Horst D. Deckert

Meine Kunden kommen fast alle aus Deutschland, obwohl ich mich schon vor 48 Jahren auf eine lange Abenteuerreise begeben habe.

So hat alles angefangen:

Am 1.8.1966 begann ich meine Ausbildung, 1969 mein berufsbegleitendes Studium im Öffentlichen Recht und Steuerrecht.

Seit dem 1.8.1971 bin ich selbständig und als Spezialist für vermeintlich unlösbare Probleme von Unternehmern tätig.

Im Oktober 1977 bin ich nach Griechenland umgezogen und habe von dort aus mit einer Reiseschreibmaschine und einem Bakelit-Telefon gearbeitet. Alle paar Monate fuhr oder flog ich zu meinen Mandanten nach Deutschland. Griechenland interessierte sich damals nicht für Steuern.

Bis 2008 habe ich mit Unterbrechungen die meiste Zeit in Griechenland verbracht. Von 1995 bis 2000 hatte ich meinen steuerlichen Wohnsitz in Belgien und seit 2001 in Paraguay.

Von 2000 bis 2011 hatte ich einen weiteren steuerfreien Wohnsitz auf Mallorca. Seit 2011 lebe ich das ganze Jahr über nur noch in Paraguay.

Mein eigenes Haus habe ich erst mit 62 Jahren gebaut, als ich es bar bezahlen konnte. Hätte ich es früher gebaut, wäre das nur mit einer Bankfinanzierung möglich gewesen. Dann wäre ich an einen Ort gebunden gewesen und hätte mich einschränken müssen. Das wollte ich nicht.

Mein Leben lang habe ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. Seit 2014 war ich nicht mehr in Europa. Viele meiner Kunden kommen nach Paraguay, um sich von mir unter vier Augen beraten zu lassen, etwa 200 Investoren und Unternehmer pro Jahr.

Mit den meisten Kunden funktioniert das aber auch wunderbar online oder per Telefon.

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Kategorie: Nachrichten

Kategorie: Nachrichten

Was haben die Brüder Grimm und die Grünen gemein?

Was haben die Brüder Grimm und die Grünen gemein?

… Beide erzählen Märchen, nur jene der Grünen kosten enorm viel Geld und nützen sehr wenig!

von Ing. Klaus H. Richardt

Es war einmal eine Gruppe von Wichteln mit vermeintlichen Zauberkräften, die wollten die bösen, stinkenden Fabrikschlote abschaffen und beschlossen, überall Windmühlen aufzustellen, die zuverlässig die Stinker ersetzen und die Menschen weiter mit preiswerter Energie versorgen.

Leider hatte die Wetterfee, Frau Holle etwas dagegen, und sagte dem Wind: Stopp! Das pfeift zu sehr, blase nur, wenn ich es Dir erlaube. So kam es, dass der Wind im Jahre 2022 an Land nur auf 72 und auf See auf 127 Volllasttage kam und niemals eine dauerhafte Leistung bringen kann. Weil z.B. (s. Nettostromerzeugung Mai 2023 von energy-charts) nachts keine Sonne scheint und der Wind nicht immer weht, müssen wir bei Dunkelflaute Strom importieren oder speichern (s. weiße Flecken unter der schwarzen Lastlinie).

von energy-charts

Da der Wind aber auf See stärker weht als an Land, kam man auf die Idee, das Stromnetz so auszubauen, dass jeder kleine Windstoß auf See auch in Berchtesgaden ankommen soll. Deshalb baut man das Netz für jetzt (s. Artikel aus dem Wochenmagazin für Durlach) 410 Mrd. € weiter aus, um geringe Strommengen, genannt Ausfallarbeit, die zurzeit nicht ins Netz eingespeist werden können, weiterleiten zu können.

2019 betrug die maximale Ausfallarbeit des Windes in ganz Deutschland 6272,5 GWh (s. Statista), das ist die Hälfte der Jahreserzeugung (11500 GWh) eines 3 Mrd. € teuren 1650 MW Kohlekraftwerkes wie Moorburg.

Quelle: Statista 2022

Und wie sieht es 2022 und 2030 mit der Jahreserzeugung JE [TWh] und installierten Leistung Pi [GW], bei Wind und Solar aus? (Windzahlen Deutsche Windguard, Solar von Energy Charts + Statista, JE 2030 mit Erzeugung 2022 multipliziert mit Pi2030/2022 geschätzt):

eigenes Werk

Wir hatten 2022 laut energy-charts einen Netzbedarf von 517,2 TWh, haben aber 545,3 TWh erzeugt, d.h. wir haben noch 28,1 TWh exportiert, wegen des Energiemixes mit thermischen Kraftwerken. Wären Kernenergie und Kohle schon weggefallen, hätten wir nur noch 345,3 TWh erzeugt und hätten 171,9 TWh (33,24% des Gesamtbedarfes) importieren müssen.

Sofern es mit den Ausbauplänen bis 2030 klappt, hätten wir zwar eine installierte Wind- und Solarleistung von insgesamt 355 000 MW (2022: 133 606 MW),  könnten aber wegen der schwankenden Verfügbarkeit insgesamt nur 484,2 TWh erzeugen, die wir zum Teil zwischenspeichern müssten, um sie bei Dunkelflaute nutzen zu können. Da sieht es beim Speichern mau aus, da laut Fraunhofer (s.u.) im Jahre 2030 erst 297,63 GWh oder 0,29763 TWh an Speicherkapazität zur Verfügung stehen, das sind 0,06 % (!!) der erzeugbaren Leistung und das schon unter Einbeziehung der E-Autos als Netzreservebatterien, d.h. man kann entweder fahren oder das Netz puffern!

Quelle: Fraunhofer-Institut

Und es wird noch schlimmer: Wir haben keine Überschüsse , mit denen wir per Elektrolyse Wasserstoff erzeugen könnten, da wir über 500 TWh als Jahreserzeugung brauchen, aber ohne thermische Anlagen nur 484 TWh erzeugen könnten. Hinzu kommt, dass wir bisher nur den Stromverbrauch betrachtet haben, insgesamt aber den Endenergieverbrauch der Wärmeerzeugung, des Stromes und des Verkehrs betrachten müssen, der z.B. 2019 laut UBA/AGEB insgesamt 2514 TWh betrug (eigene Grafik):

Wir werden nicht in der Lage sein, mit Wind und Solar ausreichend Stromüberschüsse zu erzeugen, um Speicher zu füllen oder Wasserstoff herzustellen. Wir brauchen weiter thermische Energie.

Aber trotzdem bauen wir das Netz für 410 Mrd. € aus, was die Netzentgelte und somit den Strompreis weiter erhöht, der jetzt schon (Stand: 1.5.23) bei den Stadtwerken Karlsruhe bei 50 €-cent/kWh liegt.  In u.g. Grafik von 2021 betrug der höchste Strompreis in Europa (Deutschland) noch 30,3 €-cent/kWh, das entsprechende Netzentgelt 11 €-cent/kWh:

Quelle: Eurostat

Strompreissteigerung 54%(!) nur wegen Netzausbau für Windkraft

Mit der von 2023 bis 2030 linear ansteigenden Windstromerzeugung von insgesamt 1.730,7 TWh müssten wir mit einem Zusatznetzentgelt inklusive 3,85 Prozent Bauzinsen von 465,25 Milliarden Euro / 1.730.700.000.000 kWh = 0,27 Euro pro kWh rechnen. Das würde den derzeitigen Strompreis in Karlsruhe von 50 Cent pro kWh auf 77 Cent pro kWh (oder 54%) anheben, jedoch ohne Versorgungsgarantie (fehlender Wind und Dunkelheit).

Der Solaranteil wurde bei dieser Betrachtung nicht einbezogen, weil Solarstrom meist ortsnah verwendet wird und die Sonne nachts nie scheint. Würde man ihn aber einbeziehen, käme man auf eine Gesamterzeugung von 2.675,6 TWh und ein Netzentgelt von 0,17 Euro pro kWh. Das wären immer noch 34 Prozent höhere Stromkosten. Zudem reichen die deutschen Speicher mit im Jahr 2030 297,63 GWh Speicherkapazität (E-Autos inklusive) bei einem Stundenbedarf von 70 GW gerade 4,25 Stunden und bei 40 GW reinem Nachtstrombedarf 7,44 Stunden, sogar zu wenig, um nur die Nacht zu überbrücken.

Kein Wind und keine Sonne: Bleibt nur Leuchten mit Petroleum

Fazit aus Grimms Märchen, Hans im Glück:

Hans tauschte einen Klumpen Gold erst gegen ein Pferd, das Pferd gegen eine Kuh, die Kuh gegen ein Schwein, das Schwein gegen eine Gans und die Gans gegen einen Schleifstein.  Der fiel ihm in den Brunnen. Da hatte er nichts mehr!

Man lernte daraus erst zu überlegen, bevor man etwas Unvernünftiges macht.

Die Grün*innen sind da weiter: Sie vernichten das Geld sofort!

– – –

Der Autor Klaus Hellmuth Richardt wurde am 30.3.1951 in Offenbach am Main geboren. Er interessierte sich schon früh für Technik und absolvierte ein Maschinenbaustudium an der Universität Fridericiana zu Karlsruhe, das er 1978 mit einem Diplom abschloss. Durch seine 38-jährige Tätigkeit in Entwicklung, Konzeption, Vertrieb, Realisierung, Inbetriebnahme, Betrieb und Modernisierung von Wasserkraft- und thermischen Kraftwerken (Nuklear-, Kohle-, Öl-, Müllheiz-, Gas-, Kombi- und Solarkraftwerke) auf der ganzen Welt erwarb er einen einzigartigen Überblick über die Möglichkeiten der Dinge nicht nur ‚durch die deutsche Brille‘ zu betrachten, sondern auch andere Ansichten zu respektieren, kritisch zu hinterfragen und danach im Dialog die für alle Seiten beste Lösung zu realisieren.

Interesse, etwas mehr über die Energiewende zu lesen ?

Dann lesen Sie meine Bücher unter folgendem link

UNO-Chef: Fossile Brennstoffe “unvereinbar mit dem Überleben der Menschheit”

UNO-Chef: Fossile Brennstoffe “unvereinbar mit dem Überleben der Menschheit”

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Der Generalsekretär der Vereinten Nationen hat erklärt, dass die Nutzung fossiler Brennstoffe zur Energiegewinnung sofort beendet werden muss, da sie “mit dem Überleben der Menschheit unvereinbar” sei. Während einer kürzlich abgehaltenen Konferenz warnte UN-Generalsekretär Antonio Guterres: “Alle diese Maßnahmen müssen global sein.” “Sie müssen sofort erfolgen und mit dem verschmutzten Herzen der Klimakrise beginnen – […]

Der Beitrag UNO-Chef: Fossile Brennstoffe “unvereinbar mit dem Überleben der Menschheit” erschien zuerst unter tkp.at.

Gegenoffensive gescheitert, Frieden vertan

Gegenoffensive gescheitert, Frieden vertan

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Die Gegenoffensive der Ukraine ist zumindest in den ersten heftig gescheitert. Doch die Chance auf den Frieden wurde deshalb nicht größer.  Am Montag hat der US-amerikanische Autor und BigTech-Industrielle David Sacks einen Text zur Situation im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Der englischsprachige Text für millionenfach gelesen. Er spricht aus, was langsam sickert: Die großangekündigte „ukrainische Gegenoffensive“ hat […]

Der Beitrag Gegenoffensive gescheitert, Frieden vertan erschien zuerst unter tkp.at.

Was taugen die neuen Abgeordneten-Regeln? (I)

Was taugen die neuen Abgeordneten-Regeln? (I)

Nach Masken- und Aserbaidschan-Affären hat der Bundestag das Abgeordnetengesetz deutlich verschärft. Wie gut funktioniert das neue Gesetz?

Teil 1: Das Lobbyverbot

Zwar ist das neue Abgeordnetengesetz schon seit Beginn dieser Wahlperiode in Kraft. Bis die Daten für alle Abgeordneten veröffentlicht wurden, zogen allerdings anderthalb Jahre ins Land.

Da Abgeordnete nun ihre Nebeneinkünfte auf Euro und Cent genau offenlegen müssen, ist es erstmals möglich genau darzustellen, wer wie viel nebenher verdient. Seit der Reform müssen die Abgeordneten ihre Einkünfte anzeigen, wenn diese für eine Tätigkeit mehr als 1.000 Euro im Monat oder 3.000 Euro pro Jahr liegen. Zuvor lag die Schwelle für jährliche Einkünfte bei 10.000 Euro und die Höhe der Einkünfte musste lediglich in äußerst groben Stufen ausgewiesen werden.

Es müssen nun also nicht nur die genauen Beträge angegeben werden, sondern dies auch ab einem niedrigeren Betrag. Dieser Teil der Reform ist somit ganz gut gelungen, wobei die Bagatellschwelle von 1.000 Euro/Monat ruhig noch etwas niedriger angesetzt werden könnte.

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Abgeordnetenwatch und Der Spiegel haben die Daten auf den einzelnen Abgeordneten-Seiten des Bundestages zusammengetragen. Die Auswertung zeigt, wer die Spitzenverdiener sind. Auch sehr hohe Nebeneinkünfte, die ein Vielfaches der Abgeordnetenentschädigung betragen, werden so nun sichtbar. Zuvor sind sie in der Stufe 10 – über 250.000 Euro – verschwunden. Der derzeitige Spitzenreiter, CSU-Politiker Sebastian Brehm, nahm beispielsweise fast 3,5 Millionen Euro mit seiner Steuerberatungs-Kanzlei neben dem Mandat ein (brutto).

Schon lange kämpfen wir für Transparenz bei Nebeneinkünften. Hier 2012 vor dem Bundestag.Schon lange kämpfen wir für Transparenz bei Nebeneinkünften, hier 2012 vor dem Bundestag.

Doch was hat sich neben der erhöhten Transparenz bei den Abgeordneten-Regeln noch geändert und wie gut funktioniert das neue Gesetz? Wir blicken auf einige kritische Punkte. In diesem ersten Teil unserer Auswertung blicken wir vor allem auf eine wichtige Neuerung, die wir lange gefordert hatten: das Verbot entgeltlicher Lobbytätigkeit neben dem Mandat.

Lobbyverbot neben dem Mandat

Eine zentrale Forderung von uns war, dass Abgeordnete nicht mehr neben ihrem Mandat als Lobbyist:innen tätig sein dürfen. Hier reicht Transparenz nicht aus und ohne ein Lobbyverbot war es Abgeordneten wie Georg Nüßlein (CSU) oder Philipp Amthor (CDU) möglich, ihre Stellung als Bundestagsabgeordnete zu nutzen, um mit Lobbyarbeit gegenüber den Bundesministerien Geld zu verdienen – oder im Fall von Amthor Aktienoptionen und einen Direktorenposten.

Mit dem neuen Gesetz wurde unsere Forderung endlich umgesetzt: „Unzulässig neben dem Mandat ist die entgeltliche Interessenvertretung für Dritte gegenüber dem Bundestag oder der Bundesregierung“, heißt es im neuen Gesetz. Verboten ist darüber hinaus auch die entgeltliche Beratung zum Beispiel von Unternehmen, wenn es einen Bezug zur Mandatsausübung gibt, also zur Politik im Bundestag. Das heißt, Abgeordnete müssen nicht selbst als Lobbyist:innen auftreten, um gegen das Gesetz zu verstoßen. Auch die Beratung mit Blick auf Lobbyarbeit gegenüber dem Bundestag sollte so nicht mehr möglich sein. Soweit so gut!

Der Fall Ramsauer

Peter Ramsauer

Doch in der Praxis werfen einige Nebentätigkeiten zumindest Fragen auf oder deuten auf Schwachstellen im Gesetz hin. Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) geht nebenher gleich mehreren Jobs mit Lobby-Bezug nach:

Da ist zum einen seine Tätigkeit als Präsident für die Ghorfa Arab-German Chamber of Commerce and Industry. Dafür erhält Ramsauer nach eigenen Angaben auf der Bundestags-Webseite 3.750 Euro pro Monat. Es handelt sich also nicht um eine ehrenamtliche Interessenvertretungs-Tätigkeit, die das Gesetz weiter erlaubt (dazu gleich mehr). Damit stellt sich die Frage, wie Ramsauer die Nebentätigkeit mit dem Verbot der entgeltlichen Interessenvertretung in Einklang bringen will. Gegenüber der Zeit beteuerte er letztes Jahr zwar, er habe die „Interessen der Ghorfa nie im Bundestag vertreten“ und werde dies „auch in Zukunft nicht tun“.

Doch zugleich ist die Ghorfa im Lobbyregister eingetragen, das schließlich für alle gilt, die regelmäßig Interessenvertretung gegenüber Bundestag und/oder Bundesregierung und Ministerien vertreten. Es ist schwer vorstellbar, dass ausgerechnet der Präsident eines Interessenverbandes nicht an der Interessenvertretung beteiligt ist. Ein Verbandspräsident, der weder hinsichtlich der Lobbyarbeit berät und auch keine Positionen gegenüber Bundestag, Bundesregierung oder Bundesministerien vertritt? Aber nur wenn das so ist, wäre die Nebentätigkeit kein Verstoß gegen das Abgeordnetengesetz. Damit würde sich allerdings die Frage stellen: Was macht Ramsauer für die 3.750 Euro pro Monat, die er seit 9 Jahren erhält, für die Ghorfa? Zusammengerechnet sind das immerhin über 400.000 Euro.

Eine Anfrage dazu, inwiefern Ramsauer seine Tätigkeit für die Ghorfa trotz dieser Umstände für vereinbar mit dem Abgeordnetengesetz hält, ließ er unbeantwortet. Die Bundestagsverwaltung sollte sich des Sachverhaltes annehmen. Hoffentlich ist Ramsauer ihr gegenüber auskunftsfreudiger als gegenüber uns.

Wenn Abgeordnete Kunden haben

Ramsauer ist aber nicht nur Ghorfa-Präsident, sondern auch Strategieberater. Doch wen er berät bleibt aktuell völlig unklar. Er gibt lediglich an, einen „Mandant 2“ und einen „Mandant 3“ beraten zu haben. Das ist aus zweierlei Gründen problematisch: Zum einen ist entgeltliche Beratung mit Mandatsbezug nun verboten (siehe oben), aber ohne Kenntnis über Beratungskunden kann das kaum überprüft werden. Zum anderen können mögliche Interessenkonflikte so überhaupt nicht thematisiert werden.

Wir hatten daher lange gefordert, dass freiberuflich tätige Abgeordnete zumindest die Branche ihrer Klient:innen oder Mandant:innen offenlegen sollen. Das neue Abgeordneten-Gesetz sieht nun auch tatsächlich vor, dass Abgeordnete konkret benennen müssen, wer ihre Kund:innen sind, sofern sie sich nicht als Anwält:innen oder Steuerberater:innen auf gesetztliche Verschwiegenheits- oder Zeugnisverweigerungsrechte berufen können. Das ist bei einem Strategieberater wie Peter Ramsauer nicht der Fall. Dass er weiterhin nur „Mandant 2“ und „3“ angibt und nicht konkret benennt, um wen es sich handelt, liegt an einer Übergangsbestimmung: Wenn er bereits vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes diese Mandaten beriet, darf er ihre Identität weiter verschweigen. Für künftige Mandanten würde das aber nicht mehr gelten.

Etwas anders sieht es bei Abgeordneten aus, die sich auf einen gesetzlichen Mandantenschutz berufen können. Hier sehen die Regeln vor, dass sie die Branche nennen müssen, in der ihre Mandanten tätig sind – es sei denn, so das Gesetz – „wenn der Abgeordnete erklärt, dass die Branchenbezeichnung den Vertragspartner identifizieren würde.“

Sebastian Brehm

Dies ist ein potenzielles Schlupfloch. Wie soll überprüft werden, ob die Angabe der Branchenbezeichnung tatsächlich den Vertragspartner identifizieren würde? Ein Blick in die Angaben der Abgeordneten zeigt, dass dieses Schlupfloch offenbar gerne genutzt wird. Ein Beispiel ist Sebastian Brehm, Schatzmeister der CDU, Steuerberater und an der Spitze der Liste der Einkünfte. Mit seiner Steuerkanzlei berät Brehm unter anderem mittelständische Unternehmen. Er gibt aber bei keinem einzigen der über 200 Mandanten die Branche an, aus der sie stammen. Es ist kaum glaubwürdig, dass bei allen Mandanten die Angabe der Branche diese identifizieren würden.

An dieser Stelle müssen die Regeln nachgebessert werden. Abgeordnete sollten nicht nur erklären müssen, dass die Branchenangabe Kunden identifizieren würde, sondern das zumindest gegenüber der Bundestagsverwaltung auch glaubhaft begründen müssen.

Und ehrenamtliche Lobbyarbeit?

Abgeordneten ist die Interessenvertretung für Dritte dann erlaubt, wenn sie ehrenamtlich geschieht. Im Prinzip ist das auch in Ordnung, denn viele Abgeordnete sind vor, während und nach dem Mandat in Vereinen und Initiativen aktiv und sollen das auch sein. Fragwürdig erscheint allerdings, dass ein Ehrenamt ausschließlich darüber definiert wird, dass eine Aufwandsentschädigung von nicht mehr als 10 Prozent der Abgeordnetendiät gezahlt wird. Bei aktuell über 10.300 Euro Abgeordneten-Diät können also pro Ehrenamt monatlich bis zu 1.030 Euro eingenommen werden, immerhin über 12.000 Euro im Jahr.

Fraglich ist, ob diese an sich schon recht hohe Schwelle als einziges Kriterium ausreicht, um zu unterscheiden, welche Lobbytätigkeit neben dem Mandat unterlassen werden sollte und welche nicht. So oder so ist klar, dass auch ehrenamtliche Lobbytätigkeiten zu Interessenkonflikten führen können. Das zeigt sich am Beispiel des nach eigenen Angaben begeisterten Campers und tourismuspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion Stefan Zierke.

Er ist seit März 2022 auch – ehrenamtlicher – Präsident des Bundesverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD). Laut Lobbyregister vertritt der BVCD „die Interessen der Campingplätze und Wohnmobilstellplatzbetreiber in Deutschland gegenüber Behörden, Verbänden und anderen Institutionen und setzt sich für die gemeinsamen fachlichen, bildungspolitischen und wirtschaftlichen Belange ein.“

Es ist das eine, wenn Zierke selbst begeisterter Camper ist. Etwas anderes ist es, wenn er als Präsident des Camping-Interessenverbandes diesem einen privilegierten Zugang direkt in den Tourismus-Ausschuss ermöglicht, der anderen Verbänden im Tourismus-Bereich fehlt.

Der Journalist Christian Fuchs veröffentlichte letztes Jahr auf Twitter einen von Zierke als Campingplatz-Verbandspräsident unterzeichneten Brief an den Tourismus-Ausschuss, in dem Zierke wiederum als Abgeordneter sitzt. Er hat sich also gewissermaßen selbst einen Brief geschrieben. Das macht den Konflikt zwischen den Rollen als Verbandsvertreter und Abgeordneter sehr deutlich. Deshalb ist es besonders wichtig, dass der Umgang mit Interessenkonflikten im Bundestag gut geregelt ist. Darüber werden wir im nächsten Artikel unserer kleinen Reihe berichten.

Wenn Zierke sich für die Anliegen der Campingplatz-Betreiber einsetzen möchte, ist das sein gutes Recht als Abgeordneter. Er muss dafür aber nicht dem entsprechenden Verband vorstehen. Einen kritischen Abstand zu Interessen- und Lobbygruppen sollten Abgeordnete ganz allgemein wahren.

Henning Otte

Das gilt auch für Henning Otte. Er ist als verteidigungspolitischer Sprecher der Unionsfraktion und Vizevorsitzender des Verteidigungsausschusses zugleich Vizepräsident Politik beim Förderkreis Deutsches Heer e.V. ist. Beim FDH ist das Who is Who der deutschen Rüstungsindustrie dabei. Der Verein vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber „Staat und Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft“. Mitglied im Präsidium sind außerdem die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und der SPD-Verteidigungspolitiker Michael Hellmich.

Wir sehen diese verantwortlichen Posten von Abgeordneten in solchen, der Rüstungsindustrie nahestehenden Lobbyorganisationen kritisch, auch wenn sie ehrenamtlich ausgeübt werden. Klar dürfen und sollen sich Verteidigungspolitiker:innen auch mit der Rüstungsindustrie austauschen. Aber ein solcher Austausch sollte im parlamentarischen Raum stattfinden und nicht in Freundes- oder Förderkreisen. Letztlich wären die politischen Positionen der Abgeordneten sogar überzeugender, wenn man sich nicht fragen müsste, ob sie gerade als Abgeordnete oder Verbandsfunktionäre sprechen.

Lobbyarbeit, aber nicht auf Bundesebene?

Michael Hennrich

Beim Blick auf mögliche Lobby-Nebentätigkeiten von Abgeordneten fällt noch eine weitere Problematik ins Auge: Abgeordnete, die bezahlte Funktionen in Organisationen ausüben, die auf Bundesebene sehr aktiv Interessen vertreten, die oder der Abgeordnete aber lediglich auf Landesebene tätig ist. So etwa der im Februar ausgeschiedene CDU-Abgeordnete Michael Hennrich. Er war neben seinem Mandat zugleich Vorstandsvorsitzender des Hausbesitzer-Verbandes Haus und Grund. Allerdings nicht für den Haus und Grund Bundesverband, sondern beim Regionalverband Haus und Grund Württemberg. In dieser Funktion erhielt er 2.750 Euro/Monat (brutto). Es handelt sich also klar um eine bezahlte Tätigkeit in der Interessenvertretung.

Ein Verstoß gegen das Abgeordnetengesetz ist das zwar nicht, da Hennrich formal ja lediglich auf Landesebene die Interessen von Haus und Grund vertritt. Doch zugleich ist auch klar, dass sich die Interessen von Haus und Grund Württemberg in wichtigen Fragen nicht von denen des Dachverbandes auf Bundesebene unterscheiden. Das zeigt sich beispielhaft an den Themen und Wortmeldungen auf dem letzten Landesverbandstag von Haus und Grund Württemberg. Hennrich fürchtete dort eine „gewaltige und unwiderrufliche Vernichtung von Vermögen“ bei den Plänen der Ampel zum Gebäudeenergiegesetz – ganz klar ein Bundesgesetz.

Es ist fraglich, wie jemand wie Hennrich klar zwischen der entgeltlichen Interessenvertretung in einer regionalen Gliederung eines Lobbyverbands und der Arbeit im Bundestag trennen kann. In der Gesetzesbegründung zum Verbot der entgeltlichen Lobbytätigkeit steht: „Ziel des Verbots ist es, die Unabhängigkeit der Mandatsträgerinnen und Mandatsträger zu gewährleisten. Ihre Unabhängigkeit ist besonders gefährdet, wenn eigene, monetäre Interessen von Dritten mit der Mandatsausübung als Vetreter des ganzen Volkes (Artikel 38 Absatz 1 Satz 2 GG) verquickt werden.“ Es stellt sich durchaus die Frage, ob die entgeltliche Lobby-Nebentätigkeit wie bei Hennrich dem Geiste des Gesetzes entsprechen.

Alexander Ulrich

Hennrich ist übrigens nicht der Einzige mit gut bezahlter Nebentätigkeit für einen Interessenverband. Auch der Bundestagsabgeordnete Alexander Ulrich (Linke) kann weiterhin monatlich über 6.100 Euro als Geschäftsführer der IG Metall Kaiserslautern dazuverdienen, obwohl die Gewerkschaft natürlich auch auf Bundesebene Interessen vertritt.

Fazit

Es ist sehr gut, dass das Abgeordnetengesetz entgeltliche Lobbytätigkeiten neben dem Mandat klar untersagt. Gut ist auch, dass das ebenso für entgeltliche Beratungstätigkeiten mit Mandatsbezug gilt. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass es bei der konsequenten Anwendung der Regeln noch Luft nach oben gibt und die Abgrenzung zwischen ehrenamtlichen und entgeltlichen Lobbytätigkeiten besser werden sollte.

Weitere Informationen

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Culture-Clash Christentum – Islam: Die islamische Verachtung der christlichen Nächstenliebe und des Schuldkomplexes

Von ELMAR FORSTER

Nietzsche: „Das Kreuz – die unterirdischste Verschwörung“

Merkel: „Wir schaffen das!“

Die Tragik der christlichen Geistes- und Kulturgeschichte: Der deutsche Philosoph Nietzsche war der Prophet, und jene Ex-Bundeskanzlerin Merkel war Vollstreckerin seiner Prophetie, beide aus der Welt des protestantischen Christentums:

Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.“(Merkel)

In Merkels Jahrhundertkalauer „Wir schaffen das!“ manifestiert sich jener ur-christliche Glaube, Berge versetzen zu können: Doch…

…„heißt ’Glaube’: Nicht-wissen-wollen, was wahr ist. … Ich nenne Lüge: Etwas nicht sehen wollen, das man sieht. Etwas nicht so sehen wollen, wie man es sieht.” (Nietzsche)

Nietzsches Verurteilung des Christentums steigerte er zu einer teils grotesken Hassrhetorik:

Das Kreuz als Erkennungszeichen für die unterirdischste Verschwörung, die es je gegeben hat, gegen Gesundheit, Schönheit, Wohlgeratenheit, Tapferkeit, Geist, … gegen das Leben selbst. … Ich heiße das Christentum den einen großen Fluch, … den einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit.[2] (Nietzsche)

Christliches Leiden: Selbstzweck und Erhöhung

Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand. Sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. (Jesus in der Bergpredigt, Mathäus 5,39)

Links-grüne Fundi-Gut-Menschen sind: Geistig vor 2000 Jahren stehen gebliebene und somit pervertierte Ur-Christen:

„Wie beneidenswert glücklich seid ihr, wenn sie euch beschimpfen… Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“[1] (Matthäus)

Geradezu eine 1:1‑Entsprechung bietet jener grüne Ex-Soziallandesrat Anschober aus dem oberösterreichischen Jerusalem-Ersatz Linz:

Wer Migranten nicht integriert, schießt sich selbst ins Knie.“ (Anschober) – „Diesen Menschen müsse man kommunikativ gegenübertreten und eine Perspektive geben. Ein autoritäres Auftreten wäre gegenüber diesen Menschen der falsche Weg.“ (Anschober zit. in Wochenblick – s.u.)

„Die Fußwaschung“ – Masochistische Unterwerfung

Realisiert man dann aber auch noch jene ur-christliche Bibelstelle von der Fuß-Waschung durch Christus wortwörtlich in eine globalisierte (von 8 Milliarden Menschen aufgeheizte) Welt hinein, entstehen grotesk-satirische Bilder: Von einem Möchtegern-Sklaven-Papst…

Das politisch-korrekte Gutmenschen-Europa überantwortet sich so der Selbst-Auf-Opferung:

Papst Franziskus wäscht „geflohenen “ Muslimen küssend die Füße.

Der mein Brot esset, der tritt mich mit Füßen.“[2] (Matthäus)

 

 

Verachtung der christlichen Nächstenliebe durch den Islam

Freilich kann der islamistische Weltherrschafts-Anspruch über solch jenseitig-abartige Unterwürfigkeits-Gesten nur mehr lachen. Denn diese basieren auf einer Nicht-Kenntnis des Jesusbildes im Koran:

Dieser begreift nämlich Jesus weder als Gott noch als Sohn Gottes (Sure 9, 30; 19, 36), sondern als Normalsterblichen. Noch interessanter: Der Koran lehnt die christliche Vorstellung von der Kreuzigung als völlig ent-göttlichte Blasphemie ab, die somit nur auf einer Verwechslung des Hauptdarstellers Jesus am Kreuze beruhen kann (Sure 4, 156). Und zwar aus einer einfachen Logik heraus:

Es widerspräche Gottes Macht und Gerechtigkeit, wenn seinem Propheten solches widerführe.[3] (Kühn)

Schließlich steckt aber auch noch ein ur-christliches Absicherungs-Motiv dahinter: Der Hölle zu entgehen durch eventuell begangene Gut-Menschen-Taten:

Denn Pfeiffer ist sich sicher: ’Wer schlecht mit den Flüchtlingen umgeht, wer ihre Chancen reduziert, kriegt’s zurück.‘ Das sei menschlich.“[4] (Wochenblick)

Wir erinnern uns an den französischen Skeptiker Lucien Febvre:

Das Christentum… Ihm entkommen zu wollen? Unmöglich!“[5]

Weil deshalb ein a‑theistischer Befreiungsschlag europäischer Gutmenschen-Nihilisten nie gelungen ist, musste der letzte Versuch der 68er-Häretiker umso auto-aggressiver ausfallen: Die aggressivste Form der Destruktion ist immer die Selbstzerstörung der eigenen Kultur.

Das negativ Christus-Bild im Islam – Das Fehlen eines Schuldkomplexes

Weil es im Islam nämlich „für Muslime (nur) schwer verständlich ist, dass die Jünger ihren Meister kampflos[6] (Kühn) preisgegeben hätten, wird dem Christentum eine tiefenpsychologische Kultur-Psychose unterstellt:

Ein tiefes Schuldbewusstsein sei für die Christen charakteristisch“ – aufgrund „der damals unterlassenen Hilfeleistung für Jesus.“ (Kühn – ebenda

Genau diesen Widerspruch verleugnen aber sämtliche (links-grüne, naiv-katholische, hysterisch-protestantische) Gut-Menschen-Christen. Denn gerade die christliche Froh-Botschaft…

…„von Vergebung, Erlösung und Barmherzigkeit ist im Islam kaum rezipiert. Erst recht weist die Leugnung der Kreuzigung Jesus im Koran auf tiefe Differenzen im Verständnis Gottes und seines Leidens hin.“ (Kühn – ebenda)

Frantz Fanon: „Die Verdammten dieser Erde“ (1961) – Anti-europäischer Rassismus

Ein Ende dieser postmodernen auto-masochistischen Kultur-Aggression zeichnet sich ab: Deren haarsträubender Zenit, das massenhysterische Be-Welcome-Klatschen ist mit der Refjutschie-Crisis-2015 mittlerweile überwunden.  Den Anfang vom Ende hatte Frantz Fanon mit seiner Antikolonialismus-Bibel „Die Verdammten dieser Erde“ geliefert. Kein Geringerer als die Nachkriegs-Philosophen-Ikone der westlichen Linken, der französische Existentialist Sartre, lieferte dazu sogar das Vorwort, aus dem „blanke® Selbsthass“ und „anti-europäischer Rassismus[7] (Ley) nur so triefen:

Einen Europäer erschlagen heißt zwei Fliegen mit einer Klappe treffen.“[8] (Sartre)

Allerdings: Die geistesgeschichtliche Grundlage zu diesem grotesken (sowohl gegen die eigene Kultur wie persönliche Identität gerichteten) Selbsthass hat sich im west-europäischen Menschen als Kollektiv-Schlechtes-Gewissen einer absurd-säkularisiert-häretisiertenen christlichen Nächstenliebe festgesetzt. Sie ist nun in einen totalen Kultur-Selbstzerstörungs-Masochismus abgekippt…

Islamische Sklaverei: Kein Thema

Doch genau dieser Schuldkomplex fehlt dem Islam. Und zwar obwohl die islamische Versklavung Afrikas lange vor der europäischen Kolonialisierung stattgefunden hatte… Aber nicht nur das: Islamische Eroberer löschten zudem den Buddhismus in Zentralasien aus,  organisierten dann den mediterranen Sklavenhandel zur Beginn der Neuzeit, und initiierten schließlich auch noch den Völkermord an christlichen Völkern (wie den Armeniern oder den Assyrern).[9] – Doch sind sowohl islamische Denker und Politiker wie auch die muslimische Gesellschaft völlig immun gegen jede Form von Kultur-Selbstkritik.

Liegt ein Grund (auf Oswald Spengler zurückgreifend) darin…? Dass aufgrund einer wesentlich jüngeren Geschichte des Islam dessen innere Widersprüche (noch ?) nicht reflektiert werden: Etwa dass sich zwar seit Jahrhunderten zwei inner-islamische Glaubensrichtungen (Schiiten und Sunniten) auf Heftigste zerfetzen.

Außer-europäischer Völkermord: Kein Thema

Etwa der brutale Völkermord der Hutsi gegen die Tutsi (mit mehr als 1 Mio Menschen inert nur 100 Tagen!); oder die Massenmorde zwischen Moslems und Hindus während der Teilung des post-kolonialen Indiens (in den Provinzen Punjab und Bengalen – 1947),

…„deren Bevölkerung etwa zur Hälfte muslimisch und hinduistisch war… Schätzungen zufolge flohen (damals) jeweils sieben Millionen Menschen auf jeder Seite der neuen Grenze in den folgenden Wochen aus ihrer Heimat. Bis zu eine Million sollen getötet worden sein.[10] (Welt)

Der Islam: keine Religion der Nächstenliebe

Sondern er  war von Anfang konzipiert als eine Religion mit Feuer-und-Schwert. Ganz im Gegensatz dazu gelangte aber das Christentum (während seiner ersten 4 Jahrhunderte) durch eine geradezu historische und ideologische Groteske zur Staats- und Weltreligion: Nämlich als Mitleidskultur unter weltpolitischen Herrschaftsansprüchen.

Banalität historischer Ereignisse:

Christliche  „Sekundärbekehrung“ des spätrömischen Kaisers Konstantins

Vergessen wird oft auch die quasi-vulgäre Banalität historischer Entscheidungen: Der spätantike Kaiser Konstantin der Große kam über die sogenannte „Sekundärbekehrung“ mit dem Christentum in Kontakt: Dessen Mutter Helena war eine von ihrem Mann verstoßene Wirtstochter, die aus Frust vor einem Leben in der Gosse zum Christentum übergelaufen war. Nachdem ihr späterer Kaisersohn Konstantin seine Mutter „vom Mist auf den Thron“ (antike Quellen) gehoben hatte, soll „sie ihm ständig mit der frohen Botschaft in den Ohren“. [11](Augstein) gelegen sein.

Im Film „Correllis Mandoline“ rät ein weiser Dorfarzt einem Ehe-nörgler folgerichtig: „Love your wife, if you love your life.“ – Aus dieser Alltagsweisheit heraus hat vielleicht auch Konstantin sich wieder Ruhe verschafft…

Der Theologe (und Parade-Gut-Mensch-Journalist)  Chr. Nürnberger wühlt aber nichtsdestotrotz weiter tief im christlich-säkularisierten Schuldkomplex-Sumpf: Wäre doch das „Bündnis von Thron und Altar“ ein „Verrat an der eigenen Botschaft[12] gewesen („Die Bibel“ und „Das Christentum – Was man wirklich wissen muss“). – Ohne dieses Machtbündnis freilich wäre das Christentum (wie all die anderen) nie zu einer Weltreligion emporgekommen.

Basiert die Krise der west-europäisch-abendländisch-christlichen Kultur auf einem unausweichlichen Dekadenzprozess, der sich an den inneren System-Widersprüchen entzündete:

   „Die Botschaft des Jesus wurde … von den Mächtigen … oft bewusst falsch verstanden, … und missbraucht für Ziele, die niemals die Ziele von Jesus waren. Das Bündnis von Thron und Altar war die kirchliche Ursünde, die … die frohe Botschaft von Jesu in ihr Gegenteil verkehrte.“[13] (Nürnberger)

Postmoderne Femo-Feindbilder: Der weiße, heterosexuelle Mann

Eine solche ketzerische Idee wäre für jeden Denker in einem streng islamischen Land dessen sofortiges Todesurteil: Keine einzige Kultur hat nämlich solch zersetzende, auto-aggressive Feindbilder kreiert wie die west-europäisch-christliche gegen sich selbst: Etwa „das Feindbild“ vom „weißen, heterosexuelle Mann, der Inbegriff für ‚Homophobie‚, ‚Xenophobie“, Kapitalismus, Imperialismus und Kolonialismus.“[14] (Ley) – Und das Gejammere auf höchsten Niveau findet kein Ende: „Dass nur jede vierte Frau finanziell unabhängig“ sei, oder „nur 3,7 % aller deutschen Frauen einen Chefsessel erklimmen und nur 1,6% der Männer einen Erziehungsurlaub nehmen“[15] (Nürnberger)

Aus quellen-kritischer Sicht ist allerdings fraglich: Jesus hat keine einzige Äußerung eigen-schriftlich festgehalten: Alle Evangelien (von Matthäus, Lukas, Markus, Johannes) entstanden mindestens ein knappes Jahrhundert nach seinem Tod. Und die moslemische Glaubenslehre hat eine aufklärerische Trennung von Kirche und Staat nicht einmal theoretisch entwickelt…

Historische Rück-Versetztheit des Islam – Postmoderne Selbstkasteiungs-Immunisierung

Warum aber mangelt der islamischen Kultur dieser Selbst-Kasteiungs-Kritizismus? So weist Ley auf eine zeitverschobene Gleichzeitigkeit zwischen orientalisch-islamischer und okzidental-christlicher Geschichte hin: Nämlich der „groteske(n) Wiederkehr des Dreißigjährigen Krieges“ (1618–1648), freilich „nun unter islamischen Vorzeichen“, welcher sich „zwischen Sunniten und Schiiten, urbanen Modernisten und semi-säkularen Machteliten“[16] abspielt.

Und groteskerweise sind es nur christliche Theoretiker, die sich universal-selbstquälerisch an ihrer Kulturgeschichte in einer Art Sünden-Litanei vergreifen:

Es folgten Inquisition, Hexenverbrennungen, Kriege und Kreuzzüge im Namen Gottes, Ausbeutung der Schwachen, Unterdrückung und Manipulation der Wahrheit, Missionierung der Heiden durch Feuer und Schwert, Ausrottung der Indianer im Namen Christi, Imperialismus, Kolonialismus und Versklavung der Schwarzen unter christlicher Duldung, Segnung der Kanonen, kirchlich genährter Antisemitismus und das Versagen der Amtskirche im Dritten Reich“ (Nürnberger, s.o.)

Aufgrund dieser Wahnsinns-Mea-Culpa-Schuldlitanei müsste Nürnberger wohl 80% der abendländischen Kulturgeschichte auslöschen. Ganz zu schweigen auch von der nicht-europäischen. Alles in allem missverstehen Nürnberger und die 68er-Häretiker einfach das banalste Prinzip menschlicher Existenz: Macht.

Politisch-historische Rückversetzt-heit des Islam

Oder aber: Muss die islamische Welt (aus Gründen einer zeitlich-historischen Rückversetzung heraus) erst dieselben schmerzhaften Erfahrungen machen wie die europäisch-christliche Staatenwelt? Denn erst nach zähen und schmerzhaften Erfahrungen (Religionskriege) heraus entwickelte sich so er säkulare westliche Staat (mit ihrer Trennung von Kirche und Staat). Die islamische Geschichte ist um etwa 600 Jahre jünger als die christliche: Somit befände sich der Islam erst am Beginn des 15. Jhds, also am Ende des Spätmittelalters; in einer Zeit also, wo der phänomenale Aufstieg Europas zur weltbeherrschenden Macht gerade erst kurz bevorstand (1492 entdeckte Kolumbus Amerika). Übernimmt nun also der Islam die Vorherrschaft im westlichen Europa?

Europas Selbst-Kasteiungs-Schuld-Komplex: Kafka´s „Urteil

Aus einem einfachen Grund heraus fehlt allen post-kolonialen Kulturen jener euro-zentristisch-kultur-pathologische Selbst-Kasteiungs-Schuld-Komplex: Aus Ermangelung eines (sühne-behafteten) Opferstatus, den man erfolgreich nur Europa mit seiner Kolonialgeschichte umstülpen gewohnt war. Psychologisch gesprochen nichts anderes als die erfolgreiche Abwehr und Projektion eines Schuldkomplexes auf eine gerade untergehende Ex-Herrschafts-Kultur.

Franz Kafka beschreibt diesen Schulkomplex mustergültig in „Das Urteil“ (1912): Ein eifersüchtiger Vater (er will die anstehende Vermählung seines Sohnes aus Verlustängsten heraus verhindern) verurteilt diesen (nach erfolgreicher Installierung eines absurden Schuldkomplexes) zum „Tode des Ertrinkens“. Immer wieder wirft er diesem sein (angeblich) liebloses Verhalten vor:

Aber noch eigentlicher warst du ein teuflischer Mensch!

Das Kafkaesk-Groteske: Der von absurden Schulkomplexen Befallene vollzieht dieses Urteil sodann:

Aus dem Tor sprang er zum Wasser… Schon hielt das Geländer fest, … erspähte einen Autoomnibus, der mit Leichtigkeit seinen Fall übertönen würde, rief leise: ’Liebe Eltern! Ich habe euch doch immer geliebt.’

   Kafkas Parabel erscheint unter Berücksichtigung der Welcome-Klatscher-Refjutschie-Crisis-15 in einem beängstigenden Licht: Der (von absurden ur-christlichen re-installierten Schuldkomplexen zersetzte postmodern-christlich-häretisierte) Spät-Europäer vollzieht einen absurden kulturellen Selbstmord, zu den ihn die „Verdammten dieser Erde“ (Fanon) verurteilt haben. Und: Dieser kulturelle Untergang geht (wie im „Urteil“) unter dem gleichgültig sich drehenden Rad der Geschichte einfach unter:

In diesem Augenblicke ging über die Brücke geradezu ein unendlicher Verkehr.“ (Kafka)

Doch hat sich Nürnbergers Klage längst zu einer Anklage gegen die Post-68er-Welcome-Häretiker selber degeneriert:

Kritik, Humor, das Lachen wurden denunziert… Heiliger Ernst, fanatischer Dogmatismus tyrannisierte Kaiser … und das Volk. Bußpredigten, die Verheißung göttlicher Strafgerichte, das geradezu lustvolle Wühlen der Kleriker in den Sünden der Menschen und die ausführliche Schilderung der Höllenqualen schufen ein Klima der Angst.“ (Nürnberger)

Diesen Selbstkasteiungs-Masochismus haben 50 Jahre seit Beginn der 68er-Revolte oder 103 Jahre nach Kafka die Alt-68er historisch weiterentwickelt. Diese müssen nun aber auch ihren eigenen Niedergang miterleben: Ihnen bleibt somit keine Zeit mehr, sich (wie der alternde römische Kaiser Diokletian) geruhsam in ihr Pensions-Altenteil zurückzuziehen…

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Der Textauszug stammt aus:

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Anmerkungen 1

[1] Gibbon, Edward: , zit. n. Ian Morris: „Wer regiert die Welt? …“, campus, 2010, S. 321

[2] Nietzsche: „Der Antichrist“, siehe FN 16, S. 239

Anmerkungen 2

[1] Bibel Online.net: Matthäus 5, www.bibel-online.net/buch/neue_evangelistische/matthaeus/5/

[2] ebda, Johannes 13–1https://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/johannes/13/#1

[3] Kühn, Ulrich: „Christologie“, utb, Stuttgart2003, S.23

[4] Wochenblick: „Kriminologe: Wer schlecht mit Flüchtlingen umgeht, kriegt’s zurück!“, 24.4.2018, in: www.wochenblick.at/kriminologe-wer-schlecht-mit-fluechtlingen-umgeht-kriegts-zurueck/

[5]Lucien, Febvre: „Das Problem des Unglaubens im 16. Jahrhundert“; aus dem Französischen von Gerda Kurz und Siglinede Summerer, Stuttgart, 2002; S. 399f — zitiert nach : Peter Watson: „Ideen Kulturgeschichte – Eine von der Entdeckung des Feuers bis zur Moderne“, Goldmann-e-books, 2005

[6] Ulrich Kühn: „Christologie“, utb, 2003, S. 23

[7] Ley, Michael: „Der Selbstmord des Abendlandes“, Hintergrund, Osnabrück,  S. 112,

[8] zit. n. Ley: ebda, S.112

[9] vgl.: Ludwig, K.: München 2011; zit. N. Ley: „Der Selbstmord des Abendlandes (…); a.a.O, S.125

[10] Tandler, Agnes: „Mit der Freiheit kam das Morden“, 15.8. 2017, in: www.welt.de/geschichte/article167699902/Mit-der-Freiheit-kam-das-Morden.html

[11] Schulz, Mathias: „Der göttliche Bote”, 21.3. 2008, in: www.spiegel.de/spiegel/print/d‑56299149.html

[12] Nürnberger Christian: „Das Christentum…“, Rowohlt 2007, S. 210–225

[13] ebda, S.215

[14] Ley: „Der Selbstmord des Abendlandes …, a.a.O. S. 199.

[15] Nürnberger, Christian: „Das Christentum – Was man wissen muss“; a.a.O, S. 14

[16] Ley: „Der Selbstmord des Abendlandes“, s. FN 158, S.18f

Sonne, Temperatur und Modelle

Sonne, Temperatur und Modelle

Willis Eschenbach

ERSTER TEIL – REALE WELT

Ich fing an, über die Beziehung zwischen der Absorption der Sonnenstrahlen an der Oberfläche und der Temperatur nachzudenken. Hier sind die CERES-Satellitendaten, die diese Beziehung zeigen:

Abbildung 1. Temperatur und Absorptionsgrad der Sonnenstrahlung an der Oberfläche. Die Strahlung wird in Watt pro Quadratmeter (W/m²) angegeben.

Wie wir aufgrund unserer täglichen Erfahrung erwarten würden, steigt die Temperatur bei mehr Sonnenschein und sinkt sie bei weniger Sonnenschein.

Es stellt sich natürlich die Frage, um wie viel die Oberflächentemperatur für jedes zusätzliche W/m² an absorbierter Strahlung an der Oberfläche steigt.

Wir können uns dieser Frage auf drei verschiedene Arten nähern. Erstens, ein Streudiagramm der in Abbildung 1 gezeigten monatlichen Werte, zusammen mit der Trendlinie:

Abbildung 2. Streudiagramm, monatliche Temperatur im Vergleich zum Anteil der Sonnenstrahlung, der an der Oberfläche absorbiert wird. Da die monatlichen Durchschnittswerte mit Unsicherheit behaftet sind, habe ich die Deming-Regression und nicht die lineare Standardregression verwendet.

Die zweite Möglichkeit, die Beziehung zwischen der Oberflächentemperatur und der absorbierten Sonneneinstrahlung zu berechnen, ist eine lineare Regression auf der Basis von Gitterzellen, gewichtet nach der Fläche der Gitterzellen. Dies ergibt die gleiche Antwort, nämlich 0,22 °C pro zusätzlichem W/m² absorbierter Sonnenstrahlung.

Die dritte Möglichkeit, die Beziehung zu untersuchen, besteht darin, die langfristigen Durchschnittswerte von Temperatur und absorbierter Sonnenstrahlung als Streudiagramm für jede einzelne Gitterzelle zu betrachten. So können wir sehen, was bei unterschiedlichen Temperaturen passiert:

Abbildung 3. Streudiagramm, Mittelwerte der Gitterzellen, Temperatur gegenüber der durchschnittlichen absorbierten Sonnenstrahlung. Die Steigung der roten Linie zeigt den Trend der Temperatur im Verhältnis zur absorbierten Sonnenstrahlung bei verschiedenen Temperaturen.

An diesem Diagramm sind mehrere Dinge interessant. Erstens ist die Beziehung zwischen der absorbierten Sonnenstrahlung und der Temperatur über den größten Teil der Erde (zentrale Region oben) ziemlich linear, mit einem durchschnittlichen Trend (Steigung der roten Linie) von 0,21 °C pro W/m².

Um dies besser zu verstehen, ist hier eine Grafik, die zeigt, wie viel Sonnenstrahlung an der Oberfläche absorbiert wird:

Abbildung 4. Von der Oberfläche absorbierte Sonnenstrahlung (abwärts gerichtete Strahlung minus reflektierte Strahlung)

Die Auswirkung der fast durchgängigen Bewölkung an der intertropischen Konvergenzzone (ITCZ) ist als gelber Streifen knapp über dem Äquator zu erkennen.

Um auf Abbildung 3 zurückzukommen: In den Gebieten mit geringer Sonneneinstrahlung steigt die Temperatur mit zunehmender Sonneneinstrahlung sehr schnell an. Die folgende Karte zeigt, wo sich diese Gebiete befinden:

Abbildung 5. Teile der Welt, in denen die absorbierte Sonnenstrahlung im Jahresdurchschnitt weniger als fünfzig Watt pro Quadratmeter beträgt.

Und am rechten Ende der Skala in Abbildung 3 erwärmt sich die Oberfläche in Gebieten, in denen die durchschnittliche absorbierte Sonnenstrahlung über 210 W/m² liegt, überraschenderweise gar nicht so sehr. Die durchschnittliche Reaktion in den unten dargestellten farbigen Gebieten beträgt 0,03 °C pro W/m². Hier sind diese Gebiete:

Abbildung 6. Teile der Welt, in denen die absorbierte Sonnenstrahlung im Jahresdurchschnitt mehr als zweihundertzehn Watt pro Quadratmeter beträgt.

Die horizontalen gepunkteten Linien über und unter dem Äquator auf der Karte in Abbildung 6 zeigen die Grenzen der Tropen. Man beachte, dass sich die meisten tropischen Ozeane nicht weiter erwärmen, wenn die absorbierte Sonnenstrahlung über 210 W/m² ansteigt.

Und am Ende haben wir drei verschiedene Schätzungen, wie stark die Temperaturen steigen, wenn die Sonneneinstrahlung zunimmt, und wie stark sie sinken, wenn die Sonneneinstrahlung abnimmt. Alle drei Schätzungen liegen in der Größenordnung einer Temperaturänderung von 0,2 °C je 1 W/m² Änderung der absorbierten Sonnenstrahlung. Und alle drei zeigen, dass die Temperatur mit der absorbierten Sonneneinstrahlung variiert, d. h. mit mehr Sonnenschein steigt sie an und mit weniger Sonnenschein sinkt sie, so wie wir es jeden Tag beobachten.

ZWEITER TEIL – MODELLWELT

Nachdem ich mir angesehen habe, was tatsächlich passiert, warf ich einen Blick darauf, was die Modelle sagen. Die Modelldaten sind auf der wunderbaren KNMI-Website verfügbar, indem man „Monthly CMIP5 scenario runs“ auswählt. Diese stammen aus dem Fifth Computer Model Intercomparison Project (CMIP5). Die Lufttemperatur an der Oberfläche wird als „TAS“ (Temperature Air Surface) bezeichnet. Die abwärts gerichtete Sonneneinstrahlung an der Oberfläche wird als „RSDS“ (radiation shortwave downwelling surface) bezeichnet, die reflektierte Sonneneinstrahlung an der Oberfläche als RSUS (radiation shortwave upwelling surface). Die absorbierte Strahlung ist die absteigende Sonnenstrahlung minus die reflektierte Sonnenstrahlung.

Ich habe mit den Temperaturdaten begonnen. Ich interessierte mich für die historischen Daten, die für die vier „Szenarien“, yclept RCP26, RCP45, RCP60 und RCP85, im Wesentlichen identisch sind. Ich verwendete die RCP26-Daten. Die historischen Daten enden im Jahr 2012. Hier die CMIP5-Rekonstruktion der mittleren globalen historischen Temperatur im Vergleich zur globalen Temperatur von Berkeley Earth:

Abbildung 7. Berkeley Earth und CMIP5-Modelltemperaturen im Vergleich.

Nun, das ist ziemlich respektabel. Die Modelle haben die wichtigsten Veränderungen der historischen Temperaturen gut nachgebildet. (Das wirft die Frage auf, wie verschiedene Modelle mit sehr unterschiedlichen Klimaempfindlichkeiten die Temperatur so gut nachbilden können, eine Frage, die ich in „Dr. Kiehl’s Paradox erörtert habe … aber ich schweife ab.)

Nachdem ich all das getan hatte, schaute ich mir die modellierte absorbierte Sonnenstrahlung an … und mir fielen die Augen aus dem Kopf. Hier ist das modellierte Ergebnis. Wie bei der Temperatur sind die Ergebnisse für die Sonneneinstrahlung in den vier Szenarien im Wesentlichen identisch, daher zeige ich RCP26:

Abbildung 8. CMIP5 RCP26 historische Anomalie der absorbierten Oberflächen-Sonnenstrahlung.

Huch? Die Temperaturen steigen und die absorbierte Sonneneinstrahlung sinkt? Wie bitte? Wie unglaublich ist das denn?

Aber moment da ist noch mehr! Hier sind die gleichen RCP26-Solardaten, diesmal einschließlich der Projektion der absorbierten Sonnenstrahlung an der Oberfläche bis zum Jahr 2100:

Abbildung 9. CMIP5 RCP26 historische und projizierte Anomalie der absorbierten Oberflächen-Sonnenstrahlung.

Das ist … merkwürdig. Die modellierte absorbierte Sonnenstrahlung an der Oberfläche nimmt über den gesamten historischen Zeitraum bis 2012 ab, um dann sofort wieder zu steigen.

Wahrscheinlich ist das nur ein Zufall.

Aber bedenken Sie … wenn sie irgendwie steigende historische Temperaturen bei sinkender historischer absorbierter Sonnenstrahlung erhalten, stellen Sie sich vor, wie hoch ihre zukünftigen Prognosen bei steigender absorbierter Sonnenstrahlung sein werden. Das ist eine Win-Win-Situation für die Alarmisten!

Und wie kommt es, dass ich derjenige bin, dem diese Dinge auffallen, und nicht die guten Leute, die die Modelle betreiben, oder die Leute von CMIP5?

Immer wieder neue Fragen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/06/19/sun-temperatures-and-models/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Austro-Marxist Babler blamiert sich im Kampf gegen Autofahrer

Der neue SPÖ-Vorsitzende Andreas Babler, der sich am Samstag bestens gelaunt in der ersten Reihe der Regenbogen-Parade in Wien präsentierte, sorgt in der links-grünen Gutmenschenblase für Begeisterung. Bei altgedienten Sozialdemokraten und der einheimischen Arbeiterschaft aber wohl eher für Kopfschütteln.

Dass sich der Marxist Babler für eine klassenlose Gesellschaft nach Sowjetvorbild begeistert, wo eine Partei-Nomenklatura ohne produktive Leistung herrschte, wird man ihm menschlich zubilligen. Zumindest wenn man weiß, dass der Schulabbrecher danach auch seine Lehre als Maschinenschlosser nicht beendete. Für seine rote Polit-Laufbahn, die er mit Mitte Zwanzig als Landessekretär der Sozialistischen Jugend und Gemeinderat begann, reichte es dennoch. Es wundert also wenig, wenn der Polit-Apparatschik Babler jetzt als SPÖ-Chef nicht nur mit einer radikalen linken Positionen, sondern auch mit allerlei Peinlichkeiten aufwartet, deren Ursache in seiner offensichtlichen Überforderung liegen dürften.

SPÖ-Chef wie Klima-Kleber für Tempo 100

So forderte Babler jetzt in der ORF-Pressestunde die Einführung von Tempo 100 auf Österreichs Autobahnen und begründete dies mit Argumenten und Zahlen, die schlicht unhaltbar sind. Neben dem Klimarettungs-Blödsinn verstieg sich Babler zur Aussage, dass eine Temporeduktion von 130 auf 100 km/h 100 Verkehrstote und 7.000 Verletzte verhindern würde und praktisch keinen Zeitverlust im Verkehr zur Folge hätte. Tatsächlich würde Tempo 100 eine Fahrt von Wien nach Linz nicht um vier Minuten – wie Babler erklärte –, sondern um 20 Minuten verlängern. Die Strecke von Wien nach Bregenz würde um 48 Minuten länger dauern. Aber mit Mathematik und einfachen logischen Schlüssen scheint Babler nicht so vertraut zu sein wie mit der Lehre von Karl Marx.

Mathematik und Logik sind Bablers Sache nicht

Noch dümmlicher ist Bablers Behauptung, dass eine Temporeduktion Umwälzendes für die Verkehrssicherheit bringen würde. Denn laut Statistik Austria gab es 2022 im heimischen Autobahn- und Schnellstraßennetz 34 Todesopfer und 3.058 Verletzte. Besonders peinlich für Babler: Noch nicht einmal der SPÖ-nahe Autofahrerklub ARBÖ steht hinter ihm. So erklärte Sebastian Obrecht bei ServusTV, dass im Vorjahr 34 Menschen auf den Autobahnen und Schnellstraßen ums Leben kamen: „Wie man da auf eine Zahl von 100 Verkehrstoten weniger kommt, wenn das Tempo von 130 auf 100 reduziert wird, das erklärt sich uns nicht“, so der ARBÖ-Pressesprecher Obrecht. Zudem seien die Hälfte dieser Verkehrstoten auf Abschnitten passiert, auf denen ohnehin schon Tempo 100 gelte. Auch Österreichs größter Autofahrerklub, der ÖAMTC, widersprach Babler dezidiert in einer Aussendung.   

Bablers Gutmenschen-Blabla gefällt nur der extremen Linken

Der Begeisterung für Babler in Österreichs links-grünem Spektrum dürfte das freilich keinen Abbruch tun, schließlich hat man es dort ja generell nicht so mit dem logischem Denken. So basiert sowohl der historische als auch der gegenwärtige Kommunismus, der vorgibt, das „Klima retten“ zu wollen, auf Dogmen, die aus gutem Grund nicht hinterfragt werden dürfen – eben weil sie einer nüchternen Betrachtung nicht standhalten. Dass Bablers Eintreten für grenzenlose Einwanderung („Kein Mensch ist illegal“, „Flucht ist ein Menschenrecht“) letztendlich aus ganz Österreich ein einziges Traiskirchen machen würde, stört weder die extreme Linke und schon gar nicht die Asyl-Industrie. Jene Sozialdemokraten, die einst tatkräftig zum Wiederaufbau, Wohlstand und Stabilität der Alpenrepublik beigetragen haben, dürften Bablers Blabla anders sehen. Die Zerstörung nationalstaatlicher Strukturen und Auslieferung Österreichs an die Globalisten wäre zumindest unter Kreisky noch undenkbar gewesen.

Zum Autor: Konrad Reisinger war nach seinem Geschichte- und Philosophie-Studium viele Jahre als Verlagslektor tätig. Als Autor und Lektor begleitete er den „Wochenblick“ seit seiner Gründung. Dabei war er auch für die erfolgreichen „Wochenblick“-Spezialmagazine verantwortlich. Nach einem zwischenzeitlichen Gastspiel bei der konservativen Wiener Zeitschrift „Der Eckart“ ist er seit dem Sendestart im Mai 2021 Redakteur bei den „Nachrichten AUF1“.

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ERWISCHT – IHR SUPER ANTIDEMOKRATEN??

#TEAMHEIMAT

Die Nancy gibt eine Wahlempfehlung für die AfD und der Thomas würde den Bundesbürgern, doch nie eine Wahlempfehlung suggerieren!

Ach, und im Landkreis Sonneberg sind die Fußtruppen der Demokraten, auch wieder unterwegs.

Wunderbar, diese beste Demokratie aller Zeiten.

Internationaler Währungsfonds will zentrale Weltwährung

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Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat angekündigt, dass die globale Organisation an der Entwicklung einer einzigen globalen, digitalen Währung arbeitet. Sie enthüllte diese Pläne bei einer Präsentation auf einer Konferenz in Marokko kündigte die geschäftsführende Direktorin des IWF, Kristalina Georgieva, den Plan zur Einführung einer universellen digitalen Zentralbankwährung (CBDC) an. Die Ankündigung erfolgt in […]

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Hohe Militäraktivität in den USA

Hohe Militäraktivität in den USA

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Es sorgt seit einigen Tagen für Aufregung in den sozialen Medien. Überall in den USA wird über eine erhöhte Militäraktivität berichtet. Was dahintersteckt, weiß niemand so recht. Panzer, gepanzerte Fahrzeuge, Hubschrauber und Kampfjets: An vielen Ecken in den USA taucht seit einigen Tage das Militär auf. Vor allem Städte sind betroffen. Obwohl auch immer wieder […]

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Verleihung des Preises für Zivilcourage 2023 an Dr. Paul Brandenburg

Nach den Leipziger Künstler Axel Krause 2019 und der Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld 2020 geht der Preis für Zivilcourage 2023 an den Arzt und alternativen Medienunternehmer Dr. Paul Brandenburg. Der Preis wurde von Max Otte ins Leben gerufen und wird jetzt von einer Gruppe engagierter Unternehmer finanziert. Sehen Sie hier die Laudatio von Max Otte und die Preisrede von Paul Brandenburg.

#Zivilcourage #Brandenburg #Otte #PaulBrandenburg # MaxOtte

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Englische Todeszahlen zu Geimpften und Ungeimpften zeigen: Es war die C19-Impfung

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Die englischen Tabellenwerke zeigen Todesfallraten für Ungeimpfte und Geimpfte. Zusammen mit der Impfquote könnte man daraus die Risiken der Impfung ziemlich genau quantifizieren – wenn die Daten zuverlässig wären. Immerhin erlauben die Daten sowie Extremszenarien qualitative Aussagen für das Jahr 2022 und den Effekt der C19-Impfung. Höchstwahrscheinlich war die Mortalität in allen Altersklassen bei den […]

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