Horst D. Deckert

Meine Kunden kommen fast alle aus Deutschland, obwohl ich mich schon vor 48 Jahren auf eine lange Abenteuerreise begeben habe.

So hat alles angefangen:

Am 1.8.1966 begann ich meine Ausbildung, 1969 mein berufsbegleitendes Studium im Öffentlichen Recht und Steuerrecht.

Seit dem 1.8.1971 bin ich selbständig und als Spezialist für vermeintlich unlösbare Probleme von Unternehmern tätig.

Im Oktober 1977 bin ich nach Griechenland umgezogen und habe von dort aus mit einer Reiseschreibmaschine und einem Bakelit-Telefon gearbeitet. Alle paar Monate fuhr oder flog ich zu meinen Mandanten nach Deutschland. Griechenland interessierte sich damals nicht für Steuern.

Bis 2008 habe ich mit Unterbrechungen die meiste Zeit in Griechenland verbracht. Von 1995 bis 2000 hatte ich meinen steuerlichen Wohnsitz in Belgien und seit 2001 in Paraguay.

Von 2000 bis 2011 hatte ich einen weiteren steuerfreien Wohnsitz auf Mallorca. Seit 2011 lebe ich das ganze Jahr über nur noch in Paraguay.

Mein eigenes Haus habe ich erst mit 62 Jahren gebaut, als ich es bar bezahlen konnte. Hätte ich es früher gebaut, wäre das nur mit einer Bankfinanzierung möglich gewesen. Dann wäre ich an einen Ort gebunden gewesen und hätte mich einschränken müssen. Das wollte ich nicht.

Mein Leben lang habe ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. Seit 2014 war ich nicht mehr in Europa. Viele meiner Kunden kommen nach Paraguay, um sich von mir unter vier Augen beraten zu lassen, etwa 200 Investoren und Unternehmer pro Jahr.

Mit den meisten Kunden funktioniert das aber auch wunderbar online oder per Telefon.

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Kategorie: Nachrichten

Kategorie: Nachrichten

Schlappe für EZB-Globalisten: Slowakei verankert Bargeld-Garantie in der Verfassung

Immer wieder sind es die Regierungen der osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten, die tendenziell noch das Wohl ihrer Völker und den Fortbestand ihrer Staaten im Blick haben – während sich die „Eliten“ Westeuropas widerstandslos einer globalistischen Agenda fügen. Dies bewies aktuell die Slowakei, die am 15. Juni jegliche Bargeldabschaffung per Verfassung verboten hat.

Das Parlament des Landes nahm das an sich selbstverständliche und unverbrüchliche Recht, Waren und Dienstleistungen in jedem Fall auch mit Bargeld zu bezahlen, in seine Verfassung auf. Die mit der Unterstützung von 111 Abgeordneten verabschiedete Änderung war von der Partei „Identität und Demokratie“ (Sme Rodina) eingebracht worden.

Gefahr erkannt…

Man kann darin eine kurzentschlossene Reaktion auf das kurz zuvor öffentlich gewordene Vorhaben der EU-Kommission sehen, einen digitalen Euro als gleichberechtigtes Zahlungsmittel neben dem Bargeld zu etablieren. Hellsichtig hatten die Sme-Rodina-Abgeordneten erkannt, wohin diese Reise jedoch geht: Direkt in Richtung digitales Zentralbankgeld.

Dies wieder bedeutet eine staatliche Echtzeitkontrolle des Ausgaben- und Konsumverhaltens der Bürger. Auf größerer Betrachtungsebene ist dieser gewollte Verlust von Währungsfreiheit und finanzieller Selbstbestimmung ein wichtiger Baustein auf dem Weg hin zur Abschaffung der nationalen Souveränität, zugunsten ferner und intransparenter Großorganisationen wie EU oder UNO. 

Berechtigtes Misstrauen gegenüber Brüssel

Offenbar glaubte man in der Slowakei den Brüsseler Beteuerungen, eine Abschaffung des Bargeldes sei keineswegs geplant, kein Wort: Der Abgeordnete Miloš Svrček, der zu den Mitverfassern des Gesetzes gehörte, erklärte unumwunden: „Es ist sehr wichtig, dass […] wir uns in Zukunft gegen jegliche Anordnungen von außen verteidigen können, die besagen, dass es nur den digitalen Euro und keine anderen Zahlungsoptionen geben darf“.

Zwar gibt es eine Reihe von Lücken, die es doch erlauben, Bargeldzahlungen abzulehnen; ein Zeichen gegen die von vielen als immer übergriffiger empfundenen Brüsseler Machtansprüche ist dennoch gesetzt. 

Zu offensichtliche Absichten

Auch über die Slowakei hinaus ist der neueste EU-Vorstoß wohl doch zu weit gegangen: Die Behauptungen, eine Digitalwährung sei unumgänglich, weil die Bargeldzahlungen zurückgingen und man sich vor anderen Digital- und Kryptowährungen schützen müsse, konnten offenbar wenig Überzeugungskraft entfalten.

Die erfreuliche Folge: Das Gesetz, das eigentlich am 28. Juni offiziell präsentiert werden sollte, wurde ohne Angaben von Gründen gestoppt – zumindest vorläufig. Die weitverbreitete Besorgnis, dass die angeführten Gründe für den Digitaleuro letztlich doch nur verschleiern sollten, dass eben doch das Bargeld mittelfristig abgeschafft und der komplette Zahlungsverkehr und damit das gesamte Leben der Menschen lückenlos überwacht und sanktioniert werden soll, war wohl doch zu offenkundig.

Wie bei der Migration: Es gibt Alternativen

Das entschiedene und schnelle Vorgehen der Slowakei zeigt die Bereitschaft vor allem der Osteuropäer, sich übergriffigen EU-Plänen nicht mehr einfach zu beugen: Vor allem Polen und Ungarn demonstrieren diese Freiheitsliebe seit Jahren. Beide zeigen, dass man sich die katastrophalen Folgen einer unkontrollierten kulturfremden Massenzuwanderung sehr wohl ersparen kann, indem man sich ihr erstens grundsätzlich verweigert und sie, wie im Falle Ungarns, auch durch die Errichtung von Zäunen sehr wohl wirksamen verhindern kann. Entgegen anderslautender Propaganda erfüllen diese ihren Zweck nämlich sehr wohl.

Und so ist es auch jetzt, bei der Bargeldabschaffungen: Das, was von Brüssel und gerade auch Berlin gerne als „alternativlose“ Sachzwänge hingestellt werden, denen sich nur „Ewiggestrige“ verweigern würden, sind Damm- und Tabubrüche, die sehr wohl verweigert werden können – Mut, Selbstbehauptung und Entschlossenheit der nationalstaatlichen Akteure vorausgesetzt.

Osteuropa gegen Globalisten-Zwänge

Gerade die in Westeuropa und Brüssel so oft verteufelten Staaten Osteuropas, die teilweise Jahrhunderte um ihre nationale Unabhängigkeit gekämpft haben, sind nicht bereit, sich den Zwängen der Globalisten zur Errichtung einer Weltregierung durch nicht legitimierte Gebilde zu fügen.

Die eigentlichen Demokratieprobleme liegen also nicht im Osten, Das alte Sprichwort „Ex oriente lux“ – „Aus dem Osten (kommt) das Licht“ – erhält damit eine ganz neue Bedeutung als Fanal gegen die überall betriebene Entmündigung der Menschen zugunsten vermeintlich „höherer“ Ziele.

Zum Autor: Daniel Matissek ist Journalist mit pfälzischen Wurzeln, arbeitet neben für AUF1 auch für diverse deutschsprachige freie Medien (unter anderem „Journalistenwatch.com“). Gründungsherausgeber des Blogs „Ansage.org“. Schwerpunktthemen: Migrationspolitik, politischer Extremismus, Demokratie und Medienlandschaft. Freund differenzierter Zwischentöne, aber gerne auch leidenschaftlicher Polemiker. Devise: „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos; es könnte aber auch umgekehrt sein.“

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Sanfter Putsch in Moldawien–mit Ansage

Sanfter Putsch in Moldawien–mit Ansage

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“Westliche Werte” tauchen immer wieder auf, wenn es um die Durchsetzung eigener (?) Interessen geht, doch immer öfter sind diese wenig mehr als eine Verschleierungsaktion. Nun hat EU-Beitrittskandidat Moldova die größte Oppositionspartei verboten – und das Schweigen westlicher Politiker und Leitmedien ist kaum zu überhören. Vorneweg: Moldova ist eines der ärmsten Länder Europas, befindet sich […]

Der Beitrag Sanfter Putsch in Moldawien–mit Ansage erschien zuerst unter tkp.at.

Zur Erinnerung an Markus Gärtner

Vor genau einem Jahr verstarb Markus Gärtner. Er war ein integrer Mensch und ein Stern des Journalismus – ehrlich, kritisch und unabhängig.

Heute gedenken wir an sein Leben und Werk.

Seine Frau Marie-Claire hat ebenfalls eine Botschaft zu diesem traurigen Anlass aufgenommen. Sie können das Video hier auf unserem Kanal ansehen: https://youtu.be/LFH8bLRCMt0

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Fühlen Sie sich auch von den Mainstream-Medien veräppelt, Ihre Lebenswirklichkeit nur willkürlich abgebildet? Dann sind Sie hier genau richtig. Gegen gefilterte Hofberichte und Desinformation muss unbedingt etwas getan werden. Mit diesem Anspruch treten wir an: Starke Meinungen, gut recherchiert, mit den nötigen Hintergründen.

Wir berichten über deutsche Politik, internationale Zusammenhänge und nehmen die etablierten Medien unter die Lupe. Wir sprechen mit Zeitgenossen, die wirklich etwas zu sagen haben und keinen Maulkorb tragen. All das bieten wir Ihnen mit unseren Videos mehrfach wöchentlich an.

SHOWDOWN IN SONNEBERG?

#TEAMHEIMAT

Gestern blickte die Welt nach Russland, heute in einen kleinen Landkreis in Thüringen.

Wird es heute Abend eine ganz demokratische Entscheidung geben?

Altparteien & Medien sind seit zwei Wochen in heller Aufregung.

Immobilienbesitzer unter Druck: Grüner Heizungswahn und „Great Reset“

Wirtschaft AUF1“ ist ein beliebter und für seine fachliche Kompetenz geschätzter Fixpunkt bei AUF1.TV: Bernhard Riegler präsentiert Wirtschaftsthemen aus einem alternativen Blickwinkel: Brisante Fakten und Hintergründe, die Sie sonst nicht im Fernsehen erfahren. Insbesondere, was die Pläne der Globalisten zum „Great Reset“ im Bereich der Wirtschaft anbelangt. So etwa in der aktuellen Ausgabe zum Thema „Grüner Heizungswahn und „Great Reset“ – Immobilienbesitzer unter Druck“.

Der deutsche Immobilienmarkt schlittert immer tiefer in eine Krise: Eine gefährliche Gemengelage aus steigenden Zinsen, fallenden Preisen und Schwierigkeiten in der Bauwirtschaft bereiten Immobilienbesitzern sorgen. EU-Sanierungszwang und Grüner Heizungswahn könnten für Millionen Eigenheimbesitzer zu Existenznöten führen. Gleichzeitig herrscht aber auch in den Ballungsräumen eine immer größere Wohnungsnot, die durch die Masseneinwanderung weiter befeuert wird. Dies und viele weitere brisante Fragen zur Lage auf dem Immobilienmarkt erörtert Bernhard Riegler mit Dr. Eike Hamer vom Mittelstandsinstitut Niedersachsen. 

Hier die ganze Sendung „Wirtschaft AUF1: Grüner Heizungswahn und ‚Great Reset‘ – Immobilienbesitzer unter Druck“ ansehen:

„Grüner Heizungswahn und ‚Great Reset‘ – Immobilienbesitzer unter Druck“ – Bernhard Riegler im Gespräch mit Dr. Eike Hamer

Energiewende hat „Kinderbuch-Autoren-Niveau“

Der brillante Ökonom überrascht dabei auch mit knallharten politischen Aussagen, da vieles was die derzeitige deutsche Bundesregierung, keinerlei wirtschaftliche Rechtfertigung hat, sondern rein ideologisch motiviert ist. Weder die Brüsseler Eurokraten – so Hamer –, noch die Parteien der Ampel-Regierung wollen eine Unabhängigkeit Deutschlands: In diesen größeren Zusammenhang stellt Eike Hamer den Verlust der Energiesicherheit und die damit verbundene Deindustrialisierung, die sich durch die Politik der Bundesregierung zwangsläufig einstellen muss. Sein Urteil über die grüne Energiewende ist vernichtend: „Kinderbuch-Autoren-Niveau“!

Korruption Haupttriebfeder bei Energiewende?

Wärmepumpen in jedem Haus, ohne dass dies praktisch umsetzbar wäre, während gleichzeitig immer weniger Strom produziert wird: Die grüne Energie- und Heizungswende kann eigentlich nur in einem Fiasko enden. Aber warum macht man dann derart unsinnige und realitätsferne Vorgaben? Um das „Klima zu retten“? Eike Hamer hat da noch einen anderen Verdacht: Korruption könnte Haupttriebfeder der Energiewende sein…

Immobilien-Besitzer ist Opfer der grünen Politik

Heizungswahn, Sanierungszwang, Bürokratie, neue Grundsteuer: Die Zeiten für Immobilienbesitzer waren schon einmal besser. Doch gerade jetzt gilt es kühlen Kopf zu behalten, wenn die Verkaufspreise anfangen nachzugeben. Hamer sieht die Immobilie unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin als sinnvolle Geldanlage – die eigengenutzte Wohnimmobilie sowieso. Bei den Mietpreisen erwartet er hingegen eine „Spreizung“. Ganz bitter könnte es für die vielen Rentner werden, die als Teil ihrer Altersvorsorge Geld in Immobilienfonds angelegt haben…

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»CIA-PUTSCH IN RUSSLAND?« – US-Geheimdienste wussten von Prigoschin-Aufstand!

Jetzt ist klar: Der Putsch des Söldnerchef Jewgeni Prigoschin gegen die russische Militärführung, ist gescheitert! Auf Befehl des Söldnerchefs gaben die Kämpfer der privaten Wagner-Armee bis zum späten gestrigen Samstagabend ihre Stellungen in Südrussland auf und kehrten in ihre Feldlager zurück. Anscheinend gab es einen Deal: Das wegen bewaffneten Aufstands gegen die Militärführung eingeleitete Strafverfahren […]
Schwere Vorwürfe von Floridas Gesundheitsminister gegen Verfechter der Corona-Impfstoffe

Schwere Vorwürfe von Floridas Gesundheitsminister gegen Verfechter der Corona-Impfstoffe

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Die USA sind die größten Financiers der WHO, sowohl direkt als auch indirekt über seine Oligarchen und Großkonzerne. Diese haben auch bisher am meisten daran verdient, sowohl in der Pharma- und Digitalindustrie und vor allem natürlich die Finanzindustrie. Aber gleichzeitig kommt von einer Reihe von Bundesstaaten wie Florida, South Dakota, Texas und einer Reihe weiterer […]

Der Beitrag Schwere Vorwürfe von Floridas Gesundheitsminister gegen Verfechter der Corona-Impfstoffe erschien zuerst unter tkp.at.

Schweden schert aus Green Deal aus und streicht Ziele für “grüne Energie”

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Schweden hat durchaus eigenständig die von der WHO gewünschten Corona Maßnahmen interpretiert und ist damit besser gefahren als der Rest der Welt, sieht man von Ländern wie Belarus ab. Ähnliches hat die schwedische Regierung jetzt wieder getan und der EU-Green-Deal einen Schlag versetzt, indem es die Ziele für grüne Energie aufgegeben hat. In einer Erklärung, […]

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Das Wunder von Sierra Leone

Das Wunder von Sierra Leone

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von Hans Hofmann-Reinecke

Ein afrikanisches Geschäftsmodell

Im vergangenen September durfte ein gewisser Maxwell Chikumbutso in der „Tagesschau“ seine  Erfindung vorstellen: Einen Fernseher, der Strom erzeugt statt zu verbrauchen. Der Mann aus Zimbabwe hat demonstriert, wie leicht eine Organisation wie die ARD, mit einem  Jahresbudget von sechs Milliarden Euro und 23.000 Mitarbeitern, mit einem dreisten Bluff aufs Kreuz gelegt werden kann. Man muss nur die richtigen grünen Schlagworte von sich geben, dann öffnen sich Pforten und Portemonnaies: Afrika, Armut, Kolonialismus, Klima, Gerechtigkeit, Umwelt und Nachhaltigkeit.

Nun hat ein anderer  Afrikaner, Jeremiah Thoronka, dieses Geschäftsmodell perfektioniert. Er kommt aus dem Land Sierra Leone, wo Unterentwicklung noch dramatischer ist als im Rest des Kontinents. Der Mann hat ebenfalls eine magische Energiequelle erfunden, mit der er seine geschundene Heimat aus der Misere befreien will. Seine internationale Karriere, mit Audienz beim Papst und Aufwartungen bei den üblichen grün-woken NGOs hat Alexander Wendt bei Tichys Einblick sehr eindrucksvoll beschrieben.

Strom aus der Fußgängerzone

Die Erfindung beruht darauf, dass man aus gewissen Kristallen quasi durch mechanischen Druck Elektrizität herauspressen kann. Dieser so genannte Piezo-elektrische Effekt ist seit mehr als hundert Jahren bekannt und ist in Mikrophonen zu finden, wo Schalldruck in elektrische Spannung verwandelt wird, aber auch in Feuerzeugen, in denen besagter Kristall durch einen brutalen Schlag ermuntert wird, einen elektrischen Funken von sich zu geben. Ein Einsatz zur praktischen Stromversorgung wäre etwas Neues.

Jeremiahs Maschine überträgt den Druck, den Fußgänger auf den Boden ausüben auf Piezo-Kristalle und soll so genug Elektrizität für 1.500 Bürger Sierra Leones erzeugen, sowie für eine ganze Schule. Soweit seine Behauptung, die allerdings weder durch wissenschaftliche Veröffentlichung noch technische Zeichnung belegt wird.

Unabhängige Experten haben sich sehr skeptisch dazu geäußert.

Zu viele Fußgänger

Ich möchte jetzt gemeinsam mit Ihnen zeigen, dass die Sache total unmöglich ist. Das geht ohne Expertenwissen in Sachen Piezo, wir müssen nur wissen, daß man keine Energie aus dem Nichts zaubern kann – das verlangt der erste Hauptsatz der Thermodynmik.

Dazu folgende Feststellungen:

  • Die Piezo-Kristalle erzeugen keine Energie, sie wandeln mechanische Energie in elektrische um. Auch Windmühlen erzeugen ja keine Energie, sie wandeln Wind in Strom um.
  • Bei so einer Umwandlung wird maximal so viel, aber meist weniger Energie abgegeben als eingespeist wird. Nehmen wir in unserem Fall, ganz willkürlich, einen Wirkungsgrad von 20% an.
  • Wieviel Energie wird nun eingespeist? Das ist die Trittenergie eines Fußgängers. Der bringt bei einer durchschnittlichen Masse von 60 kg eine Kraft von 588 Newton auf den Boden. Wenn er beim Gehen nun so eine Trittplatte an der besagten Vorrichtung um zwei Zentimeter nach unten drückt, dann hat er 588 N × 0,02 m ≈ 12 Joule mechanischer Energie eingespeist.
  • Wenn er 2 ½ Schritte pro Sekunde macht, dann gibt er 2,5 × 12 Joule/sec = 30 Watt mechanische Leistung ab.
  • Bei 20% Wirkungsgrad ergibt das 6 Watt elektrisch, die beim Verbraucher letztlich ankommen.
  • Bei durchschnittlichem Bedarf von 100 Watt pro Verbraucher müssen also 100 / 6 ≈ 17 Fußgänger unterwegs ein, um ihn zu versorgen. Bei den versprochenen 1500 Verbrauchern wären das 25.000 Fußgänger, ganz zu schweigen von der Schule.

Mit anderen Worten: das Ganze ist allein aus diesem Gesichtspunkt schon völlig unmöglich, es ist totaler Betrug.

Ideologie schlägt Logik

Gibt es denn bei der Chegg-Corporation, die unserem Jeremiah den „Global Student Prize“ von 100.000 Dollar verliehen hat niemanden, der unsere einfache Rechnung nachvollziehen könnte? Und wie ist es bei den anderen Organisationen mit wohlklingenden Namen und mit viel Geld?

Sie sind Teil einer gewaltigen globalen Bewegung, für deren Zweck unser Jeremiah eben dienlich ist. Diese Bewegung interessiert sich nicht für Mathematik oder Technik, wenn eine Sache so perfekt in ihr Weltbild passt wie unser Erfinder. Im Gegenteil, für sie ist ein weiterer Anlass um den totalen Sieg der Ideologie über die Logik zu feiern.

Verstehen Sie mich jetzt nicht falsch: Ich habe nichts dagegen, wenn an junge, unternehmungslustigen Afrikaner Preise verliehen werden. Aber dann sollte man bitte nicht ausgerechnet Betrüger fördern; von denen hat Afrika schon mehr als genug.

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors Think-Again. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.

Elftes Sanktionspaket der EU ist beschlossen

Die Europäische Union hat nun schlussendlich wie erwartet  das 11. Sanktionspaket gegen Russland gebilligt.

Dies geht aus einer Erklärung hervor, die am 23. Juni veröffentlicht wurde.

Weitere Sanktionen gegen russische Medien

Die Europäische Union hat im Rahmen des 11. Sanktionspakets fünf russischen Sendern den Sendebetrieb untersagt, darunter dem RT-Sendedienst RT Balkan. Das entsprechende Dokument wurde am 23. Juni auf der Webseite des Europäischen Rates veröffentlicht.

Als Begründung hieß es dazu, „um gegen die systematische, internationale Kampagne der Russischen Föderation zur Medienmanipulation und Verzerrung von Tatsachen vorzugehen, die darauf abzielt, ihre Strategie der Destabilisierung ihrer Nachbarländer, der EU und ihrer Mitgliedstaaten zu verstärken, verlängerte der Rat die Aussetzung der Sendelizenzen auf fünf weitere Medienunternehmen, RT Balkan, Oriental Review, Tsargrad, New Eastern Outlook und Katehon.“

Diese Kanäle stünden unter „ständiger direkter oder indirekter Kontrolle der Führung der Russischen Föderation“ und würden für Propagandaaktionen genutzt, „die sich gegen die Zivilgesellschaft in der EU und den Nachbarländern“ richteten, heißt es ferner seitens der EU.

Im Einklang mit der Charta der Grundrechte dürften diese Medien und ihre Mitarbeiter in der EU jedoch weiterhin andere Tätigkeiten ausüben, z. B. Recherchen und Interviews.

RT „für Serbien“ wurde offenbar zu brisant für EU-Beitrittspropaganda

Der Online-Sendedienst RT Balkan, der über Nachrichten in serbischer Sprache berichtet und sich auf regionale Angelegenheiten konzentriert, wurde im November 2022 gestartet. Der Sender verfügt über eine eigene Webseite und mehrere Konten in den sozialen Netzwerken. Bereits einen Monat nach Start, im Dezember 2022, wurde RT Balkan bereits auf YouTube blockiert.

Im März 2022 hatte die EU die Ausstrahlung und Verbreitung von Sputnik- und RT-Inhalten verboten. Gerade die Situation in Serbien mit „ihrer Spagat-Politik“ zwischen historischer Russlandtreue und EU-Beitrittsdruck, wurde wohl ein zu „gefährliches Pflaster“ für die Ausstrahlung russischer Programme, für die Brüsseler „Wahrheitsapostel“.

Erwartungsgemäß betrachtet Moskau dies als einen Verstoß gegen die Medienfreiheit und einen Beweis dafür, dass das Engagement der EU für die Meinungsfreiheit ein fadenscheiniges Konstrukt der eigenen Argumentationslinie sei.

Bereits lange vor dem Ukraine-Konflikt hatten einige EU-Länder versucht, die Aktivitäten einiger russischer Medien zu beschränken.


 


US-Ärzteverband: Body-Mass-Index stammt von Weißen und ist rassistisch

jcomp on Freepik

Lächerlich

Von Kornelia Kirchweger
25. Juni 2023

Lesezeit: 2 Min.

Wer seinen Körper nach Vorgabe des Body-Mass-Index (BMI) in Schwung hält, könnte in den USA bald als „rassistisch“ klassifiziert werden. So sieht das nämlich die größte Ärzteorganisation der USA, die American Medical Association (AMA). Denn der BMI sei auf Grundlage der Maße von „Weißen Körpern“ im 19. Jahrhundert entstanden, diente der „rassistischen Ausgrenzung“ und ignoriere die Unterschiede von Körpern nach Rasse und Geschlecht. Die AMA unterstellt damit auch der WHO „Körperrassismus“. Auch sie verwendet den BMI seit den 80er Jahren. 

US-Versicherer setzen auf BMI

Der „weiße“ BMI, auch „Körperindex“ genannt, ist eine Maßzahl für die Klassifizierung des Körpergewichts eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße. Er wurde 1832 vom belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet für statistische, nicht medizinische Zwecke entwickelt. Der Begriff „Body-Maß-Index“ selbst geht auf einen Artikel von Ancel Keys aus 1972 zurück. Keys empfahl schon damals, den BMI nur für den statistischen Vergleich von Populationen, nicht aber für die Übergewichtigkeit von Einzelpersonen heranzuziehen. Besonders interessant: Bedeutung gewann der BMI vor allem bei US-Versicherern. Sie benutzten ihn zur Einstufung von Prämien für Lebensversicherungen. Dies im Hinblick auf zusätzliche Risiken bei Übergewicht. 

Weißer Maßstab

Für die AMA ist der BMI in mehrfacher Hinsicht problematisch: Weil die Eugenik (Lehre guter Erbanlagen) dahinter stecke, er rassistisch ausgrenze und seine Grenzwerte auf den „imaginären Idealen von Kaukasiern (Weißen) beruhen und nicht das Geschlecht oder die ethnische Zugehörigkeit einer Person berücksichtigen“. Der BMI sei weder von einem Arzt noch von medizinischem Fachpersonal entwickelt worden, beklagt der US-Ärzteverband. Er berücksichtige auf individueller Ebene nicht die relative Körperform und die Art und Weise der Fettspeicherung. So bestehe etwa bei Asiaten, deren BMI in einem „gesunden“ Bereich liege, immer noch ein hohes Diabetesrisiko. Indes neigen schwarze Frauen dazu, Fett an ihren Hüften und Beinen zu speichern, während weiße Frauen es eher an ihrer Taille ansammeln, was gefährlicher für ihre Gesundheit ist – auch wenn beide möglicherweise einen ähnlichen BMI haben. Der BMI sei auch bei der Diagnose und Behandlung von Personen mit Essstörungen problematisch, da er nicht das gesamte Spektrum abnormaler Essstörungen erfasse. 

Alter Hut

Die AMA räumt zwar ein, der BMI könne für Forscher ein nützliches Instrument sein, um einen Überblick über die allgemeine Gesundheit einer Bevölkerung auf Makroebene zu erhalten (dafür war er gedacht). Er könne aber das Krankheitsrisiko auf individueller Ebene, insbesondere über verschiedene Rassen und ethnische Gruppen hinweg, nicht vorhersagen. US-Ärzten wird nun empfohlen, nicht nur das Verhältnis der Körpergröße zu ihrem Gewicht zu berücksichtigen, sondern auch den Taillenumfang und das Verhältnis von Taille zu Hüfte. Laut Studien sei nämlich das Fett, das sich im Bauchraum sammle und Herz, Leber, Nieren und die Bauchspeicheldrüse umgebe – viszerales Fett) gesundheitsgefährlicher. Ebenso müssen genetische und metabolische Faktoren, wie abnormale Blutzuckerwerte mit einbezogen werden. All das findet in der Diagnostik aber ohnehin längst statt.

Viel Lärm um Nichts

Was die AMA vielleicht nicht weiß: Ihre Forderungen werden schon durch eine ganze Reihe von anderen Indizes zur Erkennung von Gesundheitsrisiken abgedeckt. Etwa der Broca-Index (Körpergewicht), Ponderal-Index (ähnlich BMI) und Körperbau-Entwicklungsindex (biologische Altersbestimmung). Dazu kommen der Area Mass Index (Verhältnis der individuellen Körpermasse zu Körperoberfläche, nach Geschlecht). Der Body-Adiposity-Index (Körperfettanteil), der Body Shape Index (BSI – berechnet schädliches Bauchfett mit ein). Der Waist-To-Height Index (WtHR – Taille-zu-Größe-Verhältnis). Unklar ist, ob diese Maßeinheiten wieder nur von „Weißen“ stammen und auf Grundlage „weißer Körper“ entstanden. 

Zum Autor: Kornelia Kirchweger war Journalistin bei „Austria Presse Agentur“, Bundespressedienst, „BBC“, „Asahi Shimbun“. Fokus: EU, Asien, USA, Afrika. Seit 2016 beim „Wochenblick“. Rockte die sozialen Medien mit ihrem offenen Brief an Greta Thunberg und machte gegen den UNO-Migrationspakt mobil.

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Von Ungarn lernen: Europas Illusionismus gegen Ungarns Realismus

In den aktuellen Konflikten wird die Europäische Union von Ungarn lernen müssen. Es ist spezifisch westlich, Grenzen überwinden zu wollen. Dies galt lange vor allem nach außen, heute umgekehrt gegenüber außen. Heute sind wir wieder einen Schritt weiter und wollen im Wokismus selbst natürliche Grenzen zwischen den Geschlechtern überwinden. Diese Entgrenzung einer Regenbogenideologie mit ihren Hauptsträngen Genderismus und Antirassismus gilt der Mehrheit in Polen oder Ungarn als dekadente Selbstauflösung von Kultur. 

Dieser Essay von Prof. Dr. Heinz Theisen erschien zuvor im Magazin der Budapester Zeitung (25. Jahrgang / Nr. 12)

Das ungarische und polnische Beharren auf physischen und kulturellen Grenzen gilt den Aufgewachten im Westen wiederum als „rechts, autoritär und nationalistisch“.

Moralismus und Globalismus als Selbstaufgabe des Westens

Ein in globalen Kategorien denken der Moralist will die kurzfristigen Interessen seiner eigenen Gesellschaft überwinden. Bei dem Verzicht auf die Selbstbehauptung des Eigenen, den wir heute in Deutschland und weiten Teilen der westlichen Welt erleben, handelt es sich in Evolution und Ge-chichte um einen ungewöhnlichen Vorgang.

Er umfasst die Politik der offenen Grenzen und unkontrollierten Migration, mangelnde Wehrbereitschaft gegenüber Feinden, zunehmende Handlungsunfähigkeit der Europäischen Union nach außen und neuerdings auch noch den offenen Kampf gegen die eigene Kultur, die als „postkolonial, rassistisch und homophob“ verleumdet wird.

Die global denkenden Gesinnungseliten Europas fühlen sich nicht mehr ihrem jeweiligen Nationalstaat und auch nicht dem europäischen Kulturkreis, sondern der „One World“ verpflichtet. Ihre Identität liegt im Bekenntnis zur Globalität, in der sie an Luftschlössern ohne Mauern bauen. Bereitwillig opfern sie ihre Partikularinteressen – besonders eifrig in Deutschland – etwa der Autoindustrie, von Energieverbrauchern und Eigenheimbesitzern für globale und weit entfernte Ziele.

Konkrete Rechte der Staatsbürger werden abstrakten universellen Menschenrechten untergeordnet, statt Patriotismus und Gemeinwohl herrscht die Kardinaltugend „Weltoffenheit“ vor. Diese endet allerdings sofort, sobald andere nicht „weltoffen“ sein wollen, so dass eine zunehmende Polarisierung den Demokratien zusätzliche Lasten aufbürdet.

Verachtung alltäglicher Interessen des Volkes

Die Selbstbehauptung des Eigenen gilt ihm als unmoralisch. Lokale, regionale und nationale Instanzen dienen primär globalen Zielen. Gemäß der globalistischen Ideologie darf es nicht einmal länger ein eigenes „Volk“ geben, welches Vizekanzler Habeck bekanntlich „zum Kotzen“ findet. Solche flegelhaften Äußerungen schlagen sich dann in der Verachtung alltäglicher Interessen des Volkes nieder. Denn es handelt sich nicht um bloße Sprachspiele, sondern um die Arbeit an den Voraussetzungen für den Übergang von der Volksherrschaft in die Gesinnungsoligarchie. Der Marsch durch die Begriffe wird von einem politisch-medialen Komplex der guten Gesinnung vorangetrieben, mit dessen Hilfe man Gegner reihenweise ausschalten und zudem eigene Fehler verdecken kann.

Radikale jakobinische Minderheiten hat es in der Geschichte oft gegeben. Beunruhigend ist jedoch die Selbstverleugnung des Bürgertums, dem es zuvor immer auch um die Selbstbehauptung des Eigenen gegangen war. Den Moralisten und Globalisten gelang eine regelrechte Transformation des Bürgerlichen. Mit dem Appell an das Verantwortungsethos des Bürgers haben die Kultur- und Naturrevolutionäre den Köder gefunden, um Bürger aus ihrer Nahverantwortung für Familie, Gesellschaft und Staat zur globalen Verantwortung umzuleiten.

Die Europäische Union bildet nicht die erhoffte Synthese zwischen globaler und nationaler Selbstbehauptung. Sie symbolisiert in ihren Strukturen vielmehr deren Widersprüchlichkeit. Dem Bestreben der EU-Kommission, die Asylpolitik zu vereinheitlichen und von Brüssel aus zentral zu steuern, stehen – so Roland Springer – die höchst unterschiedlichen, in vielerlei Hinsicht gegensätzlichen Interessen und Sichtweisen der einzelnen Mitgliedsländer in Fragen von Asyl und Migration entgegen. Während einige Länder, allen voran Deutschland, dem Schutz der Interessen der Asylzuwanderer höchste Priorität einräumen, räumen andere, vor allem Ungarn und Polen, dem Schutz der Interessen ihrer einheimischen Bürger Vorrang ein.

Totaler Realitätsverlust und ersatzreligiöse Heilsvorstellungen

Wenn man den gemeinsamen Kern dieser Fehlsteuerungen und Widersprüche sucht, so landet man bei der Diagnose eines totalen Realitätsverlusts, der aus dekadenter Spannungslosigkeit erfolgt und insofern spätzeitliche Züge trägt. Aber gilt dies für ganz Europa? Wie schon in der Einleitung angedeutet, gilt dies für Mitteleuropa eben nicht. Die Europäische Union wird nur dann eine Zukunft haben, wenn sie sich insbesondere den Realismus der ungarischen Regierung zueigen machen kann.

Beim westlichen Moralismus und Globalismus handelt es sich um ersatzreligiöse Heilsvorstellungen, denen es im Gegensatz zu christlichen Visionen vom Heil der gesamten Menschheit am Sinn für Subsidiarität und damit für notwendige Abstufungen und fortdauernde Partikularinteressen fehlt. Nicht zuletzt zwischen den Ebenen des Diesseits und des Jenseits bräuchten die Europäer eine neue Arbeitsteilung.

Eine universale Weltordnung ist eine Illusion. Träume sind meist schöner als die Wirklichkeit, aber das Erwachen ist unvermeidlich und dann sehr unerfreulich, wenn über die Träume die Notwendigkeiten des Lebens verschlafen wurden. Dies gilt auch von der Anmaßung einer völligen Freiheit gegenüber der Natur, die nicht mehr über unser Geschlecht entscheiden soll. Wir wollen selbst Schöpfer sein. An diesem Punkt droht der westliche Liberalismus extremistische Formen anzunehmen.

Moralismus führt zu Deglobalisierung

Unterdessen droht der Moralismus den Globalismus zu besiegen und in eine aus dem naiven Idealismus des Wertewestens resultierende Deglobalisierung zu führen. Die sich anbahnende Abwendung der USA von China könnte den politischen Globalismus von einst in wirtschaftlichen Protektionismus umschlagen lassen. In dieser Haltung vereinen sich erneut Moralismus und amerikanische Machtpolitik, die dann nicht mehr auf unipolare Ausdehnung, sondern lediglich die Konsolidierung des Imperiums gerichtet wäre.

Auch gegenüber dieser gegenteiligen Übertreibung könnte Europa von der konnektivistischen Wirtschaftspolitik Ungarns lernen. Die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Werteordnungen gilt Viktor Orbán als Voraussetzung für ökonomische Konnektivität. Dementsprechend intensivieren sich Ungarns wirtschaftliche Beziehungen zu China. Hier lauert schon der nächste Konflikt, zunächst mit den USA, dann mit den transatlantisch orientierten Staaten der EU.

Budapest als Zentrum der Konservativen

Über diese Agenda ist Budapest längst zu einem geistigen Zentrum von Konservativen aus aller Welt geworden. Sie haben von der Erfolgen der ungarischen Regierung gelernt, dass nur eine intellektuelle Durchdringung der wichtigsten Narrative der Versuchung zu widerstehen hilft, sich – wie bei den britischen Konservativen oder der CDU geschehen – von Wahl zu Wahl immer mehr dem Wunschdenken „fortschrittlicher“ Parteien anzunähern und von den Notwendigkeiten der Selbstbehauptung abzuwenden.

Die umgekehrte Entwicklung Ungarns beruht neben den Prägungen der Vergangenheit auch auf der Synthese von Liberalismus und Kommunitarismus. Der mittlere Weg zwischen Freiheit und Ordnung oder auch Individuum und Gemeinschaft stellt sich sowohl dem kommunistischen als auch dem neoliberalen Universalismus entgegen. Es geht um nicht weniger, als um die nie endende Suche nach einem Gleichgewicht zwischen den Gegensätzen des Lebens.

Mit dieser Selbstbehauptungspolitik fordert Ungarn den Moralismus und Globalismus des Westens direkt heraus, was dem Land und seiner Regierung eine uneingeschränkte Abneigung einträgt, die bis hin zur Einbehaltung der Ungarn zustehenden EU-Gelder reicht.

Realismus auch gegenüber dem Krieg in der Ukraine

Im Ukraine-Krieg prallen die Großmachtpolitik Russlands, der Nationalismus der Ukrainer und die Parteinahme des Westens für die Ukraineaufeinander. Der Westen zeigt sich – anders als große Teile der Welt – solidarisch mit der Ukraine. Es gelte, die Grundlagen einer multilateralen Weltordnung zu verteidigen, in der jeder Kleinstaat gegenüber Großmächten die gleichen Rechte, etwa auf Auswahl seiner Bündniszugehörigkeit habe.

Die multilaterale Weltordnungsideestand Pate bei der Entscheidung des Westens, Russland nicht als Machtpol, sondern als multilateralen Player unter anderen zu betrachten und dessen Großmacht- und Einflusssphären keine Beachtung zu schenken. Wer im Rahmen der multilateralen Weltordnung und des Völkerrechts argumentiert, kommt unweigerlich zur unbeschränkten und einseitigen Verurteilung Russlands.

Der Idee einer multilateralen Weltordnung und ihrem Völkerrecht steht aber anders als beim innerstaatlichem Recht keine Staatlichkeit gegenüber; in diesem Falle könnte es ja nur eine Weltstaatlichkeit sein, die deren Einhaltung garantieren kann. Die Idee, dass alle Staaten gleich sind, hat mit der Realität von Großmächten und ihren Nachbarstaaten nichts zu tun. Sie ist im hohen Maße idealistisch. 

In der westlichen Haltung zur Ukraine wird ein Kampf zwischen den Vorstellungen einer multilateralen und multipolaren Weltordnung ausgetragen. Multipolaristen orientieren sich nicht an Idealen, sondern an machtpolitischen Realitäten. Sie sind jedoch nicht „zynisch“, wie von den Idealisten oft behauptet, denn bei Stabilität, Ordnung und Frieden handelt es sich um hohe Werte.

Der realistische Umgang mit Macht gilt der „Realistischen Schule“ der Politikwissenschaft angesichts des eben nicht verrechtlichten, sondern im Kern anarchischen internationalen Systems als unverzichtbar. Zur Realität gehören auch die geografische Lage eines Landes sowie die Sicherheitsansprüche benachbarter Großmächte.

Waffenstarrender Idealismus des Westens

Der waffenstarrende Idealismus des Westens beruht auch darauf, dass ihm die Ukraine als eine Demokratie gilt. Nicht so den Ungarn. Das Verbot von Opposition und Medien sowie die Behandlung ethnischer Minderheiten, so auch der ungarischen habe mit Demokratie nichts tun. Den Kampf der Ukraine um ihre Unabhängigkeit bezeichnet Orbán dennoch als „heldenhaft“. Dieser könne aber nur deshalb geführt werden, weil er massiv vom Westen unterstützt wird. Bei aller Sympathie dürfe die Gefahr einer Eskalationsspirale für den gesamten Kontinent, die mit jeder neuen Waffenart ansteige, nicht übersehen werden.

Da Ungarn nicht die Macht habe, den Krieg zu beenden, möchte es – so Orbán – sich selbst schützen. Ukrainische Interessen stünden nicht vor ungarischen Interessen. An Waffenlieferungen und Sanktionen im Energiebereich beteiligt sich Ungarn daher nicht. Nicht zuletzt, weil eine Beteiligung an den Energiesanktionen angesichts von 80 Prozent Energieimporten aus Russland ein Akt der Selbstaufgabe wäre.

Die ungarische Regierung folgt der geopolitischen Bewertung von Großmächtekonflikten in der so genannten „Realistischen Schule“, die in den USA heute vor allem mit dem Namen von John Mearsheimer verbunden ist. Mearsheimer berichtete mir in einem Gespräch, dass er am Vortag von Viktor Orbán zu einem dreistündigen Gespräch empfangen worden war. Darin habe dieser seine weitgehende Übereinstimmung mit den realpolitischen Positionen erklärt. 

Von Ungarn lernen

Schließlich wird der Realismus Ungarns auch in der künftigen Strategie Europas gegenüber den USA gebraucht. Beim Kampf der USA um die Weltordnung ist die EU nur ein Objekt, mit schon jetzt erkennbar werdenden negativen wirtschaftlichen und zukünftig womöglich auch verheerenden militärischen Konsequenzen. 

Viktor Orbán bezieht sich häufig auf das einschlägige Buch von Klaus von Dohnanyi über „Nationale Interessen“. Die wahre Gefahr für eine völlige Zerstörung Europas liege darin, dass Europa im Falle eines russischen Angriffs zum alleinigen Kriegsschauplatz würde, ohne jedes direkte Risiko für die USA. Deutschland wäre als zentrale Nachschubbasis sofortigen Raketenangriffen ausgesetzt. Orbán fordert seit langem eine strategische Autonomie der Europäer, von der wir allerdings nach der Sprengung der Pipeline, die in jedem Fall von der CIA gutgeheißen worden sein muss, weiter entfernt sind denn je.

Zur Selbstbehauptung Europas gehört daher die Einsicht, dass es sich auch von den USA emanzipieren muss, um im Rahmen einer „Europäischen Verteidigungsgemeinschaft“ eindefensive Politik betreiben zu können. Diese sollte Europas Grenzen sichern und sich aus den Einflusssphären anderer Großmächte heraushalten.

Modell für eine realistische Politik der Selbstbehauptung

Ungarn könnte den Europäern in vielerlei Hinsicht als Modell für eine realistische Politik der Selbstbehauptung dienen. Dafür bräuchte es aber als erstes die Rückeroberung von offenen Diskursen als Voraussetzung und Inhalt einer offenen Gesellschaft. In ihr müsste wieder offen über alternative Wege gestritten werden – so, wie ich dies in Ungarn erleben durfte.

In den Konflikten zwischen Ungarn und der Europäischen Union spitzt sich der Konflikt zwischen europäischem Zentralismus und der Selbstbehauptung der Nationalstaaten, konkret zwischen den Vertretern einer „Ever closer Union“ und einem „Europa der Nationen“ zu. In ihnen geht es letztlich um den Wert der Vielfalt selbst. Die historische Forschung zu Europa ist sich darin einig, dass Europas Identität in der Vielfalt liegt.

Alle Versuche zur Vereinheitlichung Europas sind gescheitert. Gemäß diesen Erfahrungen wird die Europäische Union nur in dezentralen und subsidiären Formen als ein „Europa der Nationen“ gedeihen. Das neue Paradigma sollte heißen: „Vielfalt nach innen – Einheit gegenüber Gefahren von außen.“ Die Europäische Union muss mit der Vielfalt und Dezentralität Europas auf eine konstruktivere Weise umzugehen lernen. Ihr Umgang mit Ungarn könnte dafür zum Testfall werden.

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Der Autor ist Professor für Politikwissenschaft und war bis Ende April Gastprofessor beim Mathias Corvinus Collegium in Budapest. Er ist Autor des 2022 erschienenen Buches „Selbstbehauptung, Warum Europa und der Westen sich begrenzen müssen.