Kategorie: Nachrichten
Warum führen die Ukrainer einen selbstmörderischen Krieg?
Gespräch mit einem Zeitzeugen
von Thomas Mayer
In meinem Buch „Wahrheitssuche im Ukraine-Krieg – um was es wirklich geht“ habe ich ausführlich geschildert, wie dieser schreckliche Krieg von der NATO und der ukrainischen Regierung durch eine langjährige Politik der Eskalation verursacht wurde. Das diskutierte ich nun mit einem Zeitzeugen aus der Ukraine, der vorab sagte, dass die Wirklichkeit ganz anders sei als ich es im Buch beschrieben habe. Ich war gespannt auf das Gespräch. Ich fasse dieses zusammen, denn es hilft, die Tragödie des Ukraine-Kriegs und die Denkweise und Emotionalität vieler Ukrainer besser zu verstehen.
Normalerweise kommt die Kritik an meinem Buch „Wahrheitssuche im Ukraine-Krieg“ von Menschen, die es gar nicht gelesen haben. Das war hier anders. Jean – der Name ist geändert – ist EU-Bürger, lebte lange in der Ukraine und arbeitete dort als Dozent. Er ist ein gebildeter, wacher und internationaler Freigeist. Der Kontakt kam über private Beziehungen zustande.
Jean denkt geopolitisch und sieht die imperialistischen Interessen der USA deutlich. In seinen Augen ist Putin mit den Kriegseintritt in eine bewusste Falle der USA hineingetappt – ein interessanter Ansatz. Gleichzeitig meinte Jean aber, dass Russland die Ukraine bedroht und überfallen habe und dass deshalb die Waffenlieferungen und die Unterstützung der NATO-Staaten nötig seien. Hier haben wir einen Dissens. Ich meine, mit Waffenlieferungen entsteht kein Frieden, sondern der schreckliche Krieg wird nur verlängert und schlimmer. Ohne die Kriegsbeteiligung der NATO hätte es schon längst einen Friedensvertrag gegeben.
Jean sprach aus persönlicher Erfahrung und kennt dort viele Menschen. Er vermittelte den Standpunkt, den viele Ukrainer haben. Ich schildere seine Ansichten und kommentiere diese dann. Mit meinen Kommentaren war Jean überhaupt nicht einverstanden, wir kamen letztlich nicht zusammen.
Auch die Ukrainer sind gespalten, sehr viele sehen es anders. Es hat eine Abstimmung mit den Füßen stattgefunden. 2001 hatte die Ukraine 48 Millionen Einwohner, heute etwa die Hälfte. Millionen sind geflüchtet, ein großer Teil nach Russland.
Maidan-Umsturz 2014 – eine Demokratiebewegung?
Jean nahm an den Maidan-Demonstrationen in Kiew 2013/2014 teil und kennt persönlich viele Menschen, die dort aktiv waren. Diese Proteste führten zum Sturz des amtierenden Präsidenten und dann in den folgenden Monaten zur Abspaltung der Krim und zum Bürgerkrieg in der Ost-Ukraine. Jean war am 20. Februar 2014 bei der Gewalteskalation auf dem Maidan anwesend, als Scharfschützen aus dem Hotel Ukraine auf Demonstranten und Polizisten gleichzeitig schossen. „In meine Richtung wurde auch geschossen, ich war aber in den hinteren Reihen.“
Jean erlebte die Maidan-Bewegung als eine emanzipierte Bürgerbewegung, die den alten autoritären Ballast der Sowjetvergangenheit und die korrupten, mafiösen Strukturen in der Ukraine loswerden wollten. Den damaligen Präsidenten Janukowitsch sahen die Demonstranten vor allem als korruptes Zentrum einer Günstlingswirtschaft. Das alles wurde mit Russland verbunden. Deshalb sollte Russland möglichst wenig Einfluss auf die Ukraine haben, berichtete Jean. Die Ukraine sei für Russland wirtschaftlich sowieso nur ein Billiglohnland gewesen, das ausgenutzt wurde. Die Hoffnung lag in der EU. Es habe die Angst geherrscht, dass die Ukraine autoritär und von Russland abhängig wie Weißrussland würde.
Jean erzählte, dass die Maidan-Bewegung sehr viel Unterstützung aus der Bevölkerung bekommen habe, bis zu mehreren hunderttausend Menschen waren auf der Straße. Er wies die Ansicht zurück, dass der Maidan von den USA inszeniert worden sei. Auch wenn die US-Außenpolitikerin Victoria Nuland und EU-Politiker die Maidan-Proteste offen unterstützten, die Kraft sei aus den Reihen der Bürgerinnen und Bürger gekommen. Das hatte Jean bei der „Orangen Revolution“ 2004 ganz anders erlebt: „Diese war viel stärker von den USA gesteuert und ohne so tiefe Verankerung in der Bevölkerung.“
Die Maidan-Proteste begannen als Janukowitsch am 21. November 2013 die bevorstehende Unterzeichnung des EU-Assoziierungsabkommens zurückzog. Janukowitsch wäre zuvor bei einem Treffen mit Putin gewesen und sei ganz außer sich und erschüttert zurückgekommen, erzählte Jean. Über Wochen habe die Kiewer Regierung nicht erklären können, warum sie das EU-Abkommen nicht unterzeichnet habe, sie mussten erst Begründungen finden. Etwa ein Jahr später sei herausgekommen – durch die Aussage von einem Begleiter von Janukowitsch, der bei dem Gespräch im abhörsicheren Bunker dabei gewesen sei – dass Putin mit einem militärischen Einmarsch in der Ukraine gedroht habe, wenn Janukowitsch das Abkommen unterzeichne. Es hätte also starken erpresserischen Druck durch Putin auf die ukrainische Regierung gegeben.
Am 21. Februar 2014 ist Janukowitsch aus Kiew für immer abgereist. Die Maidan-Protestler seien überrascht gewesen, dass er plötzlich weg war.
Soweit einige Schilderungen von Jean. Diese bringen die Stimmungslage vieler Ukrainer zum Ausdruck und zeigen, wie die Feindbild-Narrative in der Ukraine funktionierten, die zum Donbass-Krieg ab 2014 führten.
Wie war es wirklich? – mein Kommentar dazu
Es ist bekannt, dass die Mehrzahl der Maidan-Demonstranten aus der Mitte der Gesellschaft kamen und gegen die verbreitete Korruption auf die Straße gingen. Es ist aber auch bekannt, dass die zahlenmäßig kleinen faschistischen Gruppen des „Rechten Sektors“ eine starke Rolle in der Organisation der Proteste spielten. Diese Nationalisten bekamen durch den Regierungssturz einen überproportional großen Einfluss in der neuen Regierung und kontrollierten damit die bewaffnete Macht im Staate. Innen- und Verteidigungsminister, Geheimdienstchef und den Vorsitzenden des Sicherheitsrates wurden von den Rechtsextremen besetzt. Das war entscheidend für den Beginn des Bürgerkrieges in der Ostukraine. Dieser wurde im April 2014 von der neuen nationalistischen Regierung begonnen und führte zur unumkehrbaren Spaltung des Landes.
Dass eine Einflussnahme der NATO-Geheimdienste von den Maidan-Demonstranten von Jean nicht bemerkt wurde, ist kein Beleg dafür, dass es kaum Einflussnahmen gab, denn es könnte ja auch sein, dass diese geschickt und unauffällig durchgeführt wurden. Das berühmte geleakte Telefonat zwischen Nuland mit dem US-Botschafter in Kiew, indem sie den neuen ukrainischen Premierminister bestimmte, zeigt deutlich, dass Nuland wohl mehr Einfluss auf den Verlauf des Umsturzes hatte als die Demonstranten selbst.
Die Geschichte von Putins Kriegsdrohung in einem abhörsicheren Bunker halte ich für eine Räuberpistole. Wenn daran etwas gewesen wäre, wäre diese Geschichte von der Putin-feindlichen westlichen Presse stark aufgegriffen und verbreitet worden. Doch ich fand keinen einzigen Artikel darüber. Ich fand in der Medienrecherche nur viele Artikel über den „erpresserischen Druck von Putin“, wobei in diesen Artikeln nie stand, worin der Druck überhaupt bestanden haben soll.
So geht Feindbildaufbau
Interessant ist, dass die krasse Geschichte der Kriegsdrohung im abhörsicheren Bunker Jean im Gedächtnis blieb. Die Aussage eines Mitarbeiters von Janukowitsch ein Jahr später – wenn es diese überhaupt gegeben hat, was ich nicht überprüfen konnte – ist nicht stichhaltig, denn das könnte einfach eine Propaganda-Erfindung mitten im Donbass-Krieg gewesen sein. Ohne weitere Belege kann man es vergessen. Doch um Wahrheit geht es hier nicht.
Mit solchen einprägsamen und ausgeschmückten Geschichten wird das Feindbild zementiert und emotional verankert: Russland ist der Feind mit den schlimmsten Absichten. Es ist unmöglich, dass Putin etwas Gutes will. Wenn eine solche Geschichte von Millionen Ukrainern erzählt und geglaubt wird, dann ist das eine starke realitätsschaffende Kraft.
Eine weitere Räuberpistole ist die Aussage von Jean, dass die Regierung Janukowitsch über lange Zeit nicht sagen konnte, warum sie die Unterschrift zum EU-Assoziierungsabkommen am 21. November 2013 zurückgezogen hat. Tatsächlich wurde das sofort begründet. Das kann man sogar im Wikipedia-Artikel zum EU-Assoziierungsabkommen nachlesen:i
„Am 22. November 2013 erläuterte Ministerpräsident Asarow in einer Parlamentsrede die Entscheidung der Regierung. Die EU und die Ukraine sollten die Folgen des Abkommens zunächst gemeinsam mit Russland besprechen, hieß es. Janukowytsch sagte, dass der IWF der Ukraine bereits 2010 610 Millionen Euro technische Hilfe angekündigt habe: «Drei Jahre lang haben sie uns das wie ein Bonbon in einer schönen Verpackung gezeigt». Am Ende hätten sich alle Hoffnungen, dass der IWF dem Land helfe, zerschlagen. Das sei «erniedrigend» gewesen. Auf dem Osteuropa-Gipfel in Vilnius am 28. November 2013 wiederholte Janukowytsch seine Ablehnung gegenüber einem Kompromissvorschlag der EU. Er forderte Finanz- und Wirtschaftshilfen der EU. Die Ukraine sei mit ihren ernsten Finanz- und Wirtschaftsproblemen zuletzt alleine gelassen worden. Die von der EU angebotenen 600 Millionen Euro an Hilfen bezeichnete Janukowytsch als demütigend. 160 Milliarden Euro benötige sein Land, um sich innerhalb der nächsten Jahre dem EU-Standard anzunähern und reif zu sein für ein EU-Assoziierungsabkommen.“
Ein weiterer Grund für die Nichtunterzeichnung des Abkommens war innenpolitischer Art. Das Kiewer Parlament hatte sechs Gesetze abgelehnt, die von Seiten der EU eine Voraussetzung für eine Vertragsunterschrift waren, darunter die Freilassung von Julija Timoschenko.ii Somit hätte das Abkommen gar nicht unterzeichnet werden können.
Es gab also genügend nachvollziehbare und öffentlich formulierte Gründe für eine Verschiebung der Vertragsunterzeichnung.
An diesem Beispiel sieht man, wie der Feinbildaufbau funktioniert. Emotionale Geschichten gehen von Mund zu Mund. Es ist Unsinn, aber niemand prüft die Wahrheit. Es entsteht ein Leben in einer abgespaltenen „Wirklichkeit“, die sich für die Menschen aber sehr real und lebensnah anfühlt. Denn es geht von Mensch zu Mensch und man befindet sich ständig in dieser sich selbst bestätigenden emotional aufgeladenen „Realität“.
Ukraine als Brückenland zwischen EU und Russland
Die Ukraine war 2014 wirtschaftlich mit Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken verbunden und mit diesen in einer Freihandelszone ohne Zölle. 40 Prozent des Außenhandels der Ukraine fand in dieser Freihandelszone statt, mehr als mit der EU. Es war deshalb im existentiellen Interesse des Landes, dass diese Wirtschaftsbeziehungen nicht durch das EU-Assoziierungsabkommen abgeschnitten werden. Die Regierung Janukowitsch versuchte, das Beste für das Land zu erreichen.
Die Kommunikation der Regierung war aber schlecht und kam nicht an. Denn für die Maidan-Demonstranten spielten solche Überlegungen keine Rolle. Obwohl das EU-Abkommen niemals abgesagt, sondern weiterverhandelt wurde, hörten die Demonstranten nur, dass es mit der EU nichts wird und die Ukraine wieder ein „Anhängsel des autoritären Russlands“ wird. Eine Realitätsverzerrung.
Zum „erpresserischen Druck von Putin“
Es ist bekannt, dass Russland der Ukraine ankündigte, dass mit einem EU-Assoziierungsabkommen die Zollfreiheit mit Russland beendet werde. Das ist verständlich, denn Russland verlangt Zölle gegenüber den EU-Staaten. Wenn diese nun zollfrei Waren in die Ukraine exportieren, dann könnten diese Waren zollfrei weiter nach Russland gelangen. Das will Russland natürlich nicht. Entsprechend erhob Russland im Juli 2014 – nach der Unterzeichnung des EU-Abkommens – gegenüber der Ukraine Zölle von bis zu acht Prozent.iii
Ein weiterer „erpresserischen Druck“ bestand darin, dass Putin am 17. Dezember 2013 Janukowytsch Kredite in Höhe von elf Milliarden Euro versprach – von der EU waren 0,6 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden. Außerdem senkte Russland den Gaspreis für die Ukraine um ein Drittel, anstatt 291 Euro für 1000 Kubikmeter auf 195 Euro.iv Deutschland zahlte 2014 an Russland für 1000 Kubikmeter ca. 400 Euro.v Die Ukraine bekam also einen sehr guten Rabatt und zahlte nur die Hälfte. Das passt überhaupt nicht zur unterstellten wirtschaftlichen Ausbeutung der Ukraine durch Russland.
Aber solche Argumentationen sind viel zu rational. Zahlen kommen nicht gegen das verankerte Gefühl an, dass das große Russland die kleine Ukraine unterdrückt.
Verfassungswidrige Absetzung des Präsidenten
Janukowytsch floh am 21. Februar 2014 aus Kiew, nach Presseberichten aufgrund von Gewaltandrohungen seitens radikaler Maidan-Demonstranten. Schon am folgenden Tag setzte ihn das Kiewer Parlament ab. Einen verständlichen Grund für diese Absetzung gab es nicht, denn der Präsident hatte in einer Vereinbarung mit den Demonstranten am 21. Febr. 2014 vorgezogenen Neuwahlen zugestimmt und durch eine Verfassungsänderung sollte er den Großteil seiner Befugnisse verlieren.
Bemerkenswert in dem Gespräch mit Jean war, dass er kein Problem darin sah, dass der gewählte Präsident Janukowytsch entgegen den expliziten Regelungen der Ukrainischen Verfassung vom Parlament abgesetzt wurde.vi Eine verfassungswidrige Absetzung eines Präsidenten ist schlichtweg ein Putsch.
Ich verstand aus dem Gespräch mit Jean, dass für die Ukrainer die Einhaltung von Regeln nicht so wichtig ist. Als Mitteleuropäer denke ich so: Demokratische Verfahren sind das Fundament einer Gesellschaft. Auf Gesetze muss man sich verlassen können, sonst verschwindet das Vertrauen. Das läuft in der Ukraine aber wohl anders, in einer emotionalen Aufwallung kann das Parlament machen, was es will.
Das hatte aber Folgen. Da nach der Absetzung des Präsidenten tags darauf das Kiewer Parlament auch noch Russisch, das von 30 Prozent der Ukrainer als Muttersprache gesprochen wurde, als zweite Amtssprache abschaffte und dann noch Faschisten die wichtigsten Regierungsposten bekamen, nahmen in der Ostukraine und in der Krim die Proteste zu.
Doch dafür hatten die meisten Maidan-Demonstranten kein Verständnis, es fehlte an Empathie. Psychologisch ist das erklärbar. Wenn ein Trauma wirkt, steckt die Seele in diesem fest und kann sich nicht mehr in andere hineinversetzen. Sozial ist es aber verheerend.
Radikale Nationalisten gingen gegen die Föderalisten in der Ostukraine mit massiver Gewalt vor. Am 2. Mai 2014 starben in Odessa 48 Anti-Maidan Demonstranten beim Massaker im Gewerkschaftshaus. Die Täter wurden nicht verfolgt. Von den Kiewer Maidan-Demonstranten kam kein Protest und keine Solidarität.
Es fehlte den Maidan-Demonstranten auch an Realitätssinn. Die Vorstellung einer besseren heilen Welt durch die EU ist naiv. Die EU braucht Billiglohnländer. In der EU wäre die Ukraine ganz unten, noch hinter Rumänien, Bulgarien, Griechenland oder Portugal. Es ist eine Illusion, dass mit einem EU-Beitritt viel Reichtum in die Ukraine käme. Vielmehr ist zu erwarten, dass die Preise schneller steigen als die Löhne und die Realeinkommen sinken, ähnlich wie in anderen beigetretenen Staaten.
Ukraine hat versäumt, sich zu entwickeln
Die Ukraine wurde 1991 unabhängig. Das Land hatte nach 1991 Zeit, sich zu entwickeln, die Korruption und Mafia-Systeme auszufegen, die Oligarchen zu entmachten und Unternehmen, Reichtum, Kultur und Demokratie aufzubauen. Das ist zu wenig passiert.
Daran ist aber nicht Russland schuld. Russland hat nach 1991 nicht in die ukrainische Politik eingegriffen, sondern man hat die Ukraine in die Unabhängigkeit ziehen lassen. Russland hat sich nach Jelzin ab 1999 unter Putin wirtschaftlich erholt und die Oligarchen eingebunden. Das Durchschnittseinkommen wuchs in Russland bis 2014 auf etwa das Dreifache der Ukraine. Warum geschah das nicht auch in der Ukraine? Die ukrainische Politik und Gesellschaft war offensichtlich nach drei Generationen kommunistischer Diktatur mit einem wirtschaftlichen und politischen Aufbau überfordert. Russland ist daran aber nicht schuld, sondern hat selbst das Problem der autoritären Altlast.
Viele Ukrainer schoben aber die Schuld auf Russland. In meinen Augen fand hier eine kollektive Projektion des eigenen Versagens nach außen statt, ein bekanntes psychologisches Muster.
Der Donbass-Krieg von 2014 bis 2022
Nach Jeans Schilderungen sei 2014 die russische Armee in die Krim und die Ostukraine einmarschiert. Die Proteste vor Ort seien klein gewesen und nicht von einer breiten Bevölkerung getragen. Die Abspaltungen der Krim und des Donbass hätte es auf Einfluss von Russland gegeben.
Jean war selbst nicht in der Ostukraine, hat aber Kontakte. Ein Bekannter sei im Krieg 2014 gestorben, als er gegen Soldaten aus Russland kämpfte. Eine Bekannte in einer südrussischen Stadt hat gesehen, wie eine ganze russische Garnison ausrückte. Für Jean waren das Belege für eine russische Invasion.
Die Geschichte eines Einmarsches Russlands in der Ostukraine ist damit aber nicht belegt. 2014 fand ein großes russisches Militärmanöver an der ukrainischen Grenze auf russischem Territorium statt, deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn eine Garnison ausrückte. Es ist bekannt, dass es tausende Freiwillige aus Russland gab, die bei den Donbass-Milizen mitkämpften. Darunter waren auch ehemalige Militärs und Geheimdienstleute.vii Da es sehr viele familiäre Verbindungen zwischen Ukraine und Russland gibt, ist das nicht verwunderlich. Einen offiziellen Einsatz der russischen Armee in der Ostukraine gab es aber nicht. In welchem Umfange es verdeckte Aktionen gab, ist natürlich unbekannt.
Jean argumentierte weiter, dass die Donbass-Milizen keine Waffen hatten, diese könnten nur von der russischen Armee gekommen sein. Offiziell sind mir keine russischen Waffenlieferungen bekannt, verdeckt kann es diese natürlich schon gegeben haben. Bekannt ist aber, dass die Donbass-Milizen Panzer und Waffen von übergelaufenen ukrainischen Einheiten bekommen haben. Auch viele bestehende Waffenlager der ukrainischen Armee in der Ostukraine wurden von den Milizen geleert. Belege dazu habe in meinem Buch „Wahrheitssuche im Ukraine-Krieg“ zusammengetragen.
Lügen der Kriegspropaganda
Um den Bürgerkrieg gegen die eigene Bevölkerung in der Ostukraine zu rechtfertigen, war die Hauptlinie der ukrainischen Kriegspropaganda, dies als Kampf gegen eine russische Invasion darzustellen. Das war ständig in den ukrainischen Medien. Am 24.04.2014 entlarvte der „Spiegel“, der nicht für russische Propaganda verdächtig ist, die Lügen-Propaganda Kiews:
„Ein angeblicher «russischer Agent» soll als Beweis für eine Invasion herhalten und entpuppt sich als fanatischer Freischärler.“ Und weiter schrieb der Spiegel: „Mit Fakten nimmt es Kiew mitunter nicht so genau. Als ein ukrainischer Journalist Fotos von einer Einheit der ukrainischen Armee veröffentlichte, die mitsamt ihrer Panzerfahrzeuge zu den Rebellen übergelaufen war, dementierte die Regierung umgehend: Es handele sich in Wahrheit um eine «militärische List». Die Einheit solle unter russischer Flagge vorstoßen und die Separatisten dann überwältigen. Als daraus nichts wurde, bezeichnete Kiew die Aufnahmen von ukrainischen Panzern mit russischer Trikolore als Fotomontage. Später dann machte die Meldung die Runde, die Einheit sei von prorussischen Kräften überwältigt geworden. Tatsächlich hatten sich Kiews Anti-Terror-Kräfte bereitwillig ergeben.“viii
Die Kiewer Kriegspropaganda wurde im Lauf der Zeit natürlich besser und weniger offensichtlich. So wurde das Framing aufgebaut, Russland habe 2014 eine Invasion in der Ostukraine durchgeführt, gegen die sich die Ukraine verteidigen muss.
Der Wille der dortigen Bewohner wurde dabei systematisch ausgeblendet. Dass es 2014 auf der Krim und in den Regionen Donezk und Lugansk Referenden zur Abspaltung von der Ukraine gab, zählte auch für Jean nicht. Die Referenden seien unter Zwang gelaufen. Um das zu belegen berichtete er von einer Bekannten aus dem Donbass, zu der Soldaten ins Haus gekommen seien und sie zur Abstimmung aufgefordert haben.
Das kann natürlich so gewesen sein. Diese Information reicht aber nicht: Haben die Soldaten über die Abstimmungsmöglichkeit informiert oder haben sie gedrängt? War es ein Einzelfall oder ein Normalfall? Die Referenden im Mai 2014 im Donbass fanden in ungeordneten Zuständen statt. Es gab auch bewaffnete Versuche die Durchführung des Referendums zu verhindern. Da kann alles Mögliche passiert sein. Ich kenne aber auch Berichte, die ich in meinem Buch dokumentiert habe, die sehr positiv über die Referenden sprachen und verneinten, dass es Druck auf die Abstimmenden gegeben habe. Soldaten seien nur zum Schutz vor den Wahllokalen gewesen. Die Informationslage ist beim Unabhängigkeitsreferendum 2014 auf der Krim besser, da es dort Wahlbeobachter gab, die nichts Negatives feststellten.
Bei allen Unabhängigkeitsreferenden gab es sehr hohe Zustimmungsraten für eine Abspaltung. Diese wurden durch repräsentative Umfragen in gleichen Zeitraum bestätigt. Es war ein Ausdruck des Willens der dortigen Bevölkerung. Das ist das Wesentliche. Wer der Ansicht ist, dass es zu viele Unregelmäßigkeiten bei den Referenden gegeben hat, sollte fordern, dass diese unter internationaler Beobachtung wiederholt werden. Das hat aber niemand gefordert. Stattdessen wurde dieser Willensausdruck der Ostukrainer einfach missachtet. Denn es passte nicht in die Kriegspropaganda-Erzählung einer russischen Invasion.
Gebrochenes Minsker Abkommen
Beim Minsker Abkommen bohrte ich im Gespräch mit Jean lange nach. Dieses sah nicht nur einen Waffenstillstand vor, sondern der Konflikt sollte grundsätzlich gelöst werden, indem die beiden Donbass-Regionen einen autonomen Status in der Ukrainischen Verfassung erhalten. Wie Südtirol in Italien sollten die Donbass-Regionen eine kulturelle Autonomie und viele föderale Rechte bekommen. Es wäre so einfach gewesen Frieden in der Ukraine herzustellen! Im Minsker Abkommen steht zehnmal, dass die ukrainische Regierung mit den Vertretern der Donbass-Republiken verhandeln müssen. Die Kiewer Regierung hat sich aber immer geweigert mit diesen überhaupt zu reden, denn das wäre eine Anerkennung der Republiken gewesen. Eine föderale Verfassung gab es auch nicht. Stattdessen wurde das Minsker Abkommen nur dazu benützt, um Zeit zu gewinnen, die Ukraine aufzurüsten und NATO- Waffen zu liefern. Das haben 2022 der ehemalige ukrainische Präsident Poroschenko, Angela Merkel und François Hollande, die alle das Abkommen unterzeichnet hatten, öffentlich zugegeben.
Interessant war hier die wegwischende Reaktion von Jean, die ich als Ausdruck ukrainischer Umgangsformen nehme. Das Abkommen und dessen Wortlaut ist egal. Wenn es nicht passt, dann hält man sich nicht daran. Ausgeblendet wird mit dieser emotionalen Reaktion aber, dass ein ungelöster Konflikt weiter brodelt und zu Schlimmeren führt.
Negative Erfahrungen in Russland
Lange Phasen des Gespräches mit Jean gingen um Russland, das er in der Zeit seiner Aufenthalte als autoritär erlebte. An der Uni war der Geheimdienst tätig und befragte Studenten, was der Professor in der Vorlesung gesagt habe. Er wurde bespitzelt, alle wurden bespitzelt, die Kollegen seien eingeschüchtert gewesen. Es gäbe in Russland nur sehr wenige Menschen, die sich gegen die Regierungspolitik äußern. Besser sei es, nach außen keine Meinung zu haben. Freie kulturelle Initiativen hätten es sehr schwer. Jean zeichnete aus seinen Erfahrungen ein düsteres Bild von Russland.
Für mich ist das aber nicht wichtig im Ukraine-Krieg. Damit müssen die Russen selbst fertig werden. Auch wenn es an Russland etwas zu kritisieren gibt, dann ist das niemals ein Grund, einen Krieg gegen Russland zu führen, wie es die NATO derzeit tut.
Verletzte Gefühle machen engstirnig – ein Frieden wäre so einfach gewesen
Für mich war das Gespräch mit Jean ernüchternd. Ich hatte erhofft, dass er neue Gesichtspunkte auf Basis eigener Erfahrungen bringen würde. Stattdessen formulierte er das ukrainische Russlandfeindbild, das festgefügt und resistent gegen widersprüchliche Tatsachen ist.
Ich habe durch das Gespräch aber besser verstanden, dass diesem Feindbild eine starke kollektive Opfertraumatisierung in der ukrainischen Bevölkerung zugrunde liegt. Es gibt viele Verletzungen in den Seelen. Sie fühlen sich als die ewigen Opfer. Gleichzeitig gibt es in der Ukraine Politiker und Medien, die genau mit diesen Traumata spielen und davon profitieren. Auch die USA und die NATO benützen diese Opfertraumatisierung, denn nur so ließ sich die Ukraine auf den Wahnsinn ein, einen Stellvertreterkrieg gegen die viel stärkere russische Armee zu führen.
Dabei spielt es keine Rolle, ob es die Unterdrückung durch Russland überhaupt gegeben hat. Die Gefühle sind da und werden als Wirklichkeit erlebt. Es spielt keine Rolle, dass Russland die Ukraine 1991 in die Unabhängigkeit hat ziehen lassen. Es spielt auch keine Rolle, dass Putin immer wieder erklärte, dass er keinerlei Ambitionen hat, Russland territorial zu erweitern. Oder dass er sagte, er habe auch nichts gegen eine EU-Beitritt der Ukraine. Ihm wird sowieso nicht geglaubt. Die Unterdrückungsgefühle sind da. Mit diesen gab es keine Möglichkeit die Sicherheitsbedürfnisse Russlands zu verstehen, für das ein NATO-Beitritt der Ukraine eine rote Linie ist. Aus diesen Unterdrückungsgefühlen heraus wurden auch die Bedürfnisse der russisch-verbundenen Ukrainer nicht verstanden, sondern diese wurden bekämpft.
Diesen Russland-Hass vor allem in der westukrainischen Bevölkerung führte zum Donbass-Krieg ab 2014. Mit dem Kriegseintritt Russlands 2022 wurden alle Vorurteile vollumfänglich bestätigt. Eine selbsterfüllende Prophezeiung.
Eine kollektive emotionale Verletzung macht blind und engstirnig. Die Ukraine hätte den Krieg ganz einfach verhindern oder nach der Kriegsausweitung im Februar 2022 schnell beenden können. Sie hätte nur das Vorhaben in die NATO einzutreten aufgeben, die Abspaltung der Krim akzeptieren und den Donbass-Regionen föderale autonome Rechte geben müssen.
Es wäre ziemlich einfach gewesen und hätte auch nicht weh getan. Doch dazu hätte die ukrainische Bevölkerung und Regierung über ihre eigenen Schatten der kollektiven emotionalen Opfertraumatisierung springen und das Russland-Feindbild überwinden müssen.
Stattdessen führte die Ukraine – von der NATO finanziert, beliefert und angefeuert – einen aussichtslosen Krieg gegen das vielfach größere Russland. Nun sind Hunderttausende gestorben, fast die Hälfte der ukrainischen Bevölkerung hat das Land verlassen. Ein Wahnsinn. Eine Tragödie im wahrsten Sinne des Wortes.
Nach dem Gespräch mit Jean habe ich den Eindruck, dass diese Tragödie bis zur Katharsis fortgeführt werden muss. Zu fest sind die Positionen. Erst eine Katharsis wird eine innere Reinigung ermöglichen.
Durch die ukrainische Offensive in der russischen Kursk-Region im August 2024 wurden nun von der Kiewer Regierung auch alle Hoffnungen auf Friedensverhandlungen zunichte gemacht. Der Krieg wird wohl bis zum bitteren Ende weitergehen.
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Thomas Mayer: Wahrheitssuche im Ukraine-Krieg – Um was es wirklich geht
Oktober 2023, kartoniert, 600 Seiten, durchgehend farbig bebildert, Euro 28,-, Print-ISBN 978-3-89060-863-1, E-Book-ISBN 978-3-89060-483-1
Infos zum Buch: https://kurzelinks.de/h10a
Thomas Mayer ist Bürgerrechtler, Meditationslehrer, Autor, www.thomasmayer.org
iAnmerkungen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Assoziierungsabkommen_zwischen_der_Europ%C3%A4ischen_Union_und_der_Ukraine (abgerufen am 9.7.2024)
ii https://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-abkommen-auf-eis-putin-bringt-ukraine-auf-ost-kurs-a-934875.html
iii https://de.wikipedia.org/wiki/Assoziierungsabkommen_zwischen_der_Europ%C3%A4ischen_Union_und_der_Ukraine#cite_note-deutschl-269721-14 (abgerufen am 9.7.2024)
iv https://www.zeit.de/politik/ausland/2013-12/janukowitsch-besuch-moskau-putin
v https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2015/4/billiges-gas-fuer-russlands-freunde/
vi Das bestätigt sogar der Spiegel: https://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-faktencheck-putin-und-der-legitime-praesident-a-957238.html
vii https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_im_Donbas#Motivationen_und_Drahtzieher
viii https://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-krise-wie-usa-und-russland-mit-propaganda-arbeiten-a-966009.html
In Abchasien treten der Präsident und der Premierminister zurück
Messermord in Esslingen – Staatsversagen auf ganzer Linie! | Gerald Grosz

Ein 56-jähriger Esslinger ist tot, weil Grenzzäune abgebaut und Bürger ungeschützt zurückgelassen wurden.
Während Politiker Brandmauern gegen Mitbewerber errichten, fehlt es an Schutz für die eigene Bevölkerung!
Ein Kommentar des DeutschlandKURIER
-Kolumnisten Gerald Grosz.
The post Messermord in Esslingen – Staatsversagen auf ganzer Linie! | Gerald Grosz appeared first on Deutschland-Kurier.
Eine Ampelregierung richtete Deutschland zugrunde: Jetzt kommt die „Austro-Ampel“
Am gestrigen Montag gaben ÖVP, SPÖ und NEOS bekannt, dass man nun in Regierungsverhandlungen eintreten werde: Österreich bekommt somit nach Ansicht von FPÖ-Generalsekretär NAbg. Michael Schnedlitz eine „Austro-Ampel der Verlierer“ – genau das, was die Menschen am 29. September nicht gewählt hätten. So werde es keinen Kurswechsel in Österreich geben. (Nicht nur) für Schnedlitz war dieser Montag entsprechend ein schwarzer Tag für die Demokratie.
Presseaussendung der FPÖ vom 18. November:
Wien (OTS) – Heute Mittag gaben ÖVP, SPÖ und Neos bekannt, dass sie nach den Sondierungen nun in Regierungsverhandlungen eintreten werden. Die „Austro-Ampel“ der Verlierer sei genau das, was die Menschen am 29. September nicht gewählt haben. „Der heutige Montag ist ein schwarzer Tag für die Demokratie in Österreich“, bedauerte FPÖ-Generalsekretär NAbg. Michael Schnedlitz. Die Aussage, wonach diese drei Parteien nicht zusammenarbeiten müssten, sondern dies wollen, sei besonders dreist: „In Wahrheit handelt es sich hier um ein ‚Karl-Nehammer-Jobsicherheits-Paket‘, denn in jeder anderen Konstellation wäre der Kanzler, der niemals in seinem Leben gewählt wurde, auch schon wieder Geschichte.“
Aufbruch und Zuversicht könne diese Regierung der Wahlverlierer keinesfalls auslösen. „Die ‚Austro-Ampel‘ will kein ‚Weiter wie bisher‘, liefert aber genau das – nur mit zwei anderen Parteien an der Seite des großen Wahlverlierers Karl Nehammer. Der hat nicht im Ansatz das Format, das ein Bundeskanzler braucht, denn wer in seiner Not Herbert Kickl für die Entwicklung der Gaspreise verantwortlich machen will, der zeigt, dass er nicht in der Lage ist, ein Land wie Österreich zu führen“, so Schnedlitz.
Dass sich die Neos als ‚Arbeitsplatzgarantie‘ für die taumelnde ÖVP hergebe, passe nur gut ins katastrophale Gesamtbild. „Als Steigbügelhalter werden die Neos dasselbe Schicksal erleiden wie die FDP in Deutschland. Sie werden in der Bedeutungslosigkeit verschwinden“, prophezeite der FPÖ-Generalsekretär.
„Die Österreicher haben am 29. September einen Kurswechsel in Österreich gewählt. Sie wollen, dass die FPÖ mit Herbert Kickl Verantwortung in unserem Land übernimmt. Die Systemparteien wollen das um jeden Preis verhindern und sich mit allen Kräften an der Macht halten. Der Wählerwille ist ihnen egal. Der große Verlierer ist unser schönes Land und seine Menschen“, so FPÖ-Generalsekretär NAbg. Michael Schnedlitz abschließend.
Ungarn verurteilt Bidens Raketen-Eskalation gegen Russland

„Die EU-Führung nimmt auch weiterhin die neuen Realitäten nicht zur Kenntnis, die der Wahlsieg von Donald Trump in den USA nach sich zieht.“ Diese Einschätzung gab Péter Szijjártó vom Treffen der EU-Außenminister am Montag in Brüssel. Statt sich der neuen Realität zu stellen, unternehme die „Elite der Kriegstreiber“ einen letzten verzweifelten Versuch, gegen den Willen […]
Neuer Bericht beschreibt engen Zusammenhang zwischen Alkohol und Krebs
Analyse von Dr. Joseph Mercola
Die Geschichte auf einen Blick
- Der Bericht der American Association for Cancer Research aus dem Jahr 2024 zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebsrisiko auf. 5,4 % der Krebsfälle in den USA im Jahr 2019 sind auf Alkohol zurückzuführen – und das ist wahrscheinlich noch zu niedrig angesetzt
- Sechs Krebsarten stehen in direktem Zusammenhang mit übermäßigem Alkoholkonsum: Leber-, Brust-, Darm-, Speiseröhren-, Magen- sowie Kopf- und Halskrebs
- Selbst leichtes Trinken erhöht das Krebsrisiko. Eine Biobank-Studie aus Großbritannien ergab, dass bereits ein geringer Alkoholkonsum das Krebssterblichkeitsrisiko erhöht, insbesondere in gefährdeten Bevölkerungsgruppen
- Die krebserregende Wirkung von Alkohol beginnt im Mund, wo Bakterien ihn in Acetaldehyd umwandeln. Er stört auch den Hormonhaushalt, die Darmgesundheit, die Mitochondrienfunktion und die Schlafmuster, was das Krebsrisiko weiter erhöht
- Der Verzicht auf Alkohol ist die beste Vorbeugung. Für diejenigen, die Alkohol trinken, kann die Einnahme von N-Acetylcystein (NAC)-Präparaten vor dem Alkoholkonsum dazu beitragen, die schädlichen Auswirkungen zu verringern
Die American Association for Cancer Research (AACR) hat ihren Cancer Progress Report 2024 veröffentlicht, der einen signifikanten Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebsrisiko aufzeigt. Während viele Menschen die schädlichen Auswirkungen von Alkohol auf die Lebergesundheit kennen, ist seine Rolle bei der Krebsentstehung weniger bekannt.
Dem Bericht zufolge wurden jedoch 5,4 % aller Krebsfälle in den USA im Jahr 2019 auf Alkoholkonsum zurückgeführt. Diese Statistik unterschätzt jedoch wahrscheinlich den wahren Anteil von Alkohol an der Krebsinzidenz, da einige Experten glauben, dass Alkohol zu einem Drittel aller Krebserkrankungen beitragen könnte – und selbst diese Schätzung könnte noch zu niedrig sein.
Sechs Krebsarten, die eng mit Alkohol in Verbindung stehen
Der moderate Alkoholkonsum, der früher als harmlos oder sogar vorteilhaft galt, wird heute als gesundheitsschädlich angesehen, wobei es keine sichere Menge an Alkoholkonsum gibt. Der AACR-Bericht unterstreicht die dringende Notwendigkeit, das Bewusstsein für diesen vermeidbaren Risikofaktor zu schärfen und Maßnahmen zu ergreifen, um ihn zu mindern.
Dennoch sind sich 51 % der Amerikaner nicht bewusst, dass der Alkoholkonsum ihr Risiko für bestimmte Krebsarten erhöht. Der AACR-Bericht identifiziert sechs Krebsarten, die in direktem Zusammenhang mit übermäßigem Alkoholkonsum stehen:
- Leberkrebs
- Brustkrebs
- Darmkrebs
- Speiseröhrenkrebs
- Magenkrebs
- Kopf- und Halskrebs
Die gute Nachricht ist, dass eine Reduzierung oder Einstellung des Alkoholkonsums einen erheblichen positiven Einfluss auf das Krebsrisiko hat. Laut dem AACR-Bericht senken Personen, die ihren Alkoholkonsum reduzieren oder ganz aufhören zu trinken, ihr Risiko, an alkoholbedingten Krebserkrankungen zu erkranken, um 8 %.
Diese Reduzierung des Alkoholkonsums ist mit einer Verringerung des Risikos für alle Krebsarten um 4 % im Vergleich zu Personen verbunden, die ihren Alkoholkonsum beibehalten oder erhöhen.
Neue Studie stellt vermutete Vorteile des leichten Alkoholkonsums in Frage
Eine aktuelle Studie der Biobank-Kohorte aus Großbritannien hat die wachsende Zahl an Belegen dafür ergänzt, dass selbst moderater und leichter Alkoholkonsum das Krebsrisiko erhöht. Die Studie, an der 135.103 ältere Erwachsene teilnahmen, ergab, dass ein geringer Alkoholkonsum das Krebssterblichkeitsrisiko erhöht, insbesondere bei Personen mit gesundheitsbezogenen oder sozioökonomischen Risikofaktoren.
Diese Erkenntnis steht im Widerspruch zu früheren Studien, die von einer schützenden Wirkung des moderaten Alkoholkonsums auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Gesamtmortalität berichteten. Der Unterschied könnte auf die verbesserte Methodik dieser Studie zurückzuführen sein, bei der Gelegenheitstrinker als Referenzgruppe und nicht Abstinenzler herangezogen wurden, wodurch Selektionsverzerrungen vermieden wurden, die frühere Forschungsarbeiten erschwert haben.
In dieser Studie wurden die Trinkgewohnheiten anhand des täglichen Alkoholkonsums kategorisiert. Als Gelegenheitstrinker wurden Personen definiert, die täglich 2,86 Gramm oder weniger Alkohol zu sich nahmen, was etwa 1,4 Getränken oder weniger pro Woche entspricht. Als risikoarme Trinker wurden Männer definiert, die täglich mehr als 2,86, aber nicht mehr als 20 Gramm zu sich nahmen (etwa ein bis zehn Getränke pro Woche), und Frauen, die täglich mehr als 2,86, aber nicht mehr als 10 Gramm zu sich nahmen (etwa ein bis fünf Getränke pro Woche).
Zu den Personen mit mäßigem Risiko gehörten Männer, die täglich zwischen 20 und 40 Gramm (10 bis 20 Getränke pro Woche) zu sich nahmen, und Frauen, die täglich zwischen 10 und 20 Gramm (5 bis 10 Getränke pro Woche) zu sich nahmen.
Als Hochrisikotrinker wurden Männer eingestuft, die täglich mehr als 40 Gramm (mehr als 20 Getränke pro Woche) und Frauen, die täglich mehr als 20 Gramm (mehr als 10 Getränke pro Woche) konsumierten. Zur Veranschaulichung: Ein Standardgetränk in den USA enthält etwa 14 Gramm reinen Alkohol, was in etwa einem 12-Unzen-Bier, einem 5-Unzen-Glas Wein oder einem 1,5-Unzen-Schnapsglas entspricht.
Im Vergleich zu Gelegenheitstrinkern wiesen Personen mit geringem Risiko eine höhere Krebssterblichkeit auf, Personen mit mittlerem Risiko zeigten eine erhöhte Gesamt- und Krebssterblichkeit und Personen mit hohem Risiko waren in allen Kategorien der Gesamt-, Krebs- und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit einem erhöhten Risiko ausgesetzt.
Ihr sozioökonomischer Status und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand spielen ebenfalls eine Rolle dabei, wie sich Alkohol auf Ihr Sterberisiko auswirkt. Die negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums waren bei Personen mit gesundheitlichen und sozioökonomischen Risikofaktoren stärker ausgeprägt. In diesen Gruppen wiesen selbst Personen mit geringem Risiko höhere Sterberaten auf, insbesondere durch Krebs.
Der zerstörerische Weg des Alkohols in Mund und Rachen
Wenn Sie Alkohol trinken, wird das Ethanol in alkoholischen Getränken in Acetaldehyd umgewandelt, eine stark mutagene Verbindung. Dieser Prozess beginnt direkt in Ihrer Mundhöhle, wo Bakterien und Hefen in Ihrer normalen Mundflora Alkohol in Acetaldehyd umwandeln. Je länger Ethanol in Ihrem Körper verweilt, desto mehr Acetaldehyd sammelt sich in Ihrem Speichel an.
Mutagene Acetaldehydwerte können durch den Konsum von verdünntem Wodka in nur 20 bis 40 Minuten erreicht werden. Diese lokale Ansammlung eines krebserregenden Stoffes setzt das empfindliche Gewebe in Ihrem Mund einem erheblichen Risiko für DNA-Schäden und Zellveränderungen aus, die zur Tumorbildung führen.
Daher ist Alkohol einer der Hauptrisikofaktoren für Mundkrebs, und das Risiko steigt in Kombination mit Tabakkonsum. Das Ethanol in alkoholischen Getränken wirkt als Lösungsmittel und fördert das Eindringen tabakspezifischer Karzinogene in die Mundschleimhaut. Darüber hinaus dehydriert Alkohol die Zellmembranen und macht sie durchlässiger für schädliche Substanzen. Alkohol stört auch die DNA-Reparaturmechanismen.
Auch Speiseröhrenkrebs steht in engem Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum. Nach der Entfernung genetischer Ausreißer-Varianten ergab eine in Epidemiologia veröffentlichte Studie, dass der Alkoholkonsum mit einem 3,44-mal höheren Risiko für die Entwicklung von Speiseröhrenkrebs verbunden ist.
In Ihrer Speiseröhre, wo das Gewebe besonders anfällig ist, können DNA-Schäden durch Acetaldehyd zu Mutationen und schließlich zu Krebs führen. Die Studie ergab auch ein erhöhtes Risiko für Gallenwegskrebs, wobei der Alkoholkonsum das Risiko um das 3,86-fache erhöht.
Alkohol schadet Ihrem Hormonhaushalt und Ihrer Darmgesundheit
Ein weiteres heimtückisches Risiko von Alkohol sind seine Auswirkungen auf Ihre Hormone, insbesondere auf das Gleichgewicht zwischen Testosteron und Östrogen. Alkohol erhöht die Umwandlung von Testosteron in Östrogen, was sowohl bei Männern als auch bei Frauen verschiedene negative Auswirkungen hat. Östrogene sind einer der Hauptfaktoren, die Ihr Krebsrisiko erhöhen.
Alkohol erhöht das Krebsrisiko auch über andere Mechanismen, darunter nicht nur die Acetaldehyd-Toxizität, sondern auch Entzündungen, ein durchlässiger Darm und eine geschwächte Immunfunktion. Alkoholkonsum stört auch den Schlaf, was bedeutet, dass Sie keinen erholsamen Nachtschlaf bekommen, wenn Sie trinken, was ein weiterer Risikofaktor für Krebs ist.
Alkoholkonsum wirkt sich negativ auf das Darmmikrobiom und die Darm-Leber-Hirn-Achse aus, ein bidirektionales Kommunikationsnetzwerk, das diese drei entscheidenden Systeme in Ihrem Körper miteinander verbindet. Die antimikrobiellen Eigenschaften von Alkohol, die ihn für die Sterilisation wirksam machen, töten auch wahllos nützliche Darmbakterien ab.
So führt der Alkoholkonsum beispielsweise zu einer Verringerung von Akkermansia muciniphila, einer nützlichen Bakterienart, die natürlicherweise im menschlichen Darm vorkommt. Dies wiederum wird mit einer „Fehlregulation der mikrobiellen Metabolitenproduktion, einer beeinträchtigten Darmpermeabilität, der Auslösung chronischer Entzündungen und der Produktion von Zytokinen“ in Verbindung gebracht.
Wie Alkohol in Ihrem Körper verheerende Schäden anrichtet
Um die Auswirkungen von Alkohol auf Ihre Gesundheit in vollem Umfang zu verstehen, ist es wichtig, die komplizierten Prozesse zu verstehen, die sich in Ihrem Körper abspielen, wenn Sie Alkohol konsumieren. Die Verstoffwechselung von Alkohol ist ein energieintensiver Prozess, der Ihrem Körper essentielle Nährstoffe und Cofaktoren entzieht. Dieser erhebliche Energiebedarf stellt eine erhebliche Belastung für Ihr System dar und beeinträchtigt verschiedene Aspekte Ihrer Gesundheit.
Bei diesem Stoffwechselprozess entstehen auch schädliche Nebenprodukte, wobei Acetaldehyd ein bemerkenswertes Beispiel ist. Diese toxische Verbindung schädigt Ihre Zellen, nicht nur direkt, sondern stört auch das gesamte physiologische Gleichgewicht Ihres Körpers.
Die Auswirkungen des Alkoholkonsums erstrecken sich auch auf Ihr endokrines System und bringen Ihre Hormone und Ihren Blutzuckerspiegel aus dem Gleichgewicht. Diese Störungen äußern sich in Stimmungsschwankungen und unregelmäßigen Energieniveaus und ebnen gleichzeitig den Weg für chronische Erkrankungen wie Diabetes und Schilddrüsenerkrankungen.
Darüber hinaus kann Ihre Leber, die eine entscheidende Rolle bei der Neutralisierung schädlicher Substanzen spielt, überlastet werden. Wenn die Leistungsfähigkeit Ihrer Leber beeinträchtigt ist, verringert sich ihre Fähigkeit, andere Giftstoffe zu verarbeiten, was zu einer Anhäufung schädlicher Substanzen in Ihrem Körper führt.
Die Auswirkungen von Alkohol beschränken sich nicht nur auf Ihre inneren Organe, sondern betreffen auch Ihren Verdauungstrakt. Durch die Schädigung der Darmschleimhaut und die Störung des empfindlichen Gleichgewichts Ihres Mikrobioms – des komplexen Ökosystems der in Ihrem Verdauungssystem lebenden Mikroorganismen – beeinträchtigt Alkohol sowohl Ihre Verdauungsgesundheit als auch Ihre Immunfunktion.
Diese Störung löst eine Reihe von Problemen aus, von unmittelbaren Verdauungsbeschwerden bis hin zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen und langfristigen gesundheitlichen Komplikationen.
Tatsächlich hat der Alkoholkonsum Ähnlichkeiten mit dem Verzehr übermäßiger Omega-6-Fette, wie z. B. Linolsäure, was die schädlichen Verbindungen betrifft, die sie produzieren. Bei der Verstoffwechselung erzeugen diese Substanzen oxidierte Linolsäuremetaboliten, die als OXLAMs bekannt sind.
Das gemeinsame Merkmal dieser Moleküle ist ihre Natur als reaktive Aldehyde. Alkohol verwandelt sich, wie bereits erwähnt, in ein reaktives Aldehyd namens Acetaldehyd. Diese reaktiven Aldehyde richten im gesamten Körper verheerende Schäden an, indem sie die Mitochondrien – die Kraftwerke Ihrer Zellen – schädigen und den Alterungsprozess auf zellulärer Ebene beschleunigen.
Alkohol schädigt die Funktion Ihrer Mitochondrien
Früher habe ich gelegentlich Alkohol getrunken, aber das hat sich geändert, nachdem ich mich eingehender mit den gesundheitlichen Auswirkungen von Alkohol befasst habe. Mit diesem Wissen habe ich beschlossen, ganz darauf zu verzichten. Ich möchte Sie dazu auffordern, Ihre eigenen Alkoholkonsumgewohnheiten kritisch zu hinterfragen – und sich selbst in die wissenschaftliche Literatur zu vertiefen. Wägen Sie den momentanen Genuss des Trinkens gegen den wissenschaftlich erwiesenen Schaden ab, den es Ihrem Körper zufügt.
Die wirksamste Methode, um den negativen Auswirkungen von Alkohol vorzubeugen, ist, ganz auf Alkohol zu verzichten. Wenn Sie jedoch beabsichtigen, Alkohol zu konsumieren, können Sie sich durch die Einnahme von N-Acetylcystein (NAC)-Präparaten im Voraus schützen. NAC, das aus der Aminosäure Cystein gewonnen wird, fördert die Glutathionproduktion und wirkt der Acetaldehyd-Toxizität entgegen, die ein Hauptfaktor für Kater-Symptome ist.
Die Einnahme von mindestens 200 Milligramm NAC etwa 30 Minuten vor dem Trinken kann dazu beitragen, die schädlichen Auswirkungen von Alkohol zu verringern. Es wird angenommen, dass die Kombination von NAC mit Vitamin B1 (Thiamin) die Wirksamkeit von NAC erhöhen kann.
Für eine optimale Gesundheit sollten Sie jedoch in Betracht ziehen, auf Alkohol vollständig zu verzichten und stattdessen die Gründe zu erforschen, warum Sie Alkohol trinken. Ob es nun an Stress, sozialem Druck oder einfach an Gewohnheit liegt, suchen Sie nach alternativen Methoden, um diese Bedürfnisse zu erfüllen. Dazu könnte gehören, soziale Aktivitäten zu wählen, bei denen nicht getrunken wird, alternative Methoden zur Stressreduzierung zu nutzen oder Ihre Routine zu ändern, damit Sie nicht in Versuchung geraten, zu trinken.
Diese Erkenntnisse über die Auswirkungen von Alkohol sind Teil einer umfassenderen Untersuchung, die ich zu den wichtigsten Faktoren durchgeführt habe, die Gesundheit und Langlebigkeit beeinflussen. Im Mittelpunkt dieser Forschung steht die entscheidende Rolle der mitochondrialen Gesundheit. Ich gehe in meinem Buch „Your Guide to Cellular Health: Unlocking the Science of Longevity and Joy“ ausführlich auf dieses Thema ein und zeige, dass die Verbesserung der mitochondrialen Funktion sowohl für die Vorbeugung als auch für die Heilung von Langzeiterkrankungen unerlässlich ist.
Alkoholkonsum ist nur einer von mehreren Schlüsselfaktoren, die sich negativ auf die Mitochondrien auswirken und den Alterungsprozess beschleunigen. Zu den weiteren wichtigen Faktoren gehören ein Überangebot an Omega-6-Fettsäuren, die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern (EMF) und Chemikalien, die das endokrine System stören. Indem Sie diese schädlichen Einflüsse eliminieren und der Gesundheit Ihrer Zellen Priorität einräumen, können Sie Ihr allgemeines Wohlbefinden erheblich steigern und Ihre Lebenserwartung verlängern.
Quellen:
- 1 American Association for Cancer Research (AACR) Cancer Progress Report 2024
- 2, 3, 5 AACR Cancer Progress Report 2024, Contents, Reducing the Risk of Cancer Development, Reduce Alcohol Consumption
- 4 AACR Cancer Progress Report 2024, Contents, Reducing the Risk of Cancer Development, Reduce Alcohol Consumption, Figure 12
- 6, 7 JAMA Netw Open. 2024;7(8):e2424495. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2024.24495
- 8, 9 Cancers (Basel). 2024 Sep 14;16(18):3156
- 10 Epidemiologia (Basel). 2024 Sep 17;5(3):618–626
- 11 Alcohol November 2000, Volume 22, Issue 3, Pages 123-127
- 12, 13 Molecular Nutrition & Food Research
Der Tod der Demokratie
Hans-Jürgen Geese
Wenn ein Mensch stirbt und die Todesursache ist nicht ersichtlich, dann wird ein „post mortem“ durchgeführt, eine Obduktion, eine innere Leichenschau. Der Mediziner sucht und sucht bis er schließlich die Ursache oder die Ursachen des Todes gefunden hat. Auf einmal erkennt der Herr Doktor, wie die Zusammenhänge zu verstehen sind, ihm wird klar, woran dieser arme Mensch vor ihm starb.
Jetzt, wo die Demokratie tot ist, müsste man doch eigentlich erwarten, dass endlich ein Experte auftritt und das „post mortem“ dieser Demokratie durchführt. Aber bevor der Experte eines Tages in die Demokratieleiche hineinschaut, kann man schon aufgrund von bloßem Augenschein zuvor ein paar triftige Vermutungen anstellen, die zu dem berühmten „Aha-Erlebnis“ führen könnten. Beispiel:
Jedes Jahr werden weltweit Umfragen durchgeführt, um herauszufinden, in welchem Land die Menschen am glücklichsten sind, wo die Glaubwürdigkeit der Politik am höchsten ist, wo die Demokratie blüht und wo sie dahinschwindet und viele andere Fragen mehr, deren Antworten irgendwie zumindest darauf hindeuten, wo die Demokratie noch am Leben sein mag und wo sie bereits mausetot ist. Das erstaunliche ist, dass es sich bei den Ländern mit den vitalsten Lebenszeichen der Demokratie immer (immer!) um kleine Länder handelt. Daher: „Aha!“
Mysteriöser Kabelbruch in der Ostsee: Finnlands digitale Lebensader durchtrennt
Am Morgen des 18. Novembers 2024 verstummte das strategisch wichtige Unterseekabel C-Lion1, die digitale Hauptschlagader zwischen Finnland und Deutschland. War es nur ein „technischer Defekt“, oder doch Sabotage?
Die finnische Netzwerkfirma Cinia, Betreiberin des 2016 verlegten Hochleistungskabels, gibt sich wortkarg. In einer knappen Mitteilung heißt es lediglich, dass die Reparaturarbeiten zwischen 5 und 15 Tagen in Anspruch nehmen könnten. Das 144 Terabit pro Sekunde starke Datenkabel verbindet – oder besser gesagt verband – die Rechenzentren Nordeuropas mit Zentraleuropa.
Einem Unternehmenssprecher zufolge sei Fremdeinwirkung nicht unwahrscheinlich, man geht aber bislang davon aus, dass „C-Lion1“ durch einen Anker oder ein Grundschleppnetz durchtrennt wurde. Informationen über vorsätzliche Sabotage liegen demnach aktuell nicht vor.
Nach den Nord Stream-Attentaten dürfte es freilich manchem schwer fallen, an Unfälle zu glauben. In den sozialen Netzen versuchen bereits Laien und Hobbyexperten, verdächtige Schiffe, die sich zum geschätzten Tatzeitpunkt in der Nähe befanden, auszumachen. Man hatte unter anderem bereits ein russisches, ein chinesisches und ein britisches Schiff im Visier. Passenderweise hatten das Auswärtige Amt und das finnische Außenministerium bereits konstatiert: „Die Tatsache, dass ein solcher Vorfall sofort den Verdacht auf vorsätzliche Beschädigung aufkommen lässt, spricht Bände über die Unbeständigkeit unserer Zeit.“
Finnlands digitale Infrastruktur ist zwar durch redundante Systeme geschützt, dennoch zeigt der Vorfall einmal mehr die Verwundbarkeit unserer vernetzten Welt. Während ein Reparaturschiff sich auf den Weg macht, bleibt die bange Frage: War es wirklich nur ein technischer Defekt oder Unfall? Oder erleben wir gerade einen weiteren Akt in einem größeren geopolitischen Drama?
Bagger planieren „Grimms Märchenwald“: Jahrhunderte alte Bäume müssen 18 Windrad-Monstern weichen!

Sie haben es wirklich getan, diese Frevler! Im tausend Jahre alten Reinhardswald im Norden Hessens rollen die Bagger an. Jahrhunderte alte Bäume müssen 18 Windradmonstern weichen. Wieder einmal zeigt sich die hässliche Fratze der gescheiterten Energiewende.
Der Reinhardswald hat die Gebrüder Grimm zu vielen ihrer weltberühmten Märchen inspiriert. Hier haben sie u.a. „Rapunzel“ und „Dornröschen“ geschrieben. Das Dornröschen-Schloss, in dem nach Grimms Märchen die Prinzessin 100 Jahre von Dornen umrankt schlief, wird bis 2026 von 18 bis zu 240 Meter hohen Windrädern umspargelt sein. Jedes Rotorblatt hat mit 70 Metern Länge die Ausmaße eines Airbus A380.
Das „Rotkäppchen“ weint, das „Schneewittchen“ schluchzt und auch die Menschen hier im Norden Hessens weinen – vor Wut!
Das als „Grimms Märchenwald“ bekannte Waldgebiet gilt als besonders artenreich. Nach Angaben der Waldverwaltung wurde es als „European Prime Butterfly Area“ ausgezeichnet. Das Schicksal von abertausenden Bäumen scheint besiegelt.
Bei der Rodung werden im Herzen des Waldes gewaltsam die Wurzeln der zuvor gefällten Bäume aus dem Boden gerissen und zerkleinert, um ausreichend Platz für Beton und Asphalt zu machen. Im Namen der Klima-Religion versündigen sich die Frevler an einem Naturpark und einem der letzten großen, artenreichen Waldgebiete Deutschlands.
Unbeeindruckt von Protesten und Klagen der Anwohner wird einer der schönsten und ältesten Kulturwälder Deutschlands abgeholzt und plattgewalzt. Die Windbarone und ihre willfährigen Handlanger in der schwarz-„grünen“ Landesregierung in Wiesbaden zerstören eine einzigartige Kulturlandschaft, obwohl noch gar keine Gerichts-Entscheidung zur Rechtsmäßigkeit des Windparks vorliegt. Neun Verfahren sind noch anhängig.
Weder sollen Zufahrtswege in der Breite einer Autobahn abschließend genehmigt sein, noch ist über die Klagen gegen den Windrad-Bau entschieden. Auch noch ungeklärt: Brand- und Katastrophenschutz, Trinkwasser- und Hochwasserschutz.
Dennoch hat der Windpark-Betreiber mit den Arbeiten begonnen. Die Frevler berufen sich auf das Gutachten einer Berliner Anwaltskanzlei. Dies käme zu dem Schluss, dass die Gerichte am Ende grünes Licht geben werden, weil wegen der „Klimakrise“ erneuerbare Energien einen besonderen Stellenwert hätten. Der Windpark soll 2026 in Betrieb gehen.
Verantwortlich für diesen Raubbau sind „Grüne“ und CDU, die in Hessen gemeinsam regieren. Trotz des immer deutlicher werdenden Scheiterns der sogenannten Energiewende setzen sich linksgrüne Regierungen in Deutschland in ihrem Klima-Wahn über den Artenschutz, den Kultur- und Landschaftsschutz, aber auch über den Schutz der Menschen vor gesundheitlichen Schäden hinweg.
STOPPT ENDLICH DIESEN WAHNSINN!
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Covid-Tribunale? So will Kennedy der Korruption entgegentreten
RFK Jr. fordert Untersuchungen gegen Pharma- und Medizinlobby – Kritik an ethischem Verfall in der Medizin
Robert F. Kennedy Jr., kürzlich von Donald Trump als Gesundheitsminister ernannt, hat angekündigt, das Justizministerium aufzufordern, die Verstrickungen zwischen der Pharmaindustrie, medizinischen Disziplinargerichten und medizinischen Fachzeitschriften zu untersuchen. Er kritisiert, dass Ärzte und Wissenschaftler, die sich gegen die Interessen der Pharmaindustrie stellen, systematisch unter Druck gesetzt werden.
„Das Justizministerium wird auch die medizinischen Fachzeitschriften vorladen, die von der Pharmaindustrie korrumpiert wurden, um klarzustellen, dass sie angeklagt werden können, wenn sie weiterhin Studien zurückziehen oder deren Veröffentlichung verweigern, nur weil sie den Interessen der Pharmaindustrie widersprechen“, erklärte Kennedy. Er betonte zudem, die Arbeitsweise der National Institutes of Health (NIH) grundlegend verändern zu wollen.
Kennedy sprach ebenfalls von geplanten Covid-Tribunalen, die nach seiner Amtsübernahme stattfinden sollen. Dies sei eine notwendige Konsequenz aus den Enthüllungen über die Manipulationen und Absprachen in der Pandemiebekämpfung.
NEW: RFK Jr. says there will be COVID trials once appointed as Secretary of HHS
Says the Trump admin will use RICO filings to break up big pharmaceutical cartels and punish corruption with severe legal penalties
So it begins
pic.twitter.com/JFGGeTDxl6— E (@ElijahSchaffer) November 14, 2024
Auch die Ärztin Mery Naas äußerte sich in diesem Zusammenhang und unterstützte Kennedys Initiative: „RFK Jr. sagt, er werde das Justizministerium bitten, die geheimen Absprachen der medizinischen Gremien zu untersuchen, die uns angegriffen haben, weil wir den Menschen lediglich die Wahrheit über die COVID-Impfstoffe gesagt und ihnen sichere, nicht patentierte Medikamente gegeben haben, die gegen COVID gewirkt haben.“
RFK, Jr. says he will ask the Justice Department to investigate collusion by the medical boards that attacked us for simply telling people the truth about COVID vaccines and giving them safe, unpatented meds that worked for COVID.
My Medical Board smeared me in a shocking way,… https://t.co/So6fkeKOu2
— MERYL NASS, MD (@NassMeryl) November 15, 2024
Naas schilderte ihre eigenen Erfahrungen mit der Ärztekammer: „Meine Ärztekammer hat mich auf schockierende Art und Weise verleumdet und aus der Luft gegriffene Lügengeschichten erfunden, um die unrechtmäßige Aussetzung meiner Zulassung zu rechtfertigen. Ich kann es kaum erwarten, dass die Untersuchung beginnt.“
Sie hofft, dass diese Maßnahmen den Weg zu einer Rückbesinnung auf ethische Medizin ebnen: „Vielleicht lernen Ärzte und Vorstandsmitglieder wieder, was ethische Medizin bedeutet: Alles für den Patienten. Nichts für die Regierung, die Pharmaindustrie, die Versicherer oder das Geld des Arztes darf unser Handeln beeinflussen.“
Kennedys Vorschläge stoßen auf breite Aufmerksamkeit und könnten weitreichende Konsequenzen für das Gesundheitssystem und den Umgang mit medizinischen Entscheidungen haben.
Schweiz: Afghane schändet berühmte historische Marienfigur im Gotteshaus
In einer Zeit, in der das Abendland nicht nur seine Werte, sondern offenbar auch seine Kunstschätze verteidigen muss, ereignete sich im beschaulichen Einsiedeln in der Schweiz ein Vorfall, der selbst einen hartgesottenen Beobachter sprachlos macht. Ein Afghane schändete eine Marienfigur in einer Kirche – und das während eines Gottesdienstes.
Ein angeblich verwirrter 17-jähriger afghanischer Asylbewerber, dessen Name aus „jugendschutzrechtlichen Gründen“ nicht genannt wird, lieferte eine Performance ab, die man bestenfalls als kulturellen Kurzschluss bezeichnen könnte. Während eines Gottesdienstes stürmte er zur gotischen Marienstatue aus dem 15. Jahrhundert – einem kunsthistorischen Kleinod aus Lindenholz – und inszenierte eine verstörende Ein-Mann-Show. Beim Ziel seiner Agitation handelte es sich um die berühmte „Schwarze Madonna von Einsiedeln„, ein Gnadenbild, das jedes Jahr viele fromme Pilger besuchen.
Was folgte, war keine gewöhnliche Sachbeschädigung, sondern eine regelrechte Demontage religiöser Symbolik: Der junge Mann entkleidete die Marienfigur und krönte sein Werk damit, dass er sich ihre Krone selbst aufs Haupt setzte – eine Geste von geradezu biblischer Ironie.
Die Ordnungshüter und Geistlichen, die dem Treiben schließlich ein Ende setzten, reagierten mit der sprichwörtlichen Schweizer Besonnenheit. Der Täter wurde zunächst in Gewahrsam genommen und später in psychiatrische Obhut übergeben – womöglich ein Glücksfall für alle Beteiligten. Bemerkenswert ist die geradezu diplomatische Zurückhaltung der Klostergemeinschaft. Auf ihrer Webseite ist lediglich von einer „verwirrten Person“ die Rede – eine Formulierung, die in ihrer Neutralität schweizerischer nicht sein könnte. Das Kloster äußerte sich mit den Worten: „Wir bedauern diesen Vorfall zutiefst und denken an die vielen Menschen, deren religiöse Gefühle verletzt wurden.“
Die Marienstatue selbst kam mit leichten Blessuren davon – was man von unserem gesellschaftlichen Zusammenleben nicht unbedingt behaupten kann. Als Antwort auf den Vorfall rief das Kloster zum Rosenkranzgebet auf – ein Zeichen für „Frieden und Versöhnung“, wie es hieß. Eine noble Geste, gewiss, aber auch eine, die Fragen aufwirft: Wie viel kulturelle Kollision verträgt unsere Gesellschaft? Und wann wird aus gut gemeinter Toleranz eine gefährliche Selbstaufgabe?
Die Motivation des jungen Mannes bleibt im Dunkeln. Vielleicht war es ein Akt der Verwirrung, vielleicht ein islamistisches Statement. Falls das Motiv geklärt werden kann bleibt fraglich, ob es der Öffentlichkeit auch mitgeteilt wird.
Arzt klärt über Masern-Impfung auf: Wirksamkeit, Nebenwirkungen, Befreiung vom Impfzwang
Impfzwänge geraten inzwischen immer stärker in die Kritik: Auch die faktische Masern-Impfpflicht steht am Pranger. Für den MWGFD hat Arzt Andreas Diemer die Masernkrankheit sowie Wirksamkeit und Nebenwirkungen der Impfung erörtert. Ein bekanntes Problem: Die wissenschaftliche Datenlage ist in Wahrheit mangelhaft. Für Kindergarten, Schule und Arbeitsplätze in bestimmten Bereichen herrscht trotzdem eine Nachweispflicht für die Impfung. Kann man dieser entgehen?
Aussendung des MWGFD, veröffentlicht am 18.11.2024; Autor: Andreas Diemer, Arzt und MWGFD-Mitglied
Die Krankheit
Masern sind eine seltene Krankheit, und nicht erst seit Einführung der Impfung ca. 1960 stark rückläufig. Die Fallzahlen der letzten Jahre liegen in Deutschland alle unter 100/Jahr (zum Vergleich: Herzinfarkte 180.000).
Eine gefürchtete Komplikation ist die Gehirnentzündung (SSPE), die manchmal erst lange Zeit nach der Erkrankung (aber auch nach der Impfung!) auftritt. Sie betrifft im Schnitt nur jeden 10.000ten Masernfall, d.h. pro Jahr 0,01 in Deutschland.
Zur Behandlung der Masern werden üblicherweise Fiebersenker benutzt, was sich als tragischer Fehler herausstellte. Das Auftreten der Gehirnentzündung wird dadurch nämlich wahrscheinlicher!
Bereits in den 1960er Jahren hat der Arzt Dr. Bob C. Witsenburg in einer Klinik in Ghana festgestellt, dass sich unter seinen Masern-Patienten paradoxerweise gerade diejenigen am besten erholten, die das höchste Fieber und den stärksten Ausschlag aufgewiesen hatten. Als er daraufhin bei der Hälfte seiner Patienten die vorsorglich gegebenen Fiebersenker einfach weggelassen habe, sei die Sterberate in dieser Gruppe erstaunlicherweise von 35 % auf 7 % gesunken. Ein naturheilkundlich arbeitender Arzt wird das deshalb nicht tun. Er verordnet Vitamin A, mittlerweile sogar von der WHO empfohlen. Masern durchzumachen hat auch große Vorteile. In Studien konnte gezeigt werden, dass im späteren Leben viel seltener Diabetes, Leukämie, Brustkrebs, Autoimmunkrankheiten wie M. Crohn, Colitis ulcerosa und auch seltener Allergien auftreten.
Die Wirksamkeit der Impfung
Die Häufigkeit von Masern und Maserntodesfällen hat nicht erst mit dem Beginn der Impfkampagnen abgenommen, sondern schon viel früher. Auf die Häufigkeit der Masernfälle hatte die Impfung zwar einen Einfluss. Auf den Häufigkeitsverlauf der Todesfälle hatte die Einführung der Impfung Anfang der 1960er Jahre aber überhaupt keinerlei Auswirkung. Man muss sich deshalb fragen, ob eine Wirkung überhaupt besteht und jemals wirklich nachgewiesen wurde. Es liegen ja keine verlässlichen Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit der Impfung vor!
Angesichts der geringen heutigen Fallzahlen an Masern ist die Notwendigkeit einer flächendeckenden Impfung, die durch eine Nachweispflicht forciert wird, deshalb stark in Frage zu stellen. Trotzdem ist sie Gesetz. Es handelt es sich also zwar rein rechtlich um eine Nachweispflicht, aber de facto um eine Impfpflicht. Und da es keinen Masern-Einzelimpfstoff gibt, erweitert sich diese faktische Impfpflicht auch auf Mumps und Röteln. So steht es sogar im Gesetz.
Nebenwirkungen der Impfung
Allergien, Gehirnentzündung (wie schon erwähnt), aufsteigende Lähmung (Guillain-Barré-Syndrom) und viele mehr. Auch Autismus wird mit der Masernimpfung in Verbindung gebracht.
Für wen gilt die Nachweispflicht?
- Kindergarten:
Nachweispflicht als Zugangsvoraussetzung, weil keine gesetzliche Besuchspflicht besteht. - Schule:
Nachweispflicht. In den ersten 9 Schuljahren besteht Schulpflicht, was bedeutet, dass die Kinder auch ohne erbrachten Nachweis in die Schule gehen dürfen. „Schulpflicht geht vor Impfpflicht.“ Die Eltern sind allerdings bußgeldbedroht. Ungeimpfte Kinder ohne Nachweis müssen außerdem nach 9 Pflichtschuljahren die Schule verlassen. - Arbeitsplatz:
Nachweispflicht als Zugangsvoraussetzung für bestimmte Berufsgruppen, weil keine gesetzliche Pflicht für diesen Arbeitsplatz besteht.
Vom Gesetzgeber sind als Nachweis der Immunität vorgesehen:
- eine bzw. zwei Impfungen
- Immunitätsnachweis durch Antikörper-Titer
oder - eine ärztliche Bescheinigung, dass die Krankheit durchgemacht wurde oder
- eine Impfunfähigkeitsbescheinigung (IUB).
In der Praxis werden jedoch nicht alle Nachweise, die das Gesetz vorsieht, anerkannt. Es gibt Gesundheitsämter, die akzeptieren IUBs nicht, andere zweifeln die Antikörpertiter an und fordern eine erneute Blutuntersuchung, wieder andere zweifeln nur die IUBs bestimmter Ärzte an. Einem erneuten Bluttest kann man jedoch sofort widersprechen, da dies den Tatbestand der Körperverletzung bedeuten würde (keine medizinische Notwendigkeit, kein Beweis für Schutz vor Masern, s.u.!).
Was darf die Schule verlangen?
Die Schule darf den Impfpass/-nachweis bei der Schuleingangsuntersuchung oder Anmeldung nicht verlangen. (Datenschutz) (Das tun die Schulen aber dennoch!) Sie muss erst bei Schulbeginn Meldung an das Gesundheitsamt machen, falls auch dann kein Nachweis vorgelegt wird. Das Gesundheitsamt wird dann eine Mahnung an die Eltern schicken. Das Gesundheitsamt kann auch Bußgelder/Zwangsgelder verhängen in willkürlicher Höhe. Viele Eltern können/wollen sich aber drohende Bußgelder/Zwangsgelder nicht leisten.
Die juristischen Einzelheiten sind mitunter recht kompliziert und brauchen oft eine anwaltliche Beratung. Unsere Geschäftsstelle, erreichbar unter info@mwgfd.org, wird versuchen, Ihnen weiterzuhelfen.
Eine weitere Möglichkeit möchte ich erwähnen für diejenigen Eltern, die den Rechtsweg wirklich konsequent gehen wollen und dafür genügend Ausdauer, Kraft, Geld und Mut haben: https://www.wissen-neu-gedacht.de/gerichtsprozess-die-next-level-Strategie. Dort sind erfolgreiche Prozesse beschrieben und auch viele Downloads für Schreiben an die Behörden usw..
Befreiung
Durchgemachte Masern hinterlassen einen lebenslangen Schutz. Dies kann der Arzt, der das Kind damals betreut hat, ohne weitere Angaben attestieren. Der Nachweis eines positiven Antikörpertests durch Blutabnahme ist dann nicht erforderlich.
Antikörpertest
Bei nicht bekannter, zuvor durchgemachter Erkrankung kann ein Antikörpertest „Klarheit“ bringen. Ab welcher Höhe ein Antikörperwert als ausreichend gilt, ist ziemlich willkürlich und durch saubere Studien kaum untersucht. Gesundheitsämter erkennen solche Tests immer wieder nicht an, aus Angst, es könnte sich um eine gefälschte Bescheinigung handeln (s.o.).
Impfunfähigkeitsbescheinigung
Eine Impfunfähigkeitsbescheinigung (IUB) kann der Arzt beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen ausstellen:
- Vorerkrankungen bei der zu impfenden Person
Beispiele können sein: Allergien wie Neurodermitis, Heuschnupfen, Asthma usw. - Vorerkrankungen in der Familie
Hat ein Familienmitglied bereits mit ernsten Nebenwirkungen auf eine Impfung reagiert, erhöht sich dadurch das Risiko für die zu impfende Person. - Eine so genannte Kontraindikation gegen die Masernimpfung kann nicht nur im Gesundheitszustand des zu Impfenden liegen, sondern genauso auch im Impfstoff, z.B. in der völlig unzureichenden Datenlage über den Impfstoff, nicht zugelassener Zusatzstoffe usw. Genauere Vorgaben für ein Attest und die juristischen Fallstricke finden Sie hier: https://individuelle-impfentscheidung.de/aktuelles/detail/masernimpfpflicht-vorsicht-bei-vorlaeufigen-impfunfaehigkeitsbescheinigungen-aus-dem-internet
Jedoch ist Zurückhaltung angebracht, vom Arzt eine IUB zu verlangen. Denn man bringt die Ärzte, die IUBs ausstellen, wieder in die Schusslinie der Behörden, wie schon bei Corona. Deshalb sollen solche Atteste nur verlangt werden, wenn schwere Kontraindikationen in Krankheitszuständen des zu Impfenden liegen.
Außerdem: Auch wenn diese Ausführungen stimmen, akzeptieren Gesundheitsämter IUBs aus reiner Willkür oft nicht.
Weitere Gründe gegen die Masernimpfung
- mangelnder Nachweis der Wirksamkeit für den Geimpften:
Dass die Masernimpfung die Erkrankung wirklich zuverlässig verhindert, ist bis heute unbewiesen. Es gibt weltweit keine einzige korrekt durchgeführte Studie, die Geimpfte mit Ungeimpften tatsächlich über viele Jahre vergleicht, und zwar nicht nur, was den Antikörpertiter angeht, sondern das tatsächliche Erkrankungsrisiko. - mangelnder Nachweis des Ansteckungsschutzes der Umgebung:
Auch dieser Punkt ist nie in einer pharma-unabhängigen Studie untersucht worden. Wiederholt treten Masernausbrüche in Gruppen auf, von denen die meisten geimpft waren! Schon seit dem letzten Jahrhundert wurde das immer wieder beobachtet: z.B. USA 1976: 411 Fälle, davon 50 % geimpft, 50 % ungeimpft. USA 1986: 218 Fälle, davon 83 % geimpft, 17 % unbekannt. Quebec 2012: 98 Fälle, davon 52 geimpft. Ungarn 1989: 17000 Fälle, davon 47 % geimpft, 29 % ungeimpft, Rest unbekannt. Solche Meldungen werden jedoch gerne unterdrückt, weil sie das Geschäft vermasseln. - mangelhafte Studien über Nebenwirkungen:
Da Impfstoffzulassungsstudien immer von den Herstellern finanziert und durchgeführt werden, bleibt die ernsthafte Suche nach (auch
späten) Nebenwirkungen meist sehr dürftig. Die Kontrollgremien (PEI, STIKO) sind auch nicht unabhängig.
Auch die Weigerung/Unfähigkeit des Arztes, sorgfältig und umfassend aufzuklären und eine körperliche Untersuchung der Impfung vorangehen zu lassen, kann ein Grund sein, sich der Impfung zu verweigern. Hierfür gibt es einen Vordruck zur Vorlage beim Arzt. Verweigert dieser,
diesen Vordruck zu unterschreiben, haben Sie, am besten in Anwesenheit einer 3. Person als Zeuge, ein schriftliches Dokument darüber, dass Sie der Impfung ja eigentlich zugestimmt hätten, dass aber der Arzt nicht bereit war, seine gesetzlichen Aufgaben zu erfüllen! Das Formular können Sie hier: Alternative zum Impfunfähigkeitsattest downloaden.
Die Geschäftsstelle von MWGFD, erreichbar unter info@mwgfd.org, kann Ihnen kompetente Anwälte nennen, die Sie unterstützen.
Bundesweit gibt es auch Elternstammtische, wo sich Betroffene treffen:
https://impfkritik.de/stammtische_de/index.htm

