieg gegen die Ukraine“. Es wurde von den Medien nicht beachtet. Der Inhalt bietet jedoch einen beispiellosen Einblick in die heimtückische Bewaffnung der Militärallianz mit sozialen Medien, um die öffentliche Wahrnehmung zu verzerren und Zustimmung für einen Krieg zu erzeugen. Sie werfen auch ernste Fragen über das „Online-Trolling“ von Dissidenten im letzten Jahrzehnt und darüber hinaus auf.

Das Arbeitspapier untersucht angeblich „Beispiele für den effektiven Einsatz von Humor zur Bekämpfung von Desinformation und Propaganda in Online-Räumen am Beispiel von Russlands Krieg gegen die Ukraine“. Es kommt zu dem Schluss, dass „humoristische Reaktionen … im Informationsraum und im physischen Bereich für die Ukraine und die NATO mehrere eindeutige Vorteile mit sich bringen“.

Das Papier, das erklärtermaßen eine „praktische Überprüfung mit dem Ziel ist, Beispiele für bewährte Praktiken sowohl von Regierungen als auch von der Zivilgesellschaft“ für eine breitere künftige Anwendung zu ermitteln, empfiehlt westlichen Staaten, Streitkräften sowie Sicherheits- und Nachrichtendiensten, die Kunst des Online-Spottes unter der Ägide der „Gegendesinformation“ zu beherrschen.

Es wird behauptet, dass „Humor … die Teile erreicht, die andere Gegenmaßnahmen – wie Faktenüberprüfung oder Aufklärung der Mediennutzer – nicht erreichen können“. Der massenhafte Einsatz von Memen hat außerdem den Vorteil, dass er die Algorithmen von Social-Media-Plattformen ausnutzt und sich an ein Publikum wendet, das nicht dazu neigt, ‚langweilige‘ Produkte zu konsumieren.

Wie wir noch sehen werden, liegt der wahre Wert des Einsatzes von „Humor“ für die NATO in der Verzerrung der Realität auf dem Schlachtfeld in der Ukraine – und auf künftigen Schauplätzen westlicher Stellvertreterkonflikte – für den öffentlichen Konsum. In der Zwischenzeit kann jeder Nutzer sozialer Medien, der von den von der NATO befürworteten Darstellungen abweicht, intensiven Schikanen ausgesetzt werden, die ihn und seine Botschaft „bei einem großen Teil des Online-Publikums“ diskreditieren, wenn nicht sogar ganz aus den digitalen Informationsräumen vertreiben. Das Arbeitspapier befürwortet die Schaffung einer Armee von „Privatbürgern“ zu diesem Zweck.

‚Unglaublich ernst‘

Das Papier beginnt mit der Feststellung, dass „staatlich unterstützte Parodie und Spott über den Feind in Konflikten nichts Neues sind“, und zitiert die satirische Zeitung Wipers Times, die während des Ersten Weltkriegs an die britischen Soldaten in den Schützengräben der Westfront verteilt wurde, und den BBC German Service, der „Hitler mit Humor bekämpfte“. Heute jedoch „haben die sozialen Medien den Zugang und das Publikum demokratisiert“, so dass „das Spielfeld für selbstmotivierte Privatpersonen geöffnet“ wird und „sie sich zu informellen Kollektiven zusammenschließen können, um mehr Wirkung zu erzielen“.

Mehrere Fußnoten weisen darauf hin, dass die Bewaffnung des Spottes ein langjähriges Ziel der NATO ist. Es wird ein von der Militärallianz 2017 veröffentlichter Bericht mit dem Titel „StratCom Laughs: in search of an analytical framework“ zitiert, während eine akademische Studie mit dem Titel „Building a meme war machine: A comparative analysis of memetic insurgencies in cyberspace“ (Eine vergleichende Analyse von memetischen Aufständen im Cyberspace) „in Vorbereitung“ ist. Die erstgenannte Studie sorgte bei ihrer Veröffentlichung für Aufsehen im Mainstream. Sie wurde ihrerseits durch ein von der NATO gesponsertes Papier inspiriert, das zwei Jahre zuvor von Jeff Giesea, einem Tech-Guru und Mitarbeiter von Peter Thiel, verfasst worden war und in dem erklärt wurde:

„Trolling … ist das Äquivalent zum Guerillakrieg in den sozialen Medien, und Meme sind die Währung der Propaganda. Daesh führt memetische Kriegsführung. Der Kreml tut es auch. Es ist kostengünstig. Die Möglichkeiten sind vorhanden. Warum versuchen wir es nicht?“

„StratCom Laughs“ war sehr einflussreich. Im Mai 2021 stimmte das Zentrum für strategische Kommunikation und Informationssicherheit der ukrainischen Regierung den Ergebnissen uneingeschränkt zu und zählte die Vorteile des „propagandistischen Humors“ auf.

Dazu gehörten: „[Die] Wahrnehmung wird weniger kritisch; [es werden] allgemeine Kontexte verwendet, um Botschaften zu vermitteln, denen das Publikum zustimmt; [es wird] alles auf das ‚Offensichtliche‘ vereinfacht; [es werden] klare Gruppen gebildet: starke und intelligente ‚wir‘ und ungeschickte und dumme ’sie‘. Natürlich assoziiert sich das Publikum mit den Ersteren und beginnt, die Letzteren zu verachten“:

„Ein vereinfachtes, verwaltetes Verständnis lässt sich vom Publikum leicht verbreiten und schafft den notwendigen sozialen Kontext für Propagandisten.“

Von Memen zu Doxxing: Demaskierung der NATO-Strategie zur InformationskriegsführungTitelseite der Fallstudie des Europäischen Kompetenzzentrums für die Bekämpfung hybrider Bedrohungen, verfasst von Keir Giles

Es ist ein höchst glücklicher Zufall, dass die North Atlantic Fella Organization (NAFO) nach Russlands Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 gegründet wurde. Das riesige, angeblich basisdemokratische Twitter-Troll-Kollektiv, das an den „Doge“-Profilbildern zu erkennen ist, attackiert unerbittlich „Vatniks“ – russische Beamte und jeden, der nicht auf der Linie der NATO im Stellvertreterkrieg gegen die Ukraine liegt – mit einer bösartigen Mischung aus Absurdität, Ad-hominem, Memes und Spott, während es gleichzeitig Geld für die Kriegsanstrengungen Kiews sammelt. Die Gruppe verkörpert die Verlautbarungen von „Stratcom Laughs“ auf den Punkt.

NAFO nimmt in dem Arbeitspapier einen wichtigen Platz ein, wobei einige Aktivisten ausführlich zitiert werden. Es wird darauf hingewiesen, dass das Kollektiv „aus einer Fundraising-Initiative“ für die Georgische Legion entstanden ist, eine brutale paramilitärische Gruppierung, die im Stellvertreterkrieg aktiv ist. Unerwähnt bleibt, dass unabhängige Finanzierungsbemühungen notwendig sind, weil eine formelle Unterstützung der Gruppe durch westliche Regierungen politisch und rechtlich nicht durchführbar ist. Ihre Mitglieder rühmen sich offen, abscheuliche Kriegsverbrechen zu begehen, insbesondere die kaltblütige Hinrichtung unbewaffneter, gefesselter russischer Kriegsgefangener.

Der Gründer der NAFO, Kamil Dyszewski, ist ein Hitler verehrender Antisemit, der weiße supremistische Massenmörder heroisiert hat. Das NATO-Papier zitiert ihn mit den Worten: „Alle [Russen] sehen sich selbst als unglaublich ernst und wichtig an“, so dass sie „damit zu kämpfen haben, dass man sich über sie lustig macht“. Diese Sichtweise deckt sich perfekt mit der Sichtweise des Militärbündnisses zur psychologischen Online-Kriegsführung. In dem Arbeitspapier heißt es wiederholt: „Russische und pro-russische Einzelpersonen und Organisationen reagieren sehr empfindlich auf Spott und zeigen eine Unfähigkeit, damit umzugehen, dass sie zum Objekt des Spottes werden.“

‚Mut und Einfallsreichtum‘

In dem Arbeitspapier wird NAFO als „ideale Struktur und ideales Format“ für die „Bekämpfung von Desinformation, vor allem durch den Einsatz von Humor und Spott“ bewertet. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Bemühungen der Gruppe „das Basismaterial für Memes in Form von Bildern und Videos aus erster Hand über russische Misserfolge oder ukrainische Entschlossenheit liefern“. Diese Fähigkeit steigerte „die Reaktionsfähigkeit und die Wirkung“ der „Informationskampagnen“ Kiews, die beispielsweise „entscheidend“ dazu beitrugen, „F-16-Kampfflugzeuge aus amerikanischer Produktion“ im August 2023 zu sichern.

Diese Auszüge sind bemerkenswert, denn während der ersten 18 Monate des Stellvertreterkonflikts beherrschten „russisches Versagen“ und „ukrainische Entschlossenheit“ die westliche Medienberichterstattung über den Krieg absolut. Das Narrativ, dass die Invasion ein komplettes Desaster und eine riesige Blamage für Moskau war und Kiew einen beherzten Außenseitersieg erringen und die Invasoren zurückdrängen, wenn nicht sogar in den Kreml einmarschieren konnte, solange genügend westliche Wunderwaffen eintrafen, war allgemeingültig und unbezwingbar.

In Wirklichkeit gab es zwar zweifellos von Anfang an viele „russische Fehler“ und „ukrainische Entschlossenheit“, aber Kiew war innerhalb weniger Wochen wirtschaftlich und militärisch verkrüppelt. Bei der „militärischen Sonderoperation“ ging es nicht darum, jeden Zentimeter des Landes zu erobern, sondern die Regierung von Wolodymyr Zelenski zu zwingen, die Minsker Vereinbarungen umzusetzen und die Neutralität zu erklären. Dies wäre im April 2022 durch von der Türkei vermittelte Friedensgespräche fast erreicht worden. Doch der damalige britische Premierminister Boris Johnson flog nach Kiew und bot den Ukrainern den Blankoscheck an, weiter zu kämpfen.

Angesichts des Ausmaßes der ukrainischen Verluste, der katastrophalen Lage, in der sich das Land vom ersten Tag der russischen Invasion an befand, und der geheimdienstlichen Verstrickungen Großbritanniens und der USA, die den Konflikt herbeiführten und die von den Regierungen und Medien des Westens verschwiegen wurden, erschien es objektiv vernünftig, angemessen und moralisch, Kiew zu unterstützen und zu bewaffnen. Schließlich kämpften sie gegen einen Feind, der das absolut Böse und die Inkompetenz verkörperte. Zum Glück war NAFO immer zur Stelle, um die Öffentlichkeit unerbittlich an beide Eigenschaften zu erinnern – vor allem an letztere.

„Stratcom Laughs“ hatte gesiegt. Die öffentliche Wahrnehmung wurde „unkritischer“ gemacht. Ernste, komplexe Fragen wurden auf „das Offensichtliche“ vereinfacht. Es wurden „klare Gruppen“ geschaffen – „starke und intelligente ‚wir‘ und ungeschickte und dumme ’sie‘.“ Und das westliche Publikum assoziierte sich „natürlich“ mit den Ersteren, während es die Letzteren „verachtete“. Umfragen zeigen, dass nur einer von zehn Europäern an einen Sieg der Ukraine glaubt, wobei die meisten glauben, dass eine „Kompromisslösung“ der einzige Weg zur Beendigung des Konflikts ist.

Im Juni 2023 startete die Ukraine eine „Gegenoffensive“. Ursprünglich sollte die Offensive schon Monate früher beginnen, wurde aber aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen und verspäteter Waffenlieferungen stark verzögert. Beamte in Kiew, viele westliche Journalisten und Experten sowie die NAFO haben die Bemühungen im Vorfeld stark angepriesen. Die Gruppe veröffentlichte zahlreiche Memes – einige warben für eine Strandparty für „Kerle“ auf der Krim in diesem Sommer, andere zeigten „Orks“ auf der Flucht vor Leopardenschwärmen.

Letzteres beruhte auf der von den ukrainischen politischen und militärischen Führern und den westlichen Medien gern verbreiteten Behauptung, Moskaus Soldaten würden aus Angst vor deutschen Leopard-2-Panzern ihre Stellungen aufgeben, wenn die gepanzerten Fahrzeuge vorrücken. Stattdessen wurden sie mit Leichtigkeit durch ausgedehnte Minenfelder in die Luft gesprengt, die von den russischen Streitkräften angelegt worden waren, während sie auf den Beginn der Gegenoffensive und kostengünstige Lanzendrohnen warteten.

Innerhalb von nur einem Monat hatte die Ukraine 20 % der vom Westen gelieferten Fahrzeuge und Panzerungen verloren, ohne dass sie etwas dafür tun konnte. Dies war auch der Fall, als die Gegenoffensive Ende 2023 im Sande verlief und nur 0,25 % des in der Anfangsphase der Invasion von Russland besetzten Gebiets zurückgewonnen wurden. In der Zwischenzeit dürfte die Zahl der Todesopfer 100.000 überschritten worden sein. Dies kann in jeder Hinsicht nur als eine absolut schreckliche Katastrophe bezeichnet werden.

Die Washington Post veröffentlichte im Dezember desselben Jahres einen ausführlichen Bericht über die Gegenoffensive. Daraus geht hervor, dass neben anderen Fehlern ein fataler Fehler bei der Planung des Einsatzes – die vom Pentagon überwacht wurde – darin bestand, dass man davon ausging, die Russen würden in vielen Gebieten fliehen. Alternative Szenarien wurden nicht in Betracht gezogen. Das Wall Street Journal hat auch andere ungeheuerliche strategische Mängel aufgezeigt, die das Unglück der Gegenoffensive unausweichlich machten:

„Westliche Militärs wussten, dass Kiew weder über die nötige Ausbildung noch über die Waffen – von Granaten bis hin zu Kampfflugzeugen – verfügte, um die russischen Streitkräfte zu vertreiben. Aber sie hofften, dass der ukrainische Mut und Einfallsreichtum den Sieg davontragen würden.“

Es scheint, dass die Ukrainer auf eine Selbstmordmission geschickt wurden, weil westliche Militärapparatschiks der simplen, irreführenden Propagandaerzählung vom „russischen Versagen“ und der „ukrainischen Entschlossenheit“ auf den Leim gegangen sind. Mut und Einfallsreichtum sind bewundernswerte Eigenschaften, die die Ukrainer seit Februar 2022 immer wieder unter Beweis gestellt haben. Aber sie sind kein Ersatz für Landminen, Panzer, Kampfflugzeuge, Artilleriegeschosse und andere Kriegswaffen – geschweige denn für diese. Dass diese selbstverständliche Tatsache so viele Menschenleben gekostet hat, ist eine sträfliche Tragödie.

Nobody has all the details but one thing is clear: this counteroffensive will rewrite military history.#Ukraine has stuff in the pipeline the Russians will never see coming. And much of what they do see coming, they won’t be able to stop anyway. #SpringIsComing ??

— Jessica Berlin (@berlin_bridge) May 6, 2023

‚Aufwärts stoßen‘

In dem Arbeitspapier wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Bewaffnung mit Humor „Kosten“ für „Gegner“ und „Aggressoren“ mit sich bringt. Widersprüchlicherweise wird jedoch eingeräumt, dass „die direkten Auswirkungen auf Russland selbst schwer zu messen sind“. In der Tat scheint es unwahrscheinlich, dass Kreml-Beamte und russische Soldaten an der Frontlinie durch den Spott anonymer westlicher Social-Media-Nutzer irgendwelche „Kosten“ erleiden. Dies wirft die offensichtlichen Fragen auf, warum dieser Ansatz als wirksam angesehen wird und wer die wahren „Gegner“ im komödiantischen Fadenkreuz der NATO sind.

Einen Anhaltspunkt bietet eine Passage, in der gefeiert wird, dass „der Gesamteffekt einer auf Humor aufgebauten Gemeinschaft darin besteht, den Spieß auf den Plattformen der sozialen Medien umzudrehen“. Infolgedessen werden „die Einflussnehmer und andere Diener autoritärer Regime, die so lange im Vorteil waren, zur Zielscheibe und nicht mehr zu den Verursachern von Spott und Missbrauch“:

„Dies führt dazu, dass sowohl russische Beamte als auch ihr ausgedehntes Netzwerk von Beeinflussern, Ermöglichern und Trollen erkennen, dass sie sich massiver Lächerlichkeit und Spott aussetzen, wenn sie sich entscheiden, einem kriminellen Regime zu dienen.“

„Beeinflusser, Ermöglicher und Trolle“: Journalisten, Forscher, Aktivisten und Privatpersonen, die es wagen, „falsche“ Meinungen zu äußern oder unbequeme Wahrheiten im Internet zu veröffentlichen, die die von der NATO unterstützten Darstellungen in Frage stellen, sind Anti-Kriegs-, Anti-NATO- und Anti-Empire-Journalisten. Dies ist bei mir mit Sicherheit der Fall. Das Arbeitspapier zitiert mich kurz und bündig als Antwort auf die kindischen Beschimpfungen eines Verleumders auf Twitter als Beispiel dafür, dass „diejenigen, die sich öffentlich gegen Russland, China oder andere feindliche Regime stellen, mit Konsequenzen durch das feindliche Regime selbst oder durch seine Agenten und Sympathisanten rechnen müssen.“

An anderer Stelle befürwortet das Papier Belästigung, Stalking, Doxxing und die Erstellung von Parodie-Accounts solcher „Influencer, Enabler und Trolle“, warnt aber auch vor den „potenziellen Gefahren“, denen „Einzelpersonen ausgesetzt sind, die es mit autoritären Propagandastrukturen aufnehmen“. Ein NAFO-Aktivist wird mit den Worten zitiert: „Ich habe gesehen, wie Leute gedoxt und belästigt wurden, und das sieht nicht nach Spaß aus. Ich möchte, dass meine Familie in Sicherheit ist“. Dieses Gefühl wird zweifellos von vielen Zielpersonen der NAFO geteilt – aber da sie „einem kriminellen Regime dienen“, sind sie aus Sicht der NATO Freiwild.

Das Arbeitspapier wurde von Keir Giles, einem Mitarbeiter des britischen Verteidigungsministeriums, verfasst. Daraus geht hervor, dass er „kurzzeitig versucht hat, seinen Lebensunterhalt als Stand-up-Komiker zu verdienen“ und daher „weiß, wie es sich anfühlt, wenn ein Witz daneben geht“. Eine Entschuldigung, die er kürzlich für baltische Nazi-Kollaborateure verfasst hat, die in den Holocaust verwickelt waren, und in der er behauptete, sie würden missverstanden, wurde sicherlich nicht mit viel Humor aufgenommen. Seit einiger Zeit wirbt er für die Erstellung eines eigenen Parodie-Kontos über keinen Geringeren als mich.

Ironischerweise hätte ich die Beiträge des Kontos amüsant gefunden, wenn sie tatsächlich lustig gewesen wären. Stattdessen hat es sich über die Opfer von sexuellem Missbrauch lustig gemacht und sich auch in Antisemitismus geübt. Ende Januar veröffentlichte das Parodie-Konto einen Beitrag, in dem es sich über mich lustig machte, weil ich als Kind wegen meines Namens gequält wurde. Ich wusste nicht, dass diese lahmen Versuche, mich lächerlich zu machen, eine gezielte Operation der psychologischen Kriegsführung der NATO waren.

Der letztgenannte Beitrag fand wenig Anklang, und als Reaktion darauf äußerten viele Twitter-Nutzer Schock und Abscheu über ein solches Mobbingverhalten. Dies unterstreicht ein weiteres Manko des NAFO-Ansatzes: Der unverhohlene, völkermörderische Hass der Gruppe auf Russland und alle Russen ist so extrem, dass sie ihr Publikum häufig so weit zurückstoßen, dass es sich fragt, ob es die falsche Seite unterstützt, wenn es die Ukraine unterstützt. Wie der mit Alexej Nawalny verbündete Leonid Wolkow feststellte, unterstützt dieser Output zudem aktiv die Propagandastrategien des Kremls.

Die linksalternative Comedy-Legende Stewart Lee hat über den Mangel an rechten Stand-up-Comedians geschrieben. Er führt dieses Defizit darauf zurück, dass es in der rechten Politik überwiegend darum geht, nach unten zu schlagen, was schlicht und ergreifend nicht witzig ist, während performative Comedy „ein heroischer kleiner Kampf“ ist, der „immer nach oben schlagen sollte“:

„Wer kann schon auf einer Bühne stehen, seinen Sieg bejubeln und diejenigen verhöhnen, die weniger Glück haben als er, ohne jeden Sinn für Ironie, Scham oder Selbsterkenntnis? Das ist kein Stand-up-Comedian. Das ist einfach nur ein ‚C***‘.“

Das mag erklären, warum Keir Giles bei seinem Versuch, Stand-up-Comedian zu werden, gescheitert ist und warum seine „Witze“ bis heute nicht ankommen. Aber für alle Kriegsgegner ist sein Arbeitspapier nicht zum Lachen. Es ist ein Plädoyer für die Militärallianz, ein ständiges Online-Belästigungsbataillon aufzustellen, um ihnen psychologischen, emotionalen, persönlichen und beruflichen Schaden zuzufügen und gleichzeitig anständige Menschen davon zu überzeugen, die Unterdrückten zu hassen und die Unterdrücker zu bejubeln.

Keir Giles wurde wiederholt von MintPress News um einen Kommentar gebeten, hat aber bis zur Veröffentlichung nicht geantwortet.

Rechtsanwalt: „Rennen gegen die Uhr“ – Die Verjährung von Corona-Impfschäden naht

Rechtsanwalt: „Rennen gegen die Uhr“ – Die Verjährung von Corona-Impfschäden naht

Rechtsanwalt: „Rennen gegen die Uhr“ – Die Verjährung von Corona-Impfschäden naht

Vielen Impfgeschädigten fehlen Kraft und Hoffnung, vor Gericht für ihr Recht zu kämpfen. Die Verweigerungshaltung der Politik gegenüber einer umfassenden Corona-Aufarbeitung in Deutschland wird Verantwortliche nicht ewig schützen: Die Geschichte hat gezeigt, dass die Wahrheit sich früher oder später durchsetzt. Doch für Opfer der Impfung könnte es dann zu spät sein, um Ansprüche geltend zu machen: Die Verjährungsfrist beträgt nämlich nur drei Jahre.

Die Ansprüche von Personen, die durch eine Impfung im Jahr 2021 gesundheitliche Schäden erlitten haben, verjähren spätestens am 31.12.2024. Darauf wies Rechtsanwalt Tobias Ulbrich gestern in einem Tweet hin. Er erörtert, dass viele Menschen erst jetzt realisieren, dass ihr Vertrauen in den Staat und die Pharmaindustrie missbraucht wurde: „Bei fast allen kommt die Erkenntnis spät – fast zu spät, da die Uhr der Verjährung tickt.“

Seiner Einschätzung nach werden nur jene Menschen Entschädigungen für Impfungen im Kalenderjahr 2021 erhalten, die bis zum 31.12.2024 geklagt haben. Problematisch: Viele erhalten nicht sofort von ihrer Rechtsschutzversicherung eine Deckungszusage. Laut Ulbrich könne man daher schon jetzt attestieren, „dass es ein Rennen gegen die Uhr wird“.

Angesichts der Tatsache, dass die Aufarbeitung in Deutschland mehr als schleppend vonstattengeht, spielt die Verjährung der Pharmaindustrie und ganz besonders dem deutschen Staat in die Karten. Letzterer übernimmt schließlich die Haftung und sorgt dafür, dass die Geschädigten von Impfungen und Impfpolitik jedwede Entschädigung durch ihre Steuergelder selbst finanzieren. Obendrein droht der Politik ein beispielloser Gesichtsverlust: Sobald kritischere Urteile gefällt werden, wird nämlich auch für die letzten Gutgläubigen deutlich, dass der Impfzwang auf Lügen beruhte. Denn als nichts anderes wurden sämtliche Beteuerungen zu Wirksamkeit, Sicherheit und Qualitätskontrolle der experimentellen Gentherapeutika entlarvt. Wie viele sogenannte Long-Covid-Patienten könnten dann realisieren, dass ihre gesundheitlichen Probleme just nach einer Covid-Impfung einsetzten?

Der Verantwortlichen des Corona-Unrechts werden ihre Machtpositionen früher oder später verlieren und entsprechend nicht mehr in der Lage sein, die juristische Aufarbeitung zu verhindern. Für viele Impfopfer dürfte es dann jedoch zu spät sein, Entschädigungen einzufordern. Dann bleibt nur noch die Hoffnung, dass diesen Menschen zumindest medizinisch geholfen werden kann – und dass sie sich fortan gut überlegen, wem sie ihr Vertrauen schenken.

Eine multipolare Weltordnung

Eine multipolare Weltordnung

Russland, China und der Iran sind die wichtigsten geopolitischen Herausforderer der US-geführten Weltordnung.

Obwohl sie die Vorherrschaft der USA ablehnen, sitzen Russland und China als Juniormitglieder mit am Tisch der gegenwärtigen US-geführten Weltordnung. Sie haben einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat und sind Mitglieder der wichtigsten internationalen Organisationen wie IWF, Weltbank, WTO etc.

Ferner sind China und Russland die einzigen Staaten, deren Nuklearwaffenarsenale ausgereift genug sind, um mit den USA bis an die Spitze der militärischen Eskalationsleiter zu konkurrieren – ein Konzept, das beschreibt, wie die Schwere eines militärischen Konflikts zunehmen kann.

Mit anderen Worten: Das US-Militär kann Russland und China nicht ungestraft angreifen, weil sie einander bis zum totalen Atomkrieg – der Spitze der militärischen Eskalationsleiter – bekämpfen könnten.

Deshalb werden Russland, China und die USA davon abgehalten, in einen direkten militärischen Konflikt miteinander einzutreten. Sie alle wissen: „Der einzige Gewinn ist, nicht mitzuspielen“.

Das ist auch der Grund, warum es derzeit nicht so aussieht, als wollten Russland und China das Spielbrett umdrehen und ihre eigene neue Weltordnung schaffen, wie es Deutschland und Japan im Zweiten Weltkrieg versucht haben. Ein solches Vorgehen könnte zu einem nuklearen Armageddon führen.

Stattdessen wollen Russland, China und ihre Verbündeten die gegenwärtige Weltordnung von einer unipolaren in eine multipolare umwandeln und sich damit einen größeren Platz am Verhandlungstisch sichern.

Die USA und ihre Verbündeten wollen den unipolaren Status quo erhalten.

Der Konflikt findet unterhalb der Schwelle direkter kinetischer Kriegsführung statt – Stellvertreterkriege, Wirtschaftskriege, Finanzkriege, Cyberkriege, biologische Kriege, verdeckte Sabotage, Informationskriege und andere.

Das ist der Dritte Weltkrieg. Er ist in vollem Gange und eskaliert rapide.

Tatsächlich dauert der Dritte Weltkrieg bereits seit mehr als zehn Jahren an.

Auch wenn es kein genaues Datum für den Beginn des Dritten Weltkriegs gibt, können wir auf zwei Schlüsselereignisse in den Jahren 2013 und 2014 verweisen, die darauf hindeuten, dass ein Konflikt zwischen Russland, China und den USA – den weltweit größten Mächten – begonnen hat, der die Weltordnung neu gestalten wird.

Das erste war der Machtantritt von Xi Jinping im März 2013, nach dem klar wurde, dass China nicht länger damit zufrieden war, nur ein Junior-Mitglied der von den USA geführten Weltordnung zu sein. Peking wollte eine größere Rolle spielen, die seiner Größe entspricht. Das bedeutete, den USA mindestens ebenbürtig zu sein, wenn nicht sogar zur Weltmacht aufzusteigen.

Der zweite Grund war der von den USA unterstützte Staatsstreich in Kiew im Februar 2014, der mit dem gewaltsamen Sturz der korrupten, russlandfreundlichen ukrainischen Regierung endete, die durch eine korrupte, US-freundliche Regierung ersetzt wurde.

Die Ukraine ist Russlands wichtigster Nachbar. Slawische Länder wie Russland führen ihr kulturelles Erbe auf die Kiewer Rus‘ zurück – eine Föderation von Stämmen, die von den späten 800er Jahren bis in die frühen 1240er-Jahre in der Ukraine ansässig war.

Auch strategisch ist die Ukraine ein Juwel. US-Strategen träumen seit Langem davon, das Land in die NATO aufzunehmen. Dies würde wesentlich dazu beitragen, die militärische Macht Russlands zu kastrieren und Moskau zu isolieren.

Nach dem Staatsstreich in der Ukraine 2014 war Moskau davon überzeugt, dass die USA Russland endgültig unter ihre Kontrolle bringen wollten. Russland glaubte, keine andere Wahl zu haben, als zurückzuschlagen, vor allem, indem es sich mit China und anderen zusammentat, um die von den USA geführte Weltordnung in eine multipolare Ordnung umzuwandeln.

Meiner Meinung nach waren diese beiden Ereignisse der Beginn eines Konflikts zwischen den größten Mächten um die Neugestaltung der Weltordnung – des Dritten Weltkriegs. Seitdem hat er sich nur verschärft und könnte bald einen Wendepunkt erreichen, der alles verändert.

Das geopolitische Schachbrett

Meiner Meinung nach ist der Dritte Weltkrieg ein Konflikt zwischen zwei geopolitischen Blöcken.

Der erste Block besteht aus den USA und ihren Verbündeten (oder Vasallen), die an der unipolaren Weltordnung festhalten.

Ich zögere, diesen Block als „den Westen“ zu bezeichnen, weil die Leute, die ihn kontrollieren, Werte vertreten, die der westlichen Zivilisation widersprechen.

Eine passendere Bezeichnung wäre „NATO & Friends“.

Der andere Block besteht aus Russland, China, dem Iran und anderen Staaten, die eine multipolare Weltordnung befürworten.

Nennen wir sie BRICS+, was für Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika und andere interessierte Länder steht.

BRICS+ ist keine perfekte Bezeichnung, aber eine angemessene Darstellung der Länder, die eine multipolare Weltordnung befürworten.

Einige Länder lassen sich nicht eindeutig einer Kategorie zuordnen. Saudi-Arabien zum Beispiel ist ein wichtiger Verbündeter der USA und Mitglied der BRICS+. Ich habe diese Länder einer eigenen Kategorie der Blockfreien zugeordnet. Sie sind die Hauptkonkurrenten von NATO & Friends und BRICS+.

Unten sehen Sie eine ungefähre Karte des geopolitischen Schachbretts, wie ich es sehe. Klicken Sie hier, um es zu vergrößern.

In den folgenden Artikeln werde ich die sieben Bereiche betrachten, in denen der Dritte Weltkrieg stattfindet, und analysieren, welche Seite einen Vorteil hat.

Dann werde ich alles zusammenfassen, um zu sehen, wohin die Reise geht, und die Auswirkungen auf Investitionen diskutieren.